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gehe», daß eben dieses Prinzip der Naturgemäßheit deroberste Grundsatz aller Erziehung sei. In der Er-ziehung haben wir es mit dem Menschen zu thuu; es ist vonder Menschenerziehung die Rede. Ich behaupte nun, daß in derMenschenerziehnng alles darauf ankomme, daß nichts geschehe,was der Natur des Menschen im allgemeinen und der Indivi-dualität einzelner entgegen, vielmehr alles geschehe, was dieserNatur gemäß sei; behaupte: daß wir i» der Begründung unsererUrteile über das Heilsame und Verderbliche in der Erziehungkeinen tieferen Grund nennen können, als den, der aus derNaturgemäßheit oder Natnrwidrigkeit des Gegenstandes geschöpftist, behaupte: daß in der Erziehungswissenschaft das Prinzip derNaturgemäßheit obenan stehe; kurz, daß dasselbe der oben näherbezeichnte oberste Grundsatz der Erziehung sei. Um diese Be-hauptungen darzuthnn, ist nur zu zeigen, daß die oben ange-gebenen vier Merkmale auf das Prinzip der Naturgemäßheitpassen. Nachzuweisen ist also, daß der Grundsatz: „Erziehe natur-gemäß!" weder eines Beweises fähig, noch desselben bedürftig,ein ganz (höchst) allgemeiner Satz, das alleinige Prinzip der Er-ziehung und formaler Natur sei.
1> Der Grundsatz: „Erziehe naturgemäß!" ist keines Beweisesfähig, keines Beweises bedürftig.
Der Mensch macht die Natur nicht, sonder» er findet sievor, und er ist selbst ein Produkt dieser Natur. Die Natur-wesen können nur das werden und sollen nur das werden, wozusie geschaffen sind. Und sie sind zu dem geschaffen, wozu sie dieAnlagen an und in sich tragen. Sie zu etwas anderem machenwollen, märe offenbarer Unsinn. Der Stein kann nichts andereswerden, als ein Stein, und er soll nichts anderes werden, alsein Stein, und zwar ein Stein seiner Art, nicht einer andernArt. Eine Pflanze ist und wird nimmermehr ein Tier, undkein Tier eine Pflanze. Und jede Pflanze einer Art ist undbleibt diese Pflanze ihrer Art. Durch keine Kunst der Erdekann aus der Rose eine Nelke, aus der Eiche eine Fichte, ausdem Dornstrauch ein Ölbaum, aus der Distel ein Weinstockwerden. Was die Kunst hierin über die Natur vermag, das wird