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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
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Baumpfähle, Pfähle, woran junge Bäumegebunden werden, um dieselben gerade zu ziehenn. gegen den Sturm zu stutzen. Die Spitze derB. wird, damit sie länger dauern, gebrannt, ge-theert oder imprägnirt. Die besten B. sind dievon Nadelhölzern, Akazien, Eichen n. Kastanien,am wenigsten haltbar die von Buchen. Bisweilenwird der Baum auch zwischen 2 etwas entferntstehende Pfähle mit Stroh- oder Bastseilen be-festigt (Anlegen ins Gehänge).

Banmpflauzungen, s. u. Obstbänme.

Baumpilze (Bot.), schwämme verschiedenerArt, welche ans kranken Bäumen hcrvorko-mmcn.Sie gehören sehr verschiedenen Gattungen an,namentlich aber den Gattungen ^.^arions, ?o1z--porns, Mamstss, Oaoclnlsa, lüslopliora, ülxniia,L.eeiäium n. a. In manchen Fällen ist es zweifel-haft, ob der betr. Pilz gesunde Bäume krank macht,od. ob der Pilz nur ans bereits kranken Bäumen sichmit Erfolg entwickeln kann. Dies gilt z. B. von demZunderpilze (l?ol)'porn8 ldrinontarius Fz-,),Buchen, n.dem verwandten unechten Fcuerschwamm(?. iMiarino F>.), auf Weiden- n. Obstbänmcn.Für gewisse Fälle aber ist nachgcwiesen, daß derPilz das Krankmachende ist, daß er selbst ganzgesunde Bäume angreift u. allmählich tobtet.S. d. betr. Artikel.

Baumreife (Obstb.), der Zeitpunkt, an welchemdas Obst von den Bäumen zu nehmen ist, n.der daran erkannt wird, wenn viele gesundeFrüchte abfallen n. die anderen sich leicht mit demStiel vom Baume lösen lassen; bei dem Winter-obste pflegt im mittl. u. nördl. Deutschland dieB. selten vor Anfang October vollständig zu sein.

Baumroden, eine Art der Holzfällnng; s. d.

Baumsäge, s. u. Banmschnitt.

Baumsah od. -sehen, die Kunst, Bäume ver-schiedener Art u. verschiedenen Alters in fremdenBoden zu verpflanzen. Erste Bedingung znmguten Gelingen ist die möglichste Erhaltung derWurzel, welche dabei nicht länger als irgendnöthig aus dem Boden gelassen werden darf n.an den Spitzen glatt beschnitten werden muß.An der Pflanzstelle wird, am besten schon einigeZeit vorher, der Boden tief gelockert, gewöhnlicheine Banmgrnbe ansgeworfcn, deren Größe sichnach der Banmart, der Stärke des Stammes u.der Beschaffenheit des Bodens zu richten hat,mindestens sollte sie 1 in weit n. 00 om tief sein;je schwerer, fester u. unfruchtbarer der Boden,desto weiter, tiefer u. sorgfältiger muß sie Vorge-richte; werden; sie wird mit lockerer, fruchtbarerErde, welche in der Qualität von der der Um-gebung nicht zu sehr abweicht, angefüllt; die Ver-wendung von Dünger, Holzabfällen u. anderenlockeren Gegenständen wirkt meist nachtheilig.

Vierers Nmverlal-Co»vcrsatio»S-Leri!rn. 0. Aufl.

Wenn der junge Baum angebunden werden soll,so wird zunächst der Banmpfahl fest einge-schlagcn, der an Wurzeln n. Krone beschnitteneBaum so an denselben gesetzt, daß die Wurzelnnur eben unter den Boden zu liegen kommen u.der oberste Theil derselben auch später, wenn sichdie Banmgrnbe völlig gesenkt hat, nicht tiefer alsder umgebende Boden sich befindet; dann wirdgute lockere Erde zwischen die Wurzeln gebracht,welche dabei zugleich sorgfältig anscinanderge-zogen u. ansgebreitet - werden; nach Bedürfnis;wird begossen n. schließlich der Boden sanft an-gedrückt oder angctretcn. Die Oberfläche dergeebneten Baumgrnppc bildet die Baumscheibe,welche nach der Mitte etwas muldenförmig ver-tieft wird; das Anbinden an den Banmpfahl darfanfangs nur locker geschehen, damit sich der Baummit dem sich setzenden Boden senken kann. Diebeste Zeit zum B. ist vom Herbste bis znm Früh-jahre, bei schwerem, feuchtem Boden ist das Früh-jahr vorzuzichen; immergrüne Bäume werbenmit günstigem Erfolge erst im Mai oder auch imAugust verpflanzt. Schwächere, gesunde Stämmeertragen in der Regel das Versetzen am leichtestenn. holen oft in wenigen Jahren stärkere versetzteein; doch hat man in neuerer Zeit auch ganzeParkanlagen mit großen n. kleinen Bäumen bin-nen kurzer Zeit an Orte gezaubert, wo vorherkein Baum zu sehen war; als Beispiel sind derberühmte Park des Fürsten Pückler zu Mnstänin Schlesien u. aus der allerjüngsten Zeit derPark des Commerzienraths Krupp zu Bredeneybei Essen in Rheinpreußen anzuführen. An letz-terem Orte sind ca. 500 starke Bäume bis zu1 , 5 o w Umfang gepflanzt u. mit sehr wenigenAnsnahmen gewachsen, obgleich sie znm Theil ansbeträchtlicher Entfernung herbeigcholt wurden. Eswerden dafür besonders construirte Transport-wagen benutzt, deren größter schon mehrfach Bäumemit 20,000 Ic§ schweren Erdbällen befördert hat.Beim Versetzen der starken Bäume über 1 inUmfang müssen die zu lassenden Erdbällen schonein Jahr vorher umgegraben u. die Wurzeln hierabgestoßen werden, damit sich am Umfange desErdballens neue Sangwnrzeln bilden, ohne welchedas Anwachsen schwierig sein würde. Wolde.

Baumscheere, s. u. Banmschnitt.

Baumscheibe, s. n. Banmsatz.

Baumschlüpfer, so v. w. Zannkönig.

Baumschnitt, 1) die Kunst, den BänmendnrchBeschneiden eine bestimmte Form zu geben, derenWachsthum oder Fruchtbarkeit zu befördern, ihreGesundheit zu erhalten u, die Lebensdauer zuverlängern. Der B. zerfällt in Winter- oderFrllhjah rss chnitt, welcher während der Winter-ruhe der Bäume, am besten im Febr. n. März,lil. Baud. i