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Brandenburg (Stadt).
Alt-, Mittel- und Uckermark nebst der Priegnitzwandte sich 1539 öffentlich der lutherischen Lehrezu, was sein Bruder Johann in Küstrin schon1637 gethan, u. seinem Beispiel folgte bald dasganze Land. Ungeachtet dieses entscheidendenSchrittes behielt er in den brandenburg. Kirchenalle Eeremonien des katholischen Cultns bei underklärte im Schmalkaldischen Kriege, von dem erseinen Bruder abzulassen bewog, seine Neutra-lität. Während der Reformation waren eineMenge Klöster verlassen n. cingezogen worden,die Guter derselben wurden theils dem Schnlfondszugewiesen, theils in kurfürstliche Domänen, dieKlöster selbst in Schulen, Predigerwohnungen, Ar-men- u. Krankenhäuser verwandelt. In den Hoch-stiftern Havelberg, Lebus u. B. bekannte sich Alleszur evangelischen Lehre, u. die Einziehung dieserStifter wurde beschlossen. Im Erzstifte Magde-burg hatte der Erzbischof Siegmund, Joachims II.Sohn, ebenfalls die Reformation vollendet, n. eswar Aussicht vorhanden, dcnTheil desselben, welchenKurfürst Moritz von Sachsen nicht besetzthielt, einstanB. zu bringen. Gleiches war von Preußen zu hoffen,wo Joachim II. 19. Juli 1569 die Mitbelehnnng B-s,der fränkischen wie der Kurlinie, mit Preußen zuStande brachte. Kurz darauf st. er (3. Jan. 1571)und hinterließ dem Lande eine Schuldenlast von2,600,000 Thlr. Ihm folgte fein ältester SohnJohann Georg, wegen seiner Sparsamkeit imHaushalt der Ökonom genannt. Im Frühjahre1572 berief er die Stände seines Landes nachKöln an der Spree, und es gelang seinen Mini-stern, die Stände des alten Landes und,der Ncn-mark, welche aus Treue und gutem Willen, nichtans Pflicht, Steuern bewilligten, zur Übernahmevon 2,100,000 Thlr. zu bewegen; 500,000 Thlr.blieben auf dem Privatschatzc des Kurfürsten haften.Zur Abtragung der Schuld wurde eine neue Bier-steuer u. ein schwerer Kornzoll aufgelegt. Einevon ihm beabsichtigte neue Thcilnng des Landesvereitelte nach seinem Tode 1598 sein Sohn undNachfolger Joachim Friedrich, indem er sie nichtanerkannte, sondern das ganze Land behielt undseinen Bruder Christian statt der Ncnmark mitBayreuth entschädigte. Er st. 18. Juli 1608, n.ihm folgte sein Sohn Johann Siegmnnd, welcherzwar in dem Streite um die Erbfolge im Herzog-thnm Jülich bloß Kleve erhielt, aber 1618 Nach-folger im erledigten Hcrzogthnm Preußen wurde n.dieses so mit B. vereinigte. Am 23. Der. 1613 trater von der lutherischen zur rcformirtcn Confcssionüber, weil ihm erstcre noch zu sehr in katholischenDogmen befangen war, u. um sich die Niederlandezum Bunde gegen die Katholiken geneigt zu machen,erklärte aber die Freiheit aller Glaubensbekennt-nisse, n. in der That hat die Geschichte von B.keine Verfolgungen um des Glaubens willen anf-znweisen. Schon Ende 1619 st. Johann Sieg-mnnd, n. von da an geht die Geschichte B-s inderjenigen von Preußen (s. d. A.) auf.
Ebenso, wie alle andere deutsche Länder, hatteB. im Mittelalter mächtige Stände, welche die ge-summte Bevölkerung umfaßten. L>o schlossen dieMarkgrafen auf einem Landtage zu Berlin 1280mit ihren Ministerialien, Rittern, Knappen, allenVasallen u. sämmtlichen Unterthanen (also nicht
bloß den privilcgirten Ständen) einen Vertragüber eine feststehende jährliche Bede (Abgabe), wo-bei die Fürsten dem Volke das Recht förmlich ver-brieften, sich dem Markgrafen, der den Vertragverletzen würde, mit Gewalt zu widersetzen. Einewenigstens einigermaßen ähnliche Berechtigungward den Ständen noch im I. 1513 verbrieft;Sollte der Kurfürst die Bedingungen nicht erfüllen,unter denen ihm die Stände eine Auflage auf dasBier bewilligten, „so sollen sic volle Macht haben,mit dem Biergelde stille zu stehen, n. das Weiterezu geben nicht schuldig sein".
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Brandenburg, Hauptstadt des Kreises West-Havellandim prenß. Regbez. Potsdam, Station dervon Berlin nach Magdeburg führenden Bahn, vonder Havel in die Alt- n. Neustadt gcthcilt, ans einerHavclinsel nordöstl. von diesen Leiden Theilen dieBurg B. , der älteste Thcil des Ortes, mit derDomkirche (zum Theil im Rnndbogenstil, mitvielen Ornamenten ans Sandstein, mit schönemSchnitzwerk am Altar n. guten Gemälden vonunbekanntem Meister, 1170—1318 erbaut und1836 renovirt n. mit gemalten Glasfcnstern ver-sehen) n. dem Rittercolleginm; zwischen beidenStädten auf der linken Seite der Havel ein Di-strict auf Pfählen gebaut (deshalb Venedig ge-nannt); katholische Kirche; Gymnasium, höhereBürgerschule, Ritterakädemie; ferner Landarmen-anstalt, Strafanstalt; Freimaurerloge (Friedrich znrTugend); auf dem Markte eine 5,g m hohe Ro-landssäule (ans dem Jahre 1454); Buchhand-lungen, Buchdruckcreicn; Fabriken in Wolle,Tuch, Leinen, Leder; Bierbrauerei (früher der sog.Alte Klaus); Fischerei, Schifffahrt: Ende 1871: