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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brasilien (Gcvgr. u. Statistik).

rothe Sandstein weite Verbreitung, erscheint auchQuadersandstein. Er bildet die Bcrgzüge vom CapRogue bis zum Madeira, die Wüste von B. unddie sandigen Campos dos Parecis u. wird vomUrgcbirgssystem am oberen Aragnay in eine östl.u. wcstl. Platte geschieden. Der Tapanhoakangalagert 23 m mächtig auf Hängen n. Bergrückenbei Congonhas do Campo, bei Villarica rc. Vul-kanische Gebilde sind auf der OSeite der Andenselten (Rio grande do Sul). Tertiärgebilde füllen dieungeheuren Strecken zwischen den Anden u. denGebirgen OB-s von der Magelhaensstraße den LaPlata u. Amazonas entlang bis zu den Llanos vonVenezuela n. enthalten Braunkohlen, Schotter,Sand n. Pampaslehm. Letzterer gehört schonzum Diluvium, welches alle Gebirge als Cangabedeckt u. zu dem vielleicht der Tapanhoakangagehört. Alluvium, als (lavouUro diamantführen-dcs Gebild, überdeckt die Serra do Frio n. doGrao Mayor u. die Sertao des S. Francisco.B. gehört zu den an Strömen reichsten Ländernder Erde. Der unermeßliche Wasserreichthnm u.die durch das ganze Land ziehenden Verzweig-ungen der Stromsysteme sind, wie einerseits einGrund der üppigsten Vegetation, anderseits derbeste Weg zur erweiterten Erforschung des Landesn. Nutzbarmachung seiner Producte. Den Ni er-füllt der bei Tabatinga eintretende, schon schiffbareAmazonenstrom mit seinen Nebenflüssen, ans demlinken Ufer Rio Negro, durch den die Verbindungmit dem Orinoco hergestellt wird; auf dem rech-ten Madeira, Tapajos, Lingu (s. d.). Diese, so-wie der mit ihm an dcrMündnng znsammentrefscndeTocantins erschließenden Weg in die inneren Pro-vinzen Matto Grosso, Goyaz. Von S. bieten diedein La-Plata-System zueilenden Parana n. Uru-guay die Gelegenheit zum Eindringen in das In-nere. Daneben strömen zahlreiche Flüsse directdem Atlant. Ocean zu, der S. Francisco in Bahia,der Doce aus Minas Geraes, der Parahyba bei Riode Janeiro, der Uacuy in. Rio Grande do Sul n. a.

Das Klima B-s ist im Allgemeinen sehr mildu. gesund. Im di. gibt es gleichmäßig zweiJahreszeiten, eine trockene u. eine nasse, welcheungefähr am 1. Juli u. 1. Jan. beginnen. Inden Waldgegenden des O. herrscht oft groß«Dürre. Rio empsängt 9001300 mm Regen.In der trockenen Jahreszeit sind die Morgen u.Abende kühl; während des Regens herrscht Wind-stille. Im Paranagebicte regnet es manchmal inJahren nicht, im heißen Paraguaygebiete fallentropische Liegen. Die Tafelländer (6ampos) habenkurzen, leichten Winter. Weltberühmt ist B. Lurchseine edlen Mineralschätze; namentlich Dia-manten (zuerst 1728 gefunden), Topase, Berylle,Amethyste, Achate. Der Ersteren Hanptfundorte,deren ungesundes Klima vielen dabei beschäftigtenArbeitern das Leben kostet, sind in den ProvinzenS2o Paulo, Goyaz, Minas Gerads mit einem be-sonders reichen Bezirke Diamantina, Matto Grosso,welche klein, aber von reinstem Wasser sind, undBahia bei Cincora, die für die geringsten gelten.Die jährliche Ausbeute wurde ans ungefähr 12,000Oitavas Unze55^ Grän) geschätzt. Beträcht-lich, wenn auch gegen das vorige Jahrhundertsehrgefallen, ist auch die Ausbeute an Gold, besonders

in den Provinzen Säo Paulo, Goyaz u. MattoGrosso, ohne sich jedoch zu vermehren, da die Ver-bindung der Küste mit den Golddistricten sehrschwierig ist. Der jährliche Gewinn wird jetzt ans

90.000 Karat geschätzt, u. 20 pCt. desselben fallenan den Staat, das übrige geht meist über Meer.Nächsldcm werden Platina, Eisenerze, Kochsalz,Stein- u. Braunkohlen u. s. w. gewonnen. Einereiche. Thicrwclt durchstreift die weiten Flächen desmenschenarmen Landes; zahlreiche Vertreter desKatzcngeschlcchtes, Affen in zahlreichen Arten, Sta-chelschweine, blntsaugcnde Fledermäuse u. a.; anVögeln die zahllose Masse von Papageien n. Ko-libris, die Heerden der Enin n. s. w. Amphibiensind vertreten durch Schlangen der verschiedenstenArten, Boa, Klapperschlange, Alligatoren n. Schild-kröten; ein erst neuerdings mehr erforschter Reich-thum an Fischen erfüllt die Ströme. Besondersgroß ist auch der Rcichthum an Jnsectcn, nützlichensowol, wie Bienen, Seidenraupen, als auch ver-derblichen u. lästigen, Ameisen, Moskitos u. pracht-vollen Arten von Schmetterlingen. Nicht wenigerüppig entwickelt ist die Flora B-s: Cedern,Palmen, u. a. (Näheres über die Thier- n. diePflanzenwelt s. Amerika (Bd, I., S. 547 u. 550).Besonders charakteristisch fürB. sind die sog. Wald-producte. Hiermit bezeichnet man in Para dieim Urwalde gesammelten Nutzwaarcn. Indianersammeln am sandigen Strande des fischreichen Ama-zonas an 48 MM. Schildkröteucier n. verlausen

25.000 Ctr. Schildkrötenöl. Andere sammeln vonden großen Sapucayasbänmcn die Brasilnuß, nochAndere zapfen aus der Liplronirr ela8tioa, einerEuphorbiacce, den Milchsast des mit einer Muschelangeschnittenen Baumes, dicken ihn ein, gießen ihnüber Holzformen (Loriuxu) und bringen ihn alsKautschuk (400,000 Arroben) nach Para. NochAndere sammeln Sarsaparille (9000 Arroben), dieReben einer 67 in langen Schlingpflanze, Tonka-bohncu (6ninari), Ouuranä (Samen einer Nuß, diegemahlen eine belebende Limonade liefern), Pal-menfascrn als kiaslmva, zu Tauwerk, ?uxiri od.brasil. Muskatnuß rc. UoAaios8 (Händler) fahrendaher auf den Flüssen auf u. ab, um solcheWaarcn von den 6arimpviros (Sammlern) ein-zutaujcheu. Letztere sind abgehärtete Menschen,die den Urwald durchstreifen, sich verkommeneIndianer (Lloraniciyaras) als Wegweiser miethen,mit ihren Familien in Trupps (AuIUw) denWald durchziehen, an jedem beliebigen Orterasten, eine Hütte aus Palmblättern bauen, die.Hängematte aufspannen u. dann wohnlich einge-richtet sind. Mit Ende der Sammclzeit (Luken)schlag«« sie irgendwo ihre Hütten für länger ans,bis das Wandern wieder beginnt.

Von den Einwohnern, wie dieselben obennach Provinzen ausgcsllhrt sind, werden 10,380,im >als Freie, 1,400,000 als Sklaven u. 500,000 alsIndianer angenommen; seitdem die Einfuhr der Ne-ger durch Unterdrückung der Sklaverei verhindert ist,beginnt man chiues. Kulis als Arbeiter zu verwen-den. Creolen sind die von enrop. Eltern legitimin Amerika geborenen Kinder; civilisirte Indianer6aboe1o8 od. 'I'upuvo8, Mischiinge von Weißen u.Indianern Numvkuoos, die von Weißen n. NegernMulatten, die von Indianern u. Negern Onknsos,