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1 (1890)
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dasselbe zurückgeführt werden könnte. Solches aber scheint un-geachtet so vielfacher Versuche von seiten der gelehrtesten Männernicht gelingen zu wollen. Nach unserer Ansicht kann es nichtgelingen. Wenigstens ist bis jetzt nichts weiter geleistet wordenals der Beweis oder der Versuch der Nachweisuug, daß dieBlüte unserer heutigen europäischen, deutschen Kultur auf derGrundlage des wieder erweckten Studiums des klassischen Alter-tums basiere, und daß es daher ganz zeit-oder kulturgemäßsei, diese Basis bei der Bildung der Jngend der höheren Ständenicht zu verlassen, sondern für alle Zeiten darauf fortzubaueu.Offenbar liegt darin nun schon eine Übertreibung. Denn wennnichts weiter für die Beibehaltung des alten Humanismus spricht,als die Kulturgemäßheit, (was wir hiermit einen Augenblick zu-geben wollen), so drängt sich gleich der Zweifel hervor, ob nichtdie Zeit dieser Kultnrgemäßheit bereits abgelaufen sei und obnicht das Zeitbedürfnis eine andere Art der Bildung neben oderüber dem alten Humanismus erheische. Es ist nicht zweifelhaftmehr, daß die Gegenwart diese Frage wenigstens in der Art ent-schieden hat, daß es noch außer jener Bildung eine andere Artwissenschaftlicher, gründlicher Bildung gebe, welche sich mehr undeigentlich allein für den praktischen Geschäftsmann eigne, als dasbevorzugte Studium der Philologie und dessen, was damit zu-sammenhängt. Sehen wir ja die Bestätigung dieser Ansicht vonder Notwendigkeit des Realismus in dem Unterrichtswesen schonin der Errichtung von Real- oder höheren Bürgerschulen ver-wirklicht. Sie sind eine Folge des von Basedow und denübrigen Philanthropen begonnenen Kampfes für das Prinzipder Naturgemäßheit gegen das Prinzip der Kultnrgemäßheit,eines Kampfes der Idee mit dem Herkommen, der Ver-nunft mit dein historischen Recht. Daß man alle höheren Schul-anstalteu im 16. Jahrhundert, von wo aus sich die neuere Zeitdatiert, zu lateinischen Schulen machte, läßt sich vielleichtdurch das Prinzip der Kulturgemäßheit verteidigen; aber gegendas Ende des 18. Jahrhunderts erhob sich die Ansicht, daß daseinseitig betriebene philologische Studium nicht mehr, zeitgemäßsei, und daher entspann sich der noch nicht ganz ausgefochtene