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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Branntweinblase Branntiveinbreiinen.

Branntwcinblase (Brennblase), der ausKupfcrod. Eisenblech bestehende Kessel, in welchen die ge-gohrene Maische behufs ihrer Destillation gebrachtwird. Der Boden derselben ist entweder eben, od.nach oben gewölbt; die obere, 0,^0,z in weiteÖffnung ist mit einem starken Rande versehen, aufwelchen der gewöhnlich Halbkugelige Helm aufgc-schranbt wird. Nahe über dein Boden befindetsich ein Rohr zum Ablassen der Destillationsrück-stände. Durch den oberen Theil geht ein Rohr,durch welches die B. mit Maische gefüllt wird,u. wenigstens bei den älteren Apparaten mit di-recter Feuerung ein Rührer, bestehend ans einerverticalen Welle mit einer am unteren Ende an-gebrachten Kette, welche beim Umdrehen der Welleüber den Boden der B. hinschlcift u. dadurch einAnbrennen der Maische verhütet. Da die Rllben-maische nicht unbedeutende Mengen Essigsäure ent-hält, welche die metallenen Gefäße angreift, so hatman in neuerer Zeit versuchsweise B-n aus Stein-platten zusammengesetzt. Hetzer.

Branntweinbrenncn umfaßt alle diejenigenOperationen, welche dieHerstellung von Branntwein,zum Zwecke haben. Es bildet einen Hauptzweig derlandwirthschaftl. Gewerbe, denn Lurch dasselbe wirdein Bestandtheil (die Stärke) der Erzeugnisse derLandwirthschaft in einen werlhvollen, haltbaren u.leicht transportablen Körper (Weingeist) verwan-delt, während die stickstoffhaltigen Nährstoffe unver-ändert in der Schlempe wiedergewonnen und zurViehsütternng verwendet werden können. Werdenalso durch den höheren Preis des einen Products(Spiritus od. Branntwein) die Productionskostenganz oder zum größeren Theil gedeckt, so wer-den die Futterstoffe der Brennercirückstände kosten-frei oder doch sehr billig erhalten, wodurch eineVergrößerung des Viehstandes u. erhöhte Düngcr-production ermöglicht wird. Das B. wurde frühernur im Kleinen betrieben; seitdem aber der alko-holreichere Spiritus (mit 60 80 pCt. Alkohol)in den Gewerben eine mannigfache Verwendungfindet, ist das B. mehr n. mehr durch die Massen-fabrikation verdrängt worden, bei welcher unterAnwendung der neueren, zweckmäßiger construir-ten Brennapparate sofort die an Alkohol reicherenFlüssigkeiten (Spiritus, Sprit, Weingeist) gewon-nen werden. In Deutschland benutzt man alsRohmaterialien znm B. hauptsächlich Getreide u.Kartoffeln. Das B. zerfällt in 3 verschiedeneOperationen: 1) die Herstellung einer zuckerhalti-gen Flüssigkeit (Maische), 2) die Währung dersel-ben, wodurch der Zucker in Weingeist übergeht,3) die Abscheidung des Weingeistes durch Destil-lation, das eigentliche Brennen. Zur Herstellungvon Maische ans Getreide benutzt man in derRegel zwei Getreidearten (Roggen, Weizen,Gerste), die erfahrnngsmäßig eine größere Aus-beute geben, als eine. Die Überführung des inden Getreidekörnern enthaltenen Stärkemehls inZucker (das Verzuckern) bewirkt man durch Gersten-!malz, welches genau wie bei der Bierbrauerei (s. d.)!dargestellt wird. Auf 2 Thcile ungemalztcs Ge-treide nimmt man gewöhnlich 1 Theil gemalztes.!Beide werden zunächst ans Schrotmühlen möglichstsein geschrotet, mit einander gemischt u. dann mit!etwas Wasser von etwa 4,0" zu einem möglichst .

gleichförmigen Brei durchgearbeitet (das Vormai-schcn), dem man durch cinströmenden Wasserdampfoder durch kochendes Wasser schließlich eine Tem-peratur von 50 60" gibt. Man rechnet imGanzen ans 1 Theil Schrot '45 Theile Wasser,lim eine zu rasche Abkühlung n. Verdampfung zuvermeiden, werden die Maischbottiche bedeckt undihr Inhalt einige Stunden der Ruhe überlassen.-Durch die Wirkung der Diastase des Malzes istnach etwa 2 3 Stunden alle Stärke in Zuckerverwandelt und die Maische zur Gährung reif.Man kühlt sie nun möglichst rasch ans die zurGährung geeignete Temperatur von etwa 23" ab, -entweder durch kaltes Wasser u. Eis, oder dadurch,daß man sie in große, flache Bottiche (Kühlschiffe)bringt, u. führt sie dann in die am besten ansHolz construirten Gährungsbottiche, die einen durch-schnittlichen Inhalt von 3000 1 haben. DurchZusatz der erforderlichen Menge Hefe (das Stellender Maische) wird nun die Gährung eingeleitct,nach deren Beendigung (3 4 Tage) die wein-gare oder reife Maische sofort gebrannt wird. Inneuerer Zeit hat man versucht, die Anwendungvon Malz ganz zu umgehen u. unter Abänder-ung des Maischvcrfahrcns die Verwandlung derStärke in Zucker durch gewisse Bestandtheile desSchrotes selbst zu bewirken. Die Herstellung derMaische ans Kartoffeln bedingt ein etwas anderesVerfahren, da dieselben, schon 72 pCt. Wasser ent-halten. Die Kartoffeln werden zunächst in Trom-meln gewaschen, in großen hölzernen Kübeln mit-tels Dampfes gekocht u. sofort zwischen hölzernenoder eisernen Walzen möglichst sein zerquetscht.In neuester Zeit hat man das Kochen der Kar-toffeln in geschlossenen Kesseln mit gespanntenWasserdämpfen (l H1H Atmosphären) vorgenom-men. Sie werden dadurch so vollständig erweicht,daß ein Quetschen derselben nicht nöthig ist. Deinheißen Brei setzt man nun in den MaischbottichenGerstengrünmalz (5 Theile auf 100 Theile Kar-toffeln) u., wenn nöthig, so viel heißes Wasser zu,daß im Ganzen auf 1 Theil Trockensubstanz 4Theile. Wasser vorhanden sind, n. überläßt dasGemisch bei einer Temperatur von 4050° einigeStunden sich selbst. Ist die Verzuckerung beendetso wird die Maische möglichst rasch gekühlt u. durchZusatz von Hefe in Gährung versetzt. Bei nor-malem Verlause derselben ist die Maische in 2Hbis 3 Tagen zur Destillation reis, Das Leplay-sche Verfahren, nach welchem die Überführung derStärke in Zucker durch Kochen der roh geriebenen .Kartoffeln mit verdünnter Schwefelsäure ersolgt,hat sich in der Praxis als wenig vortheilhaft be-währt. Die weingare Maische besteht aus nicht-flüchtigen Körpern (Hülsen, Fasern, Hefe rc.) n.aus flüchtigen (Wasser, Alkohol, Fuselöle), diedurch Destillation von den elfteren getrennt wer-den. Der Destillirapparat besteht in seiner ein-fachsten Form aus der Destillirblase (s. d.) mitdem Helme und ans der Kühlvorrichtung, einemschraubenförmig gewundenen Rohre aus Zinn od.Kupfer, welches sich in einem niit kaltem Wassergefüllten Fasse befindet und aus dessen unteremEnde dasDestillationsproduct (Lutter,Läuter,Lauer)abläuft. Der Lutter enthält nur 15 20 pCt.Alkohol u. muß zur Erhöhung seines Alkoholge-