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Branntwein.
ung bedingt. Die besten Sorten, Cognac, kom-men ans dem Charente-Departement. Korn-B.wird aus Roggen n. Weizen gewonnen, Kar-toffel-B. aus Kartoffeln, Rüben-B. aus Zucker-rüben oder den Abfällen der Rübenzuckerfabrika-tion. In Ostindien u. auf den Antillen stellt manans Len Abfällen der Zuckerfabrikation aus Zucker-rohr durch Gährenlassen und Abdestilliren einenweingeistreichen B., den Rum, dar; geringereSorten desselben werden auf ähnliche Weise inDeutschland ans den Abgängen der Rübcnzucker-fabriken gewonnen. Zur Bereitung des Arraks,der namntlich von Goa (Vorder-Jndien) n. Javaans in den Handel kommt, dient der zuckcrreichcSaft ans den Blüthcnkolben der Dattelpalme n.Cocospalme, dem man Zucker, Reis rc. znsetzt.Kirfchwasser istB., der namentlich im Schwarz-walde aus Kirschen gewonnen wird. Einen wich-tigen Fabrikatiouszweig bildet die Veredelung desB-s, welche den Zweck hat, dem suselfreien B.oder Spiritus durch Zusatz von süß schmeckendenSubstanzen (Zucker, Glycerin, Fruchtsäfte) n. aro-matischen Ölen einen angenehmen Geschmack zu ge-ben. B-e, die nur aromatische Körper enthalten,nennt mau Liqnenre (s. d.); die Crbmcs (s. d.)enthalten außerdem noch Zucker; Ratasia (s. d.)nennt man B., der mit Zucker u. Fruchtsäftenversetzt ist. Hierher kann man auch die mannig-fachen Nachahmungen von F-ranz-B., Cognac,Rum rc. rechnen, die man dadurch erhält, daßman in fnfelfreiem Spiritus gewisse Körper auf-löst. So erhält man ein dem Franz-B. u. Cognacähnliches Getränk, wenn man Spiritus mit etwasEjsigäiher u. Eichenrindentinctnr versetzt und mitgebranntem Zucker färbt. Künstlicher Rum wirdans Kartosfelspiritus sabricirt, indem man ihn miteiwas Ameiscnäthcr, Zimmt- u. Rußtinctnr versetztu. mit gebranntem Zucker.färbt. Die Prüfung vonB. aller Art auf die in ihm aufgelösten riechen-den n. schmeckenden Substanzen geschieht am zweck-mäßigsten nach dem Verfahren von Otto (Lehr-buch der rationellen Praxis der landwirthschaftlichenGewerbe). Man setzt zu der zu prüfenden Flüssig-keit (je nach dem Weingeistgehalte 5—10 allem)ein gleiches Volumen Äther, schüttelt um n. fügtein diesem Gemisch gleiches Volumen Wasser hinzu.Den sich dadurch abscheidendcn Äther bringt manmittels einer Pipette in ein Porzellanschälchen u.läßt ihn hier verdunsten. Der Rückstand enthältoann das Fuselöl u. die anderen schmeckenden u.riechenden Stoffe. Ans diese Art lassen sich auchoie Verfälschungen des B-s durch Pfeffer u. ähn-liche Körper, die ihm einen brennenden Geschmackgeben sollen, erkennen. Von Verunreinigun-gen des B-s ist namentlich das Kupfer zu er-wähnen. Ein etwaiger Gehalt daran, ans schlechtgereinigten Gefäßen stammend, wird dadurch nach-gewicsen, daß man den B. mit einigen TropfenSchwefelsäure versetzt u. eine blanke Messerklingehineinstcllt; dieselbe überzieht sich sofort mit einerrothcn Schicht von Kupfer. Schüttelt man kupfer-haltigen B. mit etwas reinem Baumöl, so nimmtdasselbe eine grünliche Färbung an. Übrigens wirdden unabsichtlichen u. absichtlichen, der Gesundheitschädlichen Verunreinigungen des B-s durch strengepolizeiliche Maßregeln (B.-Polizei) gesteuert.
L. Gebrauch n. Wirkungen des B-s u.der alkoholischen Getränke im Allgemei-nen. Genießen wir einen Schluck B., so entstehtein Brennen im Munde, Schlunde und in derSpeiseröhre, während wir im Magen die Ent-wickelung eines Wärmcgefühls beobachten. Esberuhen diese Empfindungen auf der örtlichenReizung, welche die Berührung des B-s mit derSchleimhaut zur Folge hat. Wird nur ausnahms-weise, dann n. wann einmal von dieser Wirkungdes B-s Gebrauch gemacht, so können wir damitden Magen zur reichlicheren Absonderung desMagensaftes anregcn, u. indem der B. Fette auf-löst und sie in Emulsionen verwandelt, ist seineWirkung für den Körper eine heilsame) Diesegünstige Wirkung des B-s, resp. der Liqnenre fin-den wir bestätigt, wenn wir nach reichlicher undfetter Mahlzeit ein Gläschen Maraschino zu unsnehmen es hilft der letztere auf die angegebeneWeise verdauen u. mäßigt die unangenehmen Em-pfindungen des Vcrdannngsactes. Auf das Ner-vensystem wirken kleine Dosen B. erregend,große Dosen betäubend, ohne daß wir bis jetztim Stande sind, anzngcben, worauf diese Wirk-ungen beruhen. Werden viele kleinere Dosen inkurzer Zeit hinter einander genossen, so entstehtder Rausch, jener allbekannte Zustand der Auf-regung, in welchem der Eine in ausgelassensterHeiterkeit seinen Unfug macht, der Andere zornig,wüthend, zanksüchtig wird u. Excesse begeht, diemit der Veranlassung in keinem vernünftigen Ver-hältnisse stehen. Immer sieht man bei im RauscheBefindlichen, daß sie mehr od. weniger ihre Machtüber ihre Bewegungsorgane verloren haben, sietaumeln, gehen unsicher. Ist der Rausch vorüber,so kehrt das volle Bewußtsein ü. die Bewcgnngs-fähigkeit zurück, doch stets unter den bekanntenunangenehmen Erscheinungen des Katzenjammers,einer Verbindung von Verdauungsstörungen (Übel-keit, Erbrechen, Appetitlosigkeit rc.) u. anomalenEmpfindungen im Nervensystem (Wüstheit imKopfe,Schlaffheit des Nervensystems, Kopfschmerz). Vonder erregenden Wirkung kleiner Dosen B. wird impraktischen Leben häufig Gebrauch gemacht bei mo-mentaner Erschlaffung des Körpers, z. B. bei Sol-daten auf Märschen, bei ohnmächtigen Zustän-den rc. In neuerer Zeit hat man durch die Un-tersuchungen Riegels, Binz' u. Anderer den Ein-fluß des B-s auf Puls u. Temperaturverhältnissekennen gelernt, namentlich ergaben die Unter-suchungen Riegels, daß bei jugendlichen u. nichtan Alkoholgenuß gewöhnten gesunden Individuenn. Reconvalesceuten nach geringen Mengen alko-holischer Getränke selten beträchtliche Temperatur-veränderungen u. nur in einzelnen Fällen, beson-ders bei ganz jugendlichen Individuen, ein bemer-kenswerther Abfall von einigen Dccigraden, nochseltener eine Steigerung eintrat. Je mehr aberRiegel die Dosis steigerte, um so mehr trat einetempcraturerniedrigende Wirkung, u. zwar schon insehr kurzer Zeit auf — bei an Alkohol Gewöhntenward diese Wirkung fast stets vermißt. Diese Wirk-ung der alkoholischen Flüssigkeiten beruht darauf,daß der in das Blut aufgenommene Alkohol dieVerbrennung vermindert, was daraus sich ergibt,daß der Harnstoff, die Harnsäure u. andere feste