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Brasilien (Geschichte).
angeschlossen hatte. Auch die folgenden Jahre warenvon argen Unruhen gestört. Der nene Congreßvon 1834 änderte, um diesem Unheil ein Ende zumachen, eigenmächtig die Verfassung von 1824 u.näherte sie sehr der nordamerikanischen Föderativ-verfassnng. Nach dieser Verfassung traten gesetz-gebcndeProvinzialversammlnngen (bei einigen Pro-vinzen von 36, bei anderen von 28 und bei nochanderen von 26 Mitgliedern) ins Leben, u. jedeProvinz erhielt eine Provinzialregicrung, welcher,unabhängig von der Centralregiernng, die innereVerwaltung oblag. Oct. 1835 wurde die bisherigeRegentschaft entlassen, u. Diego Antonio Feijo tratals alleiniger Regent sein Amt an. Der revolutio-nären Elemente vermochte er indcß nicht Herr zuwerden. Abermals waren im Jan. 1835 in ParaUnruhen ausgebrochen, weitere solche folgten, unddie Provinz Rio Grande erklärte sich April 1837zur unabhängigen Republik. Da Diego Ant. Feijoeinsah, daß er mit seinen redlichen Bestrebungennicht durchdrungen konnte, so legte er Sept. 1837die Regcnschaft nieder, u. Pedro Araujo de Limawurde zum Regenten gewählt. Aber auch unterdiesem ging es "nicht besser. Bahia erklärte sichNov. 1837 zur Republik u. vertrieb die Portugiesenu. alle Anhänger der Regierung, u. erst März 1838gelang cs dem Marschall Collado, die Stadt zubezwingen u. das Haupt des Aufstandes, Sabino,gefangen zu nehmen. Aber infolge der hierbei an-gewandten Strenge hörten die Aufstände nach u.nach ans. Als Juli 1840 der Regent die Kam-mern anflöste, schritten diese, statt zu gehorchen,zu einem völlig revolutionären Act, indem sie dennoch nicht 15jährigen Kaiser Pedro II. für voll-jährig erklärten. Der Kaiser berief die BrüderAndrada, die Veranstalter jener Revolution, in dasMinisterium. 18. Juli 1841 wurde er gekrönt.Das alte Parteitrcibcn begann aber alsbald vonNeuem. Die republikanische oder brasilianischePartei, obgleich die zahlreichere, unterlag deraristokratischen od. portugiesischen, welche über diemateriellen Mittel im Lande gebot. Mit der Nie-derlage der republikanischen Partei traten auch dieAndrada ans dem Ministerium u. kehrten in dieProvinz S. Panlo, ihr Geburtsland, zurück, wosie im Mai 1842 einen Aufstand anzettelten, deraber Ang. dcss. Js. durch den General Caxiasunterdrückt wurde. Gleichzeitig brach auch einAufstand in der Provinz Minas Gera'ös aus, dermit Mühe unterdrückt wurde. In Rio Grande,wo David Canabarro an der Spitze der Insur-genten stand, wurde der Aufstand erst nach vierJahren, März 1845, gedämpft; die Insurgentenerhielten Amnestie u. unterwarfen sich. Die fran-zösische Revolution Februar 1848 übte ans denHandel u. Verkehr in Rio de Janeiro lähmendenEinfluß aus u. weckte von Neuem die schlummern-den Bestrebungen der revolutionären Köpfe. Nach-dem zu Anfang des Jahres 1848 erst einSklavcn-ausstand in der Provinz Rio Grande unterdrücktworden war, machte Juni die republikanische oderSta.-Lucia-Partei in Pernambuco einen neuenAufstand. Dieselbe wollte die Portugiesen ans demLande vertrieben, od. wenigstens aller Stellen ent-setzt wissen n. forderte die Freilassung der Sklavenin der Absicht, durch dieselben Verstärkung zu er-
halten. Die Regierung, anfangs im Nachtheilgegen die Aufrührer, brachte denselben dann imMai 1849 eine schwere Niederlage bei. Die ernstenZwistigkeiten, welche inzwischen mit England wegendes von diesem in Anspruch genommenen Durch-suchnngsrechtes brasilianischer Schiffe nach Sklavenausgebrochen u. zu starken Zollerhöhungen ansenglische Maaren geführt hatten^ wurden endlich1850 beigelegt; die Deputirtenkammer erklärte inder Sitzung vom 17. Juli 1850 den Sklavenhandelfür Seeranb (s. n. Sklaverei), u. während noch1850 23,000 Sklaven eingebracht worden waren,hatte sich 1851 die Zahl auf 3287 vermindert.Im Innern des Landes war eine leidliche Ruheeingetreten, weshalb die Regierung ihre ganzeAufmerksamkeit den kriegerischen Verwickelungenan der SGrenze des Reiches zuwenden konnte,wo ein Krieg mit dem Dictator der ArgentinischenRepublik, Rosas, der das B. verbündete Paraguayu. Uruguay in fortwährenden Einfällen plünderte,in Aussicht stand. Es wurde in Deutschland ansden Trümmern der schleswig-holsteinischen Armeeim Frühjahre 1851 ein Corps von etwa 2000Mann angeworben und nach B. übergeführt, u.B. schloß mit der Republik Uruguay u. mit Urguiza,dem Statthalter der argentin. Prov. Entre-Rioseinen geheimen Vertrag. Erst Juli 1851 wurdeder brasilianische Gesandte aus Buenos-Ayres ab-berufen, u. der Krieg gegen Buenos-Ayres damiteröffnet, daß Urqniza au der Spitze von 6000Mann 20. Juli den Uruguay überschritt. Durchgeschickte Bewegungen gelang ses ihm bald Mon-tevideo zu entsetzen u. die argentin. Armee zurCapitulation zu zwingen. Neue Rüstungen desDictators führten zu einem Schutz- n. Trutzbünd-niß zwischen B. n. Paraguay, Corricntcs, Entre-Rios u. Uruguay, von deren vereinigten Armeenunter Urqniza Rosas 3. Febr. 1852 bei MonteCaseros geschlagen und gestürzt wurde, womit derKrieg entschieden war. Der Handel B-s nahm wäh-rend n. nach dem Kriege einen großen Aufschwung,u. das Budget, welches der vom 3. Mai bis 4. Sept.tagenden Kammer vorgelegt wurde, erwies einebedeutende Mchreinnahme, so daß die Finanzlagedes Kaiserreiches sich günstiger gestaltete. Mit derRepublik Peru wurde ein Schifffahrts- u. Grcnz-berichtigungs-Vertrag abgeschlossen. Die deutsch-brasilische Legion wurde 1853 aufgelöst, da derursprüngliche. Plan, mit derselben eine Art Mili-tärgrenze zu etablircn, an der schlechten Haltungder Truppen u. anderen Umständen scheiterte. DieKammern, welche 3. Mai 1853 znjammentraten,waren zwar für die Regierung günstig gestimmt,aber unter der herrschenden Partei war eine Spalt-ung eingetreten, welche Len Rücktritt des Mini-steriums zur Folge hatte; das nene Ministerium,mit Carneiro Lcao Visconde da Parana an derSpitze, suchte eine Vereinigung der Parteien zuStande zu bringen, indem cs die höheren Sraats-stellen an Conservative wie Liberale vergab. EinHauptpunkt im Programm des Ministeriums wardie Förderung der materiellen Interessen, welchein der großen Ausdehnung des Gebietes ohneStraßen n. mit sehr spärlicher Bevölkerung, imMangel einer sicheren n. geordneten Rechtspflegeu. in der Unduldsamkeit der römisch-katholischen