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1 (1890)
Entstehung
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über Erziehung jemals aus der Sphäre der bloßen Erfahrung(Empirie) heraustreten sollen, leuchtet uns ohne angestrengtesNachdenken ein. Woher anders die verschiedenen Ansichten überErziehung, als daher, daß mau über den ersten Grundsatz derErziehung nicht einverstanden ist? Woher die verschiedenen Ur-teile über dieselben Erscheinungen in der Erziehung, als daher,daß man die Erscheinungen nach ganz verschiedenen Maßstäben zumessen pflegt? Woher anders die verschiedenen Verfahrungsweiseuin der praktischen Erziehung, als daher, daß mau aus verschie-denen Obersätzen verschiedene Regeln abgeleitet hat? Wer daherdas Erziehen und die Art des Erziehens für eine wichtige Sachehält, dem kann es nicht entgehen, wie wichtig es sei, einen all-gemein gültigen, einen allgemein anerkannten obersten Grundsatzder Erziehung festzustellen. Wir fragen weiter: Woher dieVerschiedenheit der Ansichten in theoretischer Hinsicht unter denErziehern selbst? Woher der Streit in der Wissenschaft, woherin dem Leben? Woher die verschiedenen Ansichten der Platoniker,der Philanthropen, der Realisten und Humanisten? Woher dieBekämpfung, woher die Verteidigung der Grundsätze einesPlato, eines Rousseau, eines Pestalozzi? Woher anders,als daher, daß man über den obersten Grundsatz der Erziehungnicht einverstanden ist. Wer daher das Auffinden der Wahrheitfür ein Glück, das Verfehlen derselben für ein Unglück hält;wer zugleich den große» Einfluß ermißt, welchen der Gehalt desErkennens auf das Gebiet des Willens und sohin des Lebensausübt; wer der Meinung ist, daß, wie überhaupt die Wahrheitnur eine sei, auch in der Erziehung nur eine Ansicht die alleinwahre sein könne; wer den Wunsch hegt, daß diese eine Wahr-heit endlich gefunden, allgemein anerkannt, und dadurch Einigkeitin die Wissenschaft und in das Leben eingeführt werden; daßüberhaupt eine Erziehungswissenschaft entstehen möge: derwird in unsere Ansicht einstimmen, daß die Ausfindung eines all-gemein gültigen, allgemein anerkannten Grundsatzes der Erziehungeine Sache von Wichtigkeit sei.

Sehen wir zu, welche Merkmale ein Satz an sich tragenmüsse, welcher darauf Anspruch macht, au die Spitze eines Systems