794
Brasilien (Geogr. u. Statistik).
Columbia, im N. an Venezuela, Britisch-, Hol-ländisch- und Französisch-Gniana, im O. und S.an den Atlantischen Ocean, im SW. an Uruguay,die Argcminische Confödcration u. Paraguay, imW. an Bolivia, Peru u. Ecuador. Fläck)euranmu. Bevölkerung vertheilcu sich auf die zwanzigProvinzen des Kaiserreiches folgendermaßen:
Provinzen.
üjlcm.
UM.
Bevölkerung
1673.
Alto-Amazonas
1,951,407
35,439
100,000
Gräo Para
1,068,237
19,400
350,000
Maranhäo
366,862
6,662
500,000
Pianhy
211,800
3,846
250,000
Cearä
130,174
2,364
550,000
Rio grande doNorteParahyba
52,134
947
240,000
52,695
957
300,000
Pernambuco
119,800
2,175
1,220,000
Alagoas
30,152
547
300,000
Sergipe
31,177
566
320,000
Bahia
530,416
9,632
1,450,000
Espirito Santo
Rio de Janeiro
44,105
801
100,000
47,888
870
1,850,000
Säo Paulo
234,491
4,258
900,000
Parana
281,151
5,106
120,000
Santa Catarina
49,012
890
200,000
Rio grande do Snl
285,446
5,184
580,000
Minas Geraes
615,053
11,170
1,600,000
Goyaz
682,108
12,388
250,000
Matto Grosso
Dazu Indianer
1,731,740
31,450
100,000
500,000
Summe
8,515,848
155,048
11,780,000
Dazu kommen noch zwei Inseln im AtlantischenOcean: 1) Fernando do Noronha, zur Prov. RioGrande gerechnet; 74 Hstliiu, mit einer Strafkolo-nie von 1530 Seelen. 2) Trinidade, unter 20"s. Br.; 35 Usicin; unbewohnt. Die Bildung einerneuen Provinz San Francisco ans Theilen vonBahia u. Minas Geraes ist projectirt, die Gren-zen aber noch nicht genau bestimmt.
B., bis zum Anfang dieses Jahrh. total abge-schlossen n. auch jetzt noch bis über die Hälfte uner-forscht, zerfällt seiner Bodenbeschaffenheit nachin ein Gcbirgs- u. Hügelland im Innern u. SO.,in die großen ebenen Flächen am Amazonas u.Madeira im NW. n. die Niederungen am Paranaim SW. Die Küstenlänge beträgt an 4000 icm;in 42, aber nicht durchweg guten Häfen eröffnetsich der Zugang vom Meere, wovon die bedeu-tendsten die von Alcgre, Rio de Janeiro, Bahia,Recife in Pernambuco sind. Von den 20 Provinzenberühren nur 4 das Meer nicht: Alto-Amazonas,Matto Grosso, Goyaz und Minas Geraes; die 16übrigen liegen an der Küste des Atlant. Oceans.Das Hochland B-s wird durch die Wasseraderndes Madeira n. des Paraguay vom Gcbirgssystemder Kordilleren geschieden. An seinem ORandeerhebt sich das Kllstengebirg Serra do Mar, dasvon der Provinz S. Katarina an nach N. nichtweit vom Gestade diesem parallel geht, die Prov.Rio füllt n. bis zum Parahyba reicht. Ihm pa-rallel, vielfach verbunden, in einer Entfernung von300—360 Icm dehnt sich das Rückgratgebirg (Serrado Espinha^o) aus. Es durchstreicht von N. nachS. Minas Gerads, reicht als Serra do Manti-gucira mit dem Jtatiaiossu, dem höchsten Berge
B-s (2700 odi 3140 m), nach San Paulo hinein^während im N. bis nach Bahia sich erstreckendeBergketten, Serra de Chapada u. als östlichsterZweig Serra de Sincorä sich anschließen. West-lich von diesem erfüllen zahlreiche Gebirgszüge dieProvinzen Goyaz n. Matto Grosso, so die SerraGeral in Maranhäo nach S. unter zahlreichenNamen in vielfachen Krümmungen streichend undunter 20'/-!" s. Br. an die Serra dos Verteiltesanschließend, die Wasserscheide zwischen S. Fran-cisco n. Parana. Sie endigen im sandigen Hügel-lande der Campos dos Parecis, welches ans pa-rallelen Rücken losen Sandes besteht. Ans diesesGebirgsdreicck folgt im NO. in den Provinzen.Bahia, Pcrnambnco u. weiter nördl. ein Hügel-land von sehr verschiedenem Charakter, theilsfruchtbare Höhenzügc, theils vegetationslose Wüste,allmählich in die große Ebene des Amazonen-stromes u. seiner Nebenflüsse abfallend, welche dennördl. Theil B-s bilden. Im SW. schließt sichdas Hügelland des unteren Parana, im S. dieEbene des Parana, die in die benachbarten Staa-ten weiter sich erstreckt, an. Die Thäler zwischenden Bergen erzeugen nur Sträuchcr u. niedrige-Bäume, die Tiefebenen deckt Urwald, u. die Höhen-rücken bestehen zum Theil in Grasflächen, wogegendichter Wald die Flüsse nmsäumt. In den flachenGegenden erscheint das Fcttgras n. verzehrt dieübrige Vegetation. Der Bauer düngt u. pflügtdaher nicht, sondern brennt Wald nieder, macht 2Ernten n. läßt wieder Bäume wachsen, um sie nach.7 Jahren abznbrennen u. neue Ernten zu haben..Diese Gestrüppvcgetation heißt Lnxoöiras. Ist derBoden erschöpft, so erscheint Farnkraut n. danndas Alles crtödtcnde klebrige Gras 6npim Anr-cknra ('IristvAis güubinosa) oder Fettkraut, undnun ist Anbau unmöglich. Man muß neuen Waldroden. Waldgegenden heißen Llntos, offene undunbewaldete Striche Onmpos, mit Schluchten n.feuchten Niederungen Lrojvs. Unkräftigen Pflan-zcnwnchs findet man in den Ontingns, dichtes -Gestrüpp erzeugt Zwergwälder (6aricmeos oderLnrrasgneinos), u. Urwaldinscln der Tiefebenen,heißen 6apoö8. (Vgl. Amerika, S. 540.)
Die geologische Beschaffenheit B-s mußmit derjenigen der anstoßenden Tbeilc SAmcnkasbetrachtet werden. Granit, Gneis, Glimmer- u.Hornblendcschicser streichen 380 lcm breit von derLa-Plata-Mündung bis über Bahia hinaus, da-gegen herrscht in Goyaz und Para Gneis vor.Streckenweise erscheinen jene Gebilde auf der OSeiteder Anden, auf der WSeite vom Cap Horn bisPanama. Thonschiefer, vermengtmit Talkschiefer n.Jtabirit als feinkörniger Eisenglimmcrschicfer er-scheint in Masse in der Serra dos Vertontes u.bei Caynba u. füllt in 6—10 m mächtigen gold-führenden Schichten die Serra do Espinha^o derProv. Minas Geraes. Ausgedehnte Gebirge dieserSerra n. der dos Verteiltes von S. Joao delRey bis Villa da Rainha bildet der diamanten-führende Jtakolnmit, ein körnigschieferiges Gesteinans Quarz u. Talk od. Chlorit. Grauwacke istoft gemengt oder unterlagert von Thonschiefer,enthält Übergangskalk und rothen Sandstein imganzen Franciscothal n. bildet Höhlen mit Säuge-thicr-Überresten. Im W. u. N. B-s hat der