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Brasilien (Geogr. u. Statistik).
24,000 Mann), auf Kriegsfuß 32,600 Mann, dieGensdarmerie6476Mann. Hinsichtlich der Truppen-bildung ist seit 1865 die Conscription eingeführt.Die Nationalgarde ist zur Zeit aufgelöst u. sollneu organisirt werden. Seemacht: 17 Panzer-schiffe, 9 Dampfcorvetten, 24 Kanonenboote,6Transportdampfer, iScgelcorvette, 3Briggsu. a.,zus. 60 Fahrzeuge mit 4526 Mann, 218 Kano-nen u. 7217 Pferdekräften. Wappen:. In grü-nem Felde die Himmelskugel Heinrichs des See-fahrers, durch das silberne, mit einem breitenrothen Rande eingefaßte Kreuz des Christusordensin 4 Theile getheilt n. von einein blauen rundenReife umgeben, welcher mit 18 silbernen Ster-nen belegt ist u. auf beiden Seiten eine silberneEinfassung hat. Das Schild deckt eine Kaiser-krone, zur Rechten umgibt es ein Zweig desKaffebaumes, zur Linken der Zweig einer Tabaks-Pflanze, beide in natürlicher Farbe, unten sichkreuzend u. mit einem grün u. goldenen Bandegebunden. Flagge: grün mit eingeschobener gol-dener Raute, in dieser das Wappen. National-farben: grün u. gold. Orden: Orden vom Süd-kreuz, gestiftet 1822, in 4 Klassen (auch für Da-men); Orden Dom Pedros I., gestiftet 1826, in3 Klassen; Orden der Rose (Militär- u. Civil,orden, mit dem Motto: Liebe u. Treue), gestiftet1829. Nur noch für Civil u. Militär gebrauchtman seit 1843 in 3 Klassen die ehemals gräf-lichen Orden de Christo, S. Bendo de Avis undSantiago de Espada. Hauptstadt des Reiches,Residenz des Kaisers u. Sitz der Centralbchördcnist Rio de Janeiro, welche in der gleichnam. Provinzals Llumeixio uenbro, mit etwa 400,000 Ew.,eine besondere Abtheilnng bildet. Religion u.Kirche. Staatsreligion ist die römisch-katholischeunter einem Erzbischof (in Bahia) u. 11 Suffra-ganbischöfen. Sämmtliche Priester sind Staats-beamte, werden von der Regierung ernannt undbesoldet. Die Kirche hat kein eigenes Vermögenu. ist dem Staate gänzlich untergeordnet; dieniedere Geistlichkeit ist sowol wissenschaftlich, wiemoralisch ungebildet u. deshalb ohne allen Ein-fluß auf die Sittlichkeit des Volkes. Mönchs- u.Nonnenklöster sind in großer Anzahl vorhanden.Nur Katholiken sind wahlberechtigt, doch herrschtder Einwanderer wegen ziemliche Toleranz. Pro-testanten haben in großen Städten freie Religions-übung, dürfen Bethäuser u. Gottesäcker besitzen,erhalten zuweilen auch Staatsunterslütznng. DieRechtspflege ist sehr mangelhaft, die Richterbestechlich; die unterste Instanz (Friedensrichter)ohne Macht, die über ihnen stehenden Bezirks-gerichte unzuverlässig, die eilf Appellationsgerichte: unzureichend; höchste Instanz ist der Cassationshosin Rio de Janeiro; bei Criminalfällen werden vonden Districtsgerichten Geschworene zngezogen. DieStrafgesetzgebung (OoäiZo Kriminal vom 8. Jan.1831) zeichnet sich durch große Milde aus. Vgl.6oäs oriminöl äs 1'Lmpire äu Lrssii, traänibpar N. V. k?unolrsr sb prseeäs ä'observationsosmxaratüvss, Par. 1834, u. Kritische Zeitschriftfür Rechtswissenschaft u. Gesetzgebung des Aus-landes VII. S. 297. Für Unterricht u. Bild-ung, Wissenschaft und Kunst ist im Ganzennoch wenig gesorgt. Es soll in jedem Kirchspiel
eine Schule, in jeder größeren Stadt ein Lycenmerrichtet werden; aber cs fehlt überall an Schu-len. Der Unterricht ist frei. Von höheren Lehr-anstalten besitzt B. zwei juristische Facultäten (inRecife u. S. Paulo) u. zwei medicinische (in Riode Janeiro u. Bahia), elf Priesterseminare undtheologische Facultäten. Ferner bestehen in RioLe Janeiro eine philos. Facultät, eine Polytech-nische Schule, eine solche der schönen Künste, eineder Künste u. Handwerke, eine Militär- u. eineMarineschule. Außerdem 22 Lyceen, 2 Handels-schulen, 150 Secnndärschulen mit 4000 u. (1873)4653 Primärichulen mit 155,000 Schülern (1856erst 2460 Schulen mit 82,500 Schülern). Gegen24,000 Schüler genießen Privatunterricht. Diegrößere Hälfte der gesummten (freien) Bevölkerungwächst ohne allen Unterricht heran. Gelehrte Ge-sellschaften sind in Rio de Janeiro: die KaiserlicheHistorisch-Geographische Gesellschaft mit 54 wirk-lichen, 100 Ehrenmitgliedern u. 438 Correspon-denten, die Akademie der schönen Künste mit60 Mitgliedern u. die Zoolog. Gesellschaft. Biblio-theken in Rio de Janeiro: die Kaiser!. Bibliothek(theilweis aus Lissabon stammend), die National-bibliothek (120,000 Bde.), die Bibliothek der Be-nediktiner, ferner in Bahia n. San Paulo. Herr-schende Landessprache ist die portugiesische. DieLiteratur) namentlich die naturwissenschaftliche,beginnt sich in neuerer Zeit zu heben, die belle-tristische folgt englischen u. französischen, wenigerportugiesischen Vorbildern. Zeitungen n. Jour-nale (politische, wissenschaftliche u. Ünterhaltnngs-blätter) haben sich in den letzten Jahren eben-falls sehr vermehrt; es erscheinen über 100 Zeit-ungen u. Zeitschriften. Landwirthschaft, In-dustrie u. Handel. Die Cultur des Bodens istnoch eine sehr unzulängliche; der fast nur in großenKomplexen vertheilte Grundbesitz, die Sklavenar-beit u. der Gebrauch, nur ein kleines Stück Landurbar zu machen, seine Tragkraft zu erschöpfen, esdann unbenutzt liegen zu lassen n. ein neues Stückzu bebauen, sind nicht geeignet, die Landwirthschaftzu heben. Kaum des Bodens wird ange-baut, obschon ihn fruchtbarer Lehm bedeckt. Die ^Wälder an den Flüssen u. im Innern strotzenvon Üppigkeit und Pracht, liefern Kautschuk,Brasilholz, Bertholeria- u. Cocosnüsse, Mahagony,Rosenholz, Granadilla, Fustikholz, brasil. Elfen-bein, Sarsaparille, Vanille, Jpecacuanha, Kopal,Gewürznelken, Zimmt, Tamarinden, Cacao, Chin-chona rc. In Gärten u. auf Feldern zieht man:Ananas, Bananen, Orangen, Maracuja der Pas->,sionsblnmenfrucht, Mongo, Cußardäpfel, Rosen- ,äpfel, Bohnen, Melonen in Plantagen, Mais,Kaffe (von den 1873 producirten 8,491,653 Ctr.allein 4,210,214 Ctr., also fast 50"/J, Zucker-rohr, Baumwolle, Tabak, Thee, Reis, in höhergelegenen Gegenden Weizen u. Gerste. Die Vieh-zucht wird von eigenen Viehzüchtern (Oriaäorssäel Aaäo) auf den großen flachen Öden (d'aesnänsäs oriar) weniger der Milch (Butter), als desFleisches, der Hörner, der Häute, der Wolle unddes Talges wegen betrieben; die Wolle ist grob.Auf den Landgütern werden fast nur Schweine n.Hühner gehalten, Pferde werden nur zum Reitengebraucht u. mit Mais u. Palmblättern gefüttert;