Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
52
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ciss xsupiss, einen hohen Sinn haben, so ist es der eben be-zeichnete, in dem sich jede an die andere anschließt, nm durch sie aufder unendlichen Bahn der Entwickelung weitergeführt zu werden.

Wenn daher gemäß dem obige» von der Gesamtkultur einesVolkes zu irgend einer Zeit die Rede ist, so versteht man dar-unter den Durchschnitt durch alle Richtungen der Entwickelungdes Volkes, und je nachdem der Durchschnitt durch eine einzelneRichtung sowohl Länge als Breite zeigt, je nachdem ist dieserZweig der Kultur bedeutend oder gering. Der Gang der Ent-wickelung der Nationen gleicht hierin dem Gange der Entwickelungder Individuen. Wie ein solches, gut geleitet und sein Interessewohl verstehend, sich zu derselben Zeit vorzugsweise iu einerRichtung zu entwickeln bemüht ist, gemäß seinem Alter, seinenAnlagen, seinen Zwecken, seiner äußeren Lage, um nach Vollendungdieser Richtung in einem gewissen Grade eine andere einzu-schlagen, nm vielleicht später zu der ersten wieder zurückzukehren:so vergleichnngsweise bei einer ganzen Nation. In der Regelherrscht bei recht lebendiger Entwickelung eines Volkes zu einerZeit eine Richtung vor, indem sie den Drang spürt, einen Ent-wickelungskeim zu beleben und zu zeitigen, um sich nach erlangterReife desselben auf andere Gebiete der Entwickelung zu werfen.Auch gibt es im Leben der Nationen, wie in dem Leben dereinzelnen (scheinbare) Stillstände, Ruhepnnkte, Entwickelungsknoten,und dann wieder (scheinbar) riesenhafte Fortschritte. Nirgendsaber, gemäß der Natur der einzelnen und des Ganzen, wirklicheSprünge. Denn das Gesetz jeder organischen Entwickelung heißtStetigkeit. Von innen heraus treiben die Organismen nach derEntwickelung ihrer Keime. In jedem lebendige» Volke herrschtder Entwickelungs drang, wie er sich vorzugsweise in den Gliedernund Ständen, die davon am meisten influenziert sind, manifestiert.Wohl kann vermöge der menschlichen Freiheit ein Impuls vondein einzelnen begabten Menschen ausgchen, aber dieser verschwindetspurlos, wenn die Masse für denselben nicht reif war. Auf künst-liche Weise kann daher nie ein eigentlicher Fortschritt der Kulturgeinacht werden. Wollte man ein Volk auf eine künstliche Höhehinaufheben, gleich sinkt es ans seinen Standpunkt wieder zurück,