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Brasilien (Geogr. u. Statistik).
Landbesitzer u. deren Agenten in Hamburg rc. zuverlausen. So ist den Einwanderern, im Wider-spruch zu Berichten, die ans B. stammen (wozuauch der schönfärberische Bericht: Das KaiserthnmB. auf der Wiener Weltausstellung von 1873,Rio de Janeiro 1874, gehört), die Nationalisirungunendlich erschwert, sie haben wenig Einfluß aufdie Verwaltung ihrer Gemeinde n. Kreise, auchwird die den Protestanten versprochene Toleranznoch nicht durchweg beobachtet. Die Anzahlmag sich ans 50,000 Seelen belaufen. Die be-deutendsten deutschen Cchonien sind gegenwärtigin San Leopolde (Rio Grande do Snl) mit12,000 Ew., Donna Francisco u. Blumenan(S. Catarina), Porto Alegre (Rio Grande doSnl), Caravellas (Espirito Santo) u. Petropolis(Rio de Janeiro). B. hat 3 Münzwahrungen:die Gold-, Silber- u. Papierwährung; man rechnetwie in Portugal (s. d.) nach Milreis (auch Pesos,Piaster oder Duros genannt — 5 Francs 25 Cen-times oder 4 DI 20 Pf.; in Papierwährung aberschwankend zwischen 2 DI 27 Pf. n. 2 DI 51 Pf.Der Milrcis zerfällt in 1000 Reis; bei großenSummen zählt man auch nach Contos.de Reis(1000 MilreiS). Wirkliche brasilianische National-münzen sind: in Gold (zu HH sein ausgeprägt)Pe^as Brazil, auch Joaos genannt, zu 6400 ReisNennwerth in Goldwährung (16,000 Reis Papier-währung) u. Moedas, zu 4000 Reis Nennwcrthin Goldwährung (9000 Reis Papierwährung); inSilber: (zu 142- Lolh sein) Patacocs (SH- einefeine Mark oder 4 DI 43 Pf.) zu 1920 ReisPapierwährung; Dnas Patacas (14H eine feineMark oder 2 LI 96 Pf.) zu 1280 Reis Papier-währung; Patacas (28^ eine seine Mark oder1 DI 49 Pf.) zu 640 Reis Papierwährung;Meias Patacas zu 320 Reis Papierwährung;Quartas 160 Reis Papierwährung; in Kupfer:Stücke zu 4 Vintcms, 2 Vintcms und 1 Vin-tems ä 20 Reis), ferner zu 10 n. 5 Reis.Den Zahlwerth des Papiergeldes kann man un-gefähr 19 Milreis auf die Vereinsmark anneh-men. Im Maße u. Gewichte ist laut Gesetz von1862 seit 1872 das Metersystem eingesührt.1853 wurde die Brasilische Bank mit einem Ca-pital von 30 Will. Milreis gegründet. Wasdie Verkehrswege betrifft, so sind die Straßenim Lande noch gering an Ausdehnung undschlecht. Eisenbahnen sind in neuester Zeit mehreregebaut worden: 1874 waren 1206 Icin im Be-triebe. Darunter sind die wichtigsten, theilweiseaber noch nicht ausgebauten Strecken: 1) Pcr-nambnco-Bahn, vom Hafen Recife (Pernambuco)zum S. Francisco; 2) Bahia-Bahn, von Bahianach N. zum S. Francisco (Alagonhas); 3) BahnDom Pedro II., soll von Rio durch die ProvinzRio de Janeiro u. Minas Geraes zum S. Fran-cisco, von da durch Goyaz u. das Flußthal desTocantins bis Parä gehen (streckenweise in Be-trieb); 4) Cantagallo-Bahn, von Villa-Nova amschiffbaren Macacu bis Novo-Fribnrgo; 5) SanPaulo-Bahn, vom Kaffchasen Santos bis Jun-diahy u. Campinas; 6) Manä-Bahn, vom HasenMaua in der Bai Rio bis Petropolis, am Fußedes Gebirges. Im I. 1869 schloß B. mit Frank-reich rc. einen Vertrag, um eine Telegraphenleit-
nng von 19,000 Icm von Lissabon über WAfrika,Madeira rc. nach.Cap Roqne, von da aus nachGniana, den Antillen, Mexico u. New-Orleans u.nach den La-Plata-Staaten, Chile, Peru rc. zu le-gen. Die Länge der Telegraphenlinien in B. be-trug 1874: 5311 Icin, die Zahl der Tclegraphen-stationen 71. Eine Dampfschifffahrts-Gesellschaft(seit 1852) befährt mit 20 Dampfern den Ama-zoncnstrom bis Tabatinga, den Tocantins bis Ca-meta, den Tapajoz bis Santarem, den Madeirabis Borba, Rio-Negro bis Manaos, den Huallagabis Vnrünagnas. Auch der San Francisco wirdmit Dampfern befahren. Außer den transatlant.Dampferlinien bestehen seit 1838 auch 2 größereKüstcndampfschifslinien: von Rio de Janeiro nachPara, u. nach Rio Grande do Snl. Endlich gehteine neue Dampfschifflinie von Rio de Janeiro ansnach Montevideo u. Buenos-Ayres u. dann denParana und Paraguay hinauf nach der ProvinzMatto Grosso. Von Linien sind u. a. noch zuerwähnen: 1) Lompaniria. brasilsira, äoa Ral-pnotss a vapor (zweimal monatlich von Para nachMontevideo); 2) 6omp. äs LlavvAnyao (von Espi-rito Santo nach Campos); 3) Linie Rio äs äa-nsiro-Lantoa; 4) Oomp. Rerrz' für die Bai vonRio de Janeiro; 5) Raüia-Oomp. von Bahia bisMayeio n. den Francisco hinauf, von Pencdo inAlagoas bis Piranhas in Sergipe; 6) F-ranzös.Dla88aMr1s8 von Bordeaux über Portugal undSenegambien bis Rio La Plata (24H Tag); 7)Rivsrpool-Lrlmil anä Ra Riaba 6omp.; 8) 8o-oists Asnerals äsa tranoports maritimes ä vapour(von Genua über Marseille); 9) Union äss olmr-Zsurs (Havre n. 8iio); 10) Hamburg-Santos (seit1871); 11) Ruit. Ltates auä Lraxil Llail Lbsam-slrip 6omp. (in 28 Tagen von New-Pork PisRio) rc. Die brasilianische Post beförderte 1871bis 1872: 16,206,952 Briese. Eine directe Post-vcrbindung B-s mit Deutschland ist, nach derVerordnung des Prcnß. Gencralpostamtes vom13. Ang. 1857, durch die Hamburg-BrasilianischeDampschifffahrtsgescllschast zu Hamburg angeknüpftworden. Die Schiffe gehen monatlich zweimalhin u. her; auch mit Antwerpen besteht einePostdampferverbindung von mehreren Schissen.Literatur: Manoel Ayres de Cazal, LorvAraüaLra^iliea, Rio de Janeiro 1817, 2 Bde., 2. Anfl.,1833; William L. Herndon n. Lardner Gibbon, Rx-ploratiou ol tkrs vallsz- oltirs ^maxon, Washingt.1853, 2 Bde.; ferner die Reisebeschreibnngen vonLindlcy (1805), Koster (1817), Maximilian Prinzv. WieL-Nenwied (1820), Spix u. Martins (1823),Pohl, Reise im Innern von B. (1832), Burmeister,Reise nach B. (1852), Pöppig, Reise in Chile,Peru u. ans dem Amazonenstrom, Lcipz. 1835, 2Bde.; Auguste de St. Hilaire, Voz'LAvs äanaI'intsrienr än Brssil, Par. 1830—51, 8 Bde.;Tschndi, Reisen in SAmerika, 5 Bde., 1866 fs.;Agassiz, L sournsz- in Rraxil, Boston 1866;Kletkc, Reise des Prinzen Adalbert, Berl. 1857;Burton, Exploration cck tiro IiiAirlanäs ok I!.,Lond. 1868; iLImanae äa 6orts s Rrovineia äoRio äs äansiro, von Lämmert heransg. n. jedesJahr neu erscheinend, Rio de Jan.; de Abrantes,Dleiuoria aodrs moio8 äs promovsr a ec>Ionisac;ao,Berl. 1846; Gottfried Äerst, Über brasilianische