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Brantome — Brasilien
schm Dichtung, 5. Ausl. II., 619 ff). B-s lite-rarische Thätigkeit schloß im Wesentlichen mit sei-ner Übersiedelung nach Straßburg. 1501 erhielter auf die Empfehlung Geilers von Kaiscrsbergdas Syndicat u. die Advocatnr von Straßburg,1503 das Amt eines Stadtschreibers. Um dasstädtische Archiv erwarb er sich große Verdienste.Maximilian ernannte ihn zum Kaiserl. Rath u.beschied ihn als solchen wiederholt an sein Hof-lager. Der Rath betraute ihn mehrmals mitSendungen in wichtigen städtischen Angelegenhei-' . B. st. 10. Mai 1521 in Straßburg. SeineSchriften sind am vollständigsten verzeichnet inA. W. Strobels Beiträgen zur deutschen Literatur,Par. u. Straßb. 1827, S. 17 ff.; Ausgabe desNarrenschiffes von Demselben mit Biographie,Ouedlinb. u. Lpz. 1839; Fr. Zarncke, Sebastian* ° Narrenschiff, Lpz. 1854; Einleitung, dasNarrenschiff, Text nebst den Varianten u. denAnhängen (lateinische u. deutsche Gedichte B-s,Proben von seinem prosaischen Stil, Proben ausden verschiedenen Übersetzungen des Narrenschiffes,aus I. Geiler von Kaisersbergs Predigten über dasNarrenschiff); Cormnentar, AusgabedesNarrenschif-fes, von K. Gödecke, in den deutschen Dichtern des17. Jahrh., mit Einleitungen u. Worterklärungen,herausg. von K. Gödecke u. I. Tittmann, Bd. 7,Lpz. 1872; neuhochdeutsche Übersetzung, mit B-sBildniß u. den Nachbildungen der Holzschnitte n.Randleisten, von K. Simrock, Berl. 1872. Vgl.Zarncke, Vorgeschichte des Narrenschiffs, Lpz.1868—71, 2 Hefte.
Brantome (Branthome), Stadt im Arr. Peri-gueux des französischen Depart. Dordogne, an derDröme; Station der Orleans - Eisenb.; prächtigeStiftskirche; guter Rothweiu; Wollenzengweberei;Handel mit vorzüglichen Trüffeln; 2591 Ew.;dabei Steiubrüche.
Brantome, PierredeBonrdeilles, Seig-neur de, nach einer ihm von König Heinrich II.ertheiltcn gleichnamigen Abtei, franz. Schriftsteller,geb. um 1540 in Perigord;war Kammerherr derKönige Karl IX. u. Heinrich III., begleitete Franzvon Lothringen nach Italien, Schottland n. Eng-land, zog 1562 mit gegen die Hugenotten, wohnte1564 dem Angriffe auf Belis in der Berbereibei, vertheidigte 1566 Malta gegen die Türken,1567 u. 1568 Peronue gegen die Hugenotten,nahm an der Belagerung von Röchelte theil,kehrte um 1574 an den Hof zurück u. zog sichnach dem Tode Heinrichs III. auf sein Gut zurück,wo er 15. Juli 1614 starb. Die besten Ausgabenseiner 1666 zu Leyden zuerst veröffentlichtenOsuvros sind erschienen: Haag 1740,15 Bde., Par.1787, 8 Bde., 1823 (von Monmerque, 8 Bde., diebeste), 1858—59 (von Lacour), 1865—71 (vonLalanne). Sie enthalten: Llsvaoirss äs kisrrs äsLouräeillss, deutsch von Alvensleben, Grimme;Vio8 äss üowwss illustrss sb Zranäs oapitainssobranKsrs, 1851; Viss äss üoinmss illust. stKranäs oapit. Irany.; Viss äss vainss illustrss,Viss äss Oainss Zalantös, üoäoinontaäss ssxaK-nolss u. s. w., worin auch einige Abhandlungenseines älteren Bruders Andre de Bonrdeilles,eines Diplomaten unter Heinrich II. u. Karl IX.,enthalten sind. B. ist ein naiver, geistreicher,
(Geogr. u. Statistik).
aumuthig u. lebhaft plaudernder Schriftsteller, einscharfsinniger Beobachter, aber ohne Tiefe in derBcurtheilung der Ereignisse und Charaktere undohne sittlichen Gehalt. Seine Werke sind eineHauptquelle für die Geschichte des 16. Jahrh., daer an fast allen damaligen Kriegen thcilnahm undfast alle bedeutenden Persönlichkeiten kannte. Volchert.»
Braouezec, I. E., franz. Reisender, geb.28. Oct. 1828 zu Morlaix in der Bretagne;diente erst in der franz. Marine, erforschte alsSchiffscommandant die Gegenden am Gabun u.Senegal in Afrika, war seit 1863 franz. Consulin Sierra Leone, wo er sich aber durch seineForschungen eine klimatische Krankheit zuzog, anwelcher er 3. April 1870 in Frankreich starb.Seine Schriften sind im Bulletin der PariserGeogr. .Gesellsch. u. in der Rsvns rnaritinis stoolonials enthalten.
Braschi, Giovanni Angela, eigentlicherName des Papstes Pius VI.
Brasilias, einer der tüchtigsten Spartaner,welche die Geschichte kennt, Sohn des Tcllis; ge-hört mit seinen Thaten dem ersten Drittel desPeloponnesischen Krieges an. Seine rasche Ent-schlossenheit rettete i. I. 431 das mcsscnischc Me-thane vor einem Angriffe der Athener. Seitdemdurch manche neue Probe seiner Kühnheit undTapferkeit berühmt geworden, entwarf er denPlan, zur Zeit als Sparta durch die Niederlagevon Pylos u. Sphaktcria tief gedemüthigt war,Athens Macht zu erschüttern, indem man seineSymmachie zertrümmere. Mit nur 1700 Hopli-ten zog er i. I. 424 iu Eilmärschen nach Make-donien, wo er binnen kurzer Zeit eine Menge hel-lenische Seestädte, vor Allem das hochwichtigeAmphipolis, durch seine Gewandheit u. Energiezum Abfall von Athen brachte. Es war einschwerer Verlust für Sparta, daß er schon imI. 422 in einem Treffen bei Amphipolis fiel.S. Peloponnesischer Krieg. Amphipolis ehrte ihnals Heroen, u. ihm wurden dort u. iu Spartadie Lrasiäsia gefeiert.. Hertzberg.;
Brasilia!!, so v. w. Edler Topas.
Brasilianer-Hühner, ans Brasilien nachDeutschland importirte Hühner. Ihr Kops istlang u. flach, mit kleinem, niedrigem u. flachemKamme, die Gurgel unbefiedert; sie haben einengelben Schnabel, gelbe, kahle u. hohe Füße; derSchwanz ist ziemlich kurz, Flügel sehr kräftig,Gesicht kahl n. faltig; ihr Ausdruck ist wild undkampflustig; sie legen fleißig, aber nicht sehr große,gelbliche Eier n. brüten sehr gut. Sie ziehensich, namentlich wenn sie nicht im Freien sich be-wegen können, gern gegenseitig die Federn aus;man thnt deshalb gut, sie auf einem freien Gras-platze sich bewegen zu lassen, oder ihnen reichlichSalat u. anderes Grllnfutter zu geben.
Brasilianische Literatur, s. u. Portugiesi-sche Literatur.
. Brasilianischer Thee, s. Ltaolrz'taiptta.
Brasilien, Kaiserreich in SAmerika (Hierzueine Karte). Geographie u. Statistik. ' DasLand (^ von Europa) reicht, obschon die Grenzennoch nicht überall sestgestcllt sind, von 4° 17' n. Br.bis 33° südl. Br. n. von 16° 50' bis 54° 19'wcstl. Länge (von Ferro) n. grenzt im NW. an