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Brasilien (Geschichte).
Zustande, Bert. 1853; Wicdemaim, Die deutscheColouie Petropolis, Freisiug 1856; Hatfield undTschudi, Miuas Geraes, Extrahcft zu PetermannsMittheilungcn; Hartt, Leientiüe rsonltatv ok ajonrnsz' iu Brasil, Boston 1870; Tschudi, Reisenin SAmerika, Lvv-I-allsinant, Reisen in N- u.SB., 4 Bdc., Lpz. 1859—60; Kidder u. Fletcher,BramI anll tlrv Lra^iliano, Philadelphia 1857;Mouchez, 1,'ompiro ein Lröoii, Rio 1867; Mo-rads, HaviAaqno intorior cio Lrooil, Äiio 1864;Pezeln, Zur Ornithologie Brasiliens, Wien 1870;Hellwald, Das Kaiserihnm Brasilien und seinejüngste Entwickelung in der Zeitschrift: UnsereZeit, 1875, 2. Heft.
Geschichte. Die ältesten Bewohner B-s waren,soviel man weiß, die Tapayos, die eine alte Cnl-tnr besaßen, aber mit der Zeit von den Tnpiverdrängt wurden. Unter den Europäern kam zu-erst 21. April 1500 der Portugiese Pedro AlvarezCabral, der auf seiner Fahrt nach Ostindien nachder Bucht von Puerto Seguro verschlagen wurde,nach B. und nannte anfangs das entdeckte LandI'srra äa vorn 6rur (Land vom wahren Kreuz);Len Namen B. erhielt das Land von dem dort sichfindenden rothen Holze (Uno cio Lraml). Die Por-tugiesen schickten anfangs bloß Verbrecher, öffent-liche Bnhlcrinnen, Inden u. von der InquisitionBcrurthcilte nach B., welche Papageien u. Farbe-hölzer einsammcln mußten. Als B. 1531 in 9Capitanias gethcilt war, gingen auch Edelleutenach B., welche große Striche als Erbstatthalteru. Lehnsleute (koblaäorso) in Lehn erhielten unddiese wieder als Afterlehn vergaben. Unter ihnenführte Martin Alfonso de Souza den Bau desZuckerrohres u. des Getreides u. Viehzucht ein,n. Diego Aldcz Corrca trat mit den Tupinambain Bahia in ein patriarchalisches Verhältnis). Als1549 B. den Portugiesen durch päpstliche Ent-scheidung zngefallen war gab König Johann III.der Colouie den ersten Gouverneur, Thomasde Souza, der S. Salvador (Bahia) gründete,die Rechte der iOoblaciorss beschränkte, die Neger-sklaven einführte u. die meisten Jndianerstämmeunterwarf. 1584 ließen sich auch Franzosen in B.nieder, die jedoch 1601 wieder vertrieben wurden.Durch den Übergang der Krone Portugals an Spa-nien kam auch B. unter spanische Hoheit. Da nun dieSpanier die Niederländer, welche sich dort niederge-lassen hatten, sehr bedrängten, so rächten sich diese andenselben u. nahmen 1624 die Stadt Bahia. Zwarvertrieben die Spanier unter Frederico die Nieder-länder wieder, doch eroberte der holländische Ad-miral Jak. Willekces 1630 die ganze Provinz Bahiau. die Stadt Pernambnco, von wo ans die Nie-derländer den nördlichen Thcil u. unter Moritzvon Nassau 1637 die Küstenprovinzen besetzten.Die Niederländer erhielten auch nach der Thron-besteigung des Hauses Braganza inPortugal (1640)Anerkennung ihrer Besitzungen, aber wegen ihrerBedrückungen brach durch die Ümtriebe der Plan-tagenbesitzcr B-s 1645 eine von England u. Por-tugal unterstützte Empörung aus, und sie mußtennach wechselndem Kriegsglücke, von Calvalcante,einem kühnen Abenteurer, mehrere Male geschla-gen, 1654 B. räumen u. gaben 1661 gegen eineAbfindungssumme von 350,000 Psd. Sterl. ihre
Ansprüche ans dasselbe ganz auf. Die Entdeckungder Goldminen zu Minas Geraes 1698 und derDiamantgruben 1729 erhöhten die Wichtigkeit desLandes, welches außerdem viele tropische Productsvon vorzüglicher Güte lieferte. Indessen verwal-teten die Portugiesen das Land schlecht; kein frem-des Schiff wurde zugelassen, hohe Zölle angeord-net, Industrie u. Handel zu Gunsten der portu-giesischen Products unterdrückt, nur die Bergwerkeu. Diamantgruben ansgebentet u. das fruchtbareLand den jüngeren Söhnen des Adels u. den Je-suiten geschenkt (Vonabariov), oder an Abenteurerzur weiteren Eroberung verhandelt (Lonqnwta-äorsv), die es durch Negersklaven anbaucn ließenu. die mit Gewalt unterworfenen Ureinwohner zuSklavendicnsten zwangen. Januar 1808 verlegtedie portugiesische Negierung ihren Sitz von Lissa-bon, welches die Franzosen besetzt hatten, nachRio de Janeiro u. gab 1815 B. den Titel einesKönigreiches. Da die mit der Königsfamilie ein-gewanderten Portugiesen (etwa 15,000 an der Zahl)vom Hofe vor den von Longumtaciursv Abstammen-den auffallend begünstigt wurden, so griff der Geistder Unzufriedenheit immer mehr um sich. Indessenhatte der Aufenthalt des Königs in B. manchewesentliche Verbesserung in der inneren Verwalt-ung des Landes zur Folge. Die Zölle wurdenerleichtert u. die Verbindung B-s mit Europa u.auch mit Deutschland eröffnet. Viele fremde Kanf-leute siedelten sich in Rio, Colonisten auf dem Landean, u. das Geheimnis;, mit dem sonst das Innerefremden Augen verschlossen gehalten wurde, hörteauf. Durch Einverleibung von Banda Orientalwurde B. wesentlich vergrößert. Ein Aufstand inPernambnco (1817), welches sich als Republik los-reißen wollte, wurde zwar von portugiesischen Trup-pen unterdrückt, als aber die neue Verfassung,welche sich Portugal 1820 gab, den Hof 1821 nachPortugal zurückrief, gab es revolutionäre Erheb-ungen, weshalb der König die Wahlversammlungenmit Truppen sprengen ließ. Er trat darauf am26. April die Rückkehr nach Lissabon an u. ließseinen Sohn, den Kronprinzen Pedro, als Prinz-Regenten zurück. Als das Mutterland nun beschloß,daß B. nicht als Nation durch Deputirte vertre-ten, sondern ferner durch Gouverneurs als Colouievon Portugal aus regiert werden solle, entstandenDec. 1621 in Rio de Janeiro heftige Bewegungen:man drohte, wenn der Prinz-Regent abreise, dieRepublik zu proclamiren; dieser erklärte daher9. Jan. 1822, bleiben zu wollen, entfernte dieportugiesischen Truppen, nahm im Mai den Titeleines beständigen Vertheidigers von B. an u. be-rief eine Nationalversammlung von 100 Abgeord-neten zur Entwerfung einer Verfassung, welche1. Aug. die Trennung B-s von Portugal aus-sprach u. Pedro am 12. Oct. -1822 zum Kaiservon B. ernannte, welche Würde er auch 18. Dec.unter dem Namen Pedro I. annahm. Die Brü-der Joze Bonifazio u. Martin Francesco Andradawaren Minister des Kaisers u. strebten anfangsvergebens, dem neuen Kaiserreichs Anerkennung beiPortugal u. den europäischen Großmächten zu ver-schaffen, sowie das Innere zu beruhigen. Decbr.1822 eroberten die Brasilianer Montevideo, wel-ches sie als Cisplatina mit B. vereinigten. 3. Mai