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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brandenburg

errichten. Wahrend B. durch den Kampf zwischenLen beiden Häusern Bayern u. Luxemburg, vonwelchem letzteres nach Kaiser Ludwigs Tode 1347mit Karl IV. die Kaiserkrone errang, arg ver-wirrt wurde, trat ein Mann in der Mark ans,welcher sich fiir den Markgrafen Waldemar ans-gab (der falsche Waldemar). Er fand bei VielenMauken; die Altmark fiel ihm zu, dann die Mittcl-mark u. die übrigen Theile von B.; die anhal-tischen n. sächsischen Höfe anerkannten ihn sogar.Ja, der Kaiser war im Begriffe, dasselbe zu thnn,als sich 1349 Ludwig ihm unterwarf und sammtseinen Brüdern, Ludwig dem Römer u. Otto, mitB. belehnt wurde. Der falsche Waldemar mußtefliehen, u. seine Anhänger wurden bewogen, ihnaufzngcben. Ludwig, der schon 1349 einen Thcil-ungsvertrag mit seinen Brüdern geschloffen hatte,trat 1352 die Marken an sie ab u. zog sich nachBayern zurück. Ludwig der Römer (st. 1365) n.Otto (der Faule genannt) hatten kein Glück inder Negierung, u. unter ihnen verfiel die Markimmer mehr. Der Adel zog raubend durch dasLand, machte die Heerstraßen unsicher, drang selbstin die Städte plündernd ein u. vernichtete denWohlstand, welchen die Askanier begründet hatten.Namentlich die Familie Quitzow zeichnete sich indiesem Treiben ans, u. die öffentliche Sicherheitwurde vollständig vernichtet. Kaiser Karl benutztediese Übelstände, rückte 1373 in die Mark ein u.zwang den Knrsürsten Otto, die Regierung derMark gegen ein geringes Gnadengehalt 15. Ang.1373 an Wenzel, Karls IV. Sohn, abzutreten. Aberderübcrgang der Rcgierung vom Hause Bayern an dieluxembnrg. Dynastie führte keine Verbesserung in derVerwaltung des Landes herbei. Karls Sohn Wenzeln. nach ihm Sicgmnnd führten in dem fortwährendvon feindlichen Einfällen der Nachbarn hcimge-suchten Lande nur dem Namen nach die Regier-ung u. sahen dasselbe selten, welches Siegmnndaus Geldnoth 1388 an den Markgrafen Jodocns(Jobst) von Mähren verpfändete; ja, die Ncnmarkverkaufte er an den Deutschen Orden in Preußen.Auch Jobst verpfändete wieder mehrere Städtean die Johanniter u. führte bis zu seinem Tode1411 eine traurige Regierung. Doch erreichtedamit die Herrschaft der Lnxcmburger in B. überhauptihr Ende, indem der Kaiser Siegmund, welchemdas Land wieder zngcfallen war, den Burggrafenvon Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern, wel-cher ihn bei seiner Bewerbung um die Kaiscrwürdeunterstützt hatte, als Statthalter in der Mark ein-setzte. Es wurde dabei bedungen, daß WenzelsErben oder Sicgmunds Nachkommen, wenn sicdie Mark B. von Friedrich znrücknehmcn, diesem109,000 (nach späterer Bestimmung 150,000)Gulden für seine Auslagen, Mühe n. Arbeit, dieer auf die Mark gewendet hätte, auszahlen sollten.Friedrich erschien 1412 in Nenstadt-B., wohin erdie Stände berufen hatte. Die Städte erkanntenwillig den neuen Herrn an; aber der Adel ver-warf ihn und schloß gegen ihn einen Bund mitPommern, n. erst nach hartem Kampfe eroberteFriedrich eine Raubburg nachder anderen, so daß bisAnfang 1414 eine leidliche Ordnung u. Sicherheitim Lande wiederhcrgestellt war n. der Landfriedenverkündigt werden konnte. Friedrich begab sich

^ (Geschichte).

nun nach Konstanz zur Allgemeinen Kirchcnver-sammlnng, u. hier erlangte er vom Kaiser, unterEinwilligung der Kurfürsten, die gänzliche Ab-tretung der Mark an das Haus Hohenzollern.Kurfürst Friedrich I. zwang zweimal (1418 und1425) die in B. einsallenden Pommern n. Meck-lenburger zum Frieden n. sicherte B. die Ucker-mark. Die Hussiten schlug er 1432 bei Bernauund nöthigte sie znm Abzüge ans dem Lande.Er st. 21. Sept. 1440 zu Kadolzbnrg in Franken.Schon 1437 hatte er sein Land unter seine vierSöhne gctheilt, n. zwar erhielt der zweite, Fried-rich II., die Knrmark B., der ältere, Johann,bekam Bayreuth und der dritte, Albrccht Achill,Ansbach, u. Letztere wurden so Stifter dieser Linien;der vierte, Friedrich der Dicke, bekam die Altmarku. die Priegnitz, st. aber schon 1463, ohne Kinderzu hintcrlassen. Friedrich II. brachte 1444 durcheinen Vertrag mit dem Deutschen Orden die Neu-mark pfandweise an sich, welche 1455 gegen100,000 Gulden völlig abgetreten wurde. 1449verglich er sich auch mit Magdeburg, welches end-lich seine Ansprüche ans die Altmark aufgab.Mehrere Fehden, welche folgten, hatten kein gün-stiges Ergebniß. Hierdurch, wozu noch der Tod seinesSohnes Johann kam, tief gebeugt, entsagte er Ende1470 zu Gunsten seines Bruders, des MarkgrafenAlbrecht Achill von Ansbach-Bayreuth, der Re-gierung, zog sich nach Franken zurück n. st. dort1471. Albrecht, Achilles (wegen seiner Tapferkeit)n. Ulysses (wegen seiner Klugheit im Rath), gen.,war bei Kaiser Friedrich Ilk. so beliebt, daß erihm sogleich nicht nur die Nachfolge in Mecklen-burg, sondern auch die Belehnung mit Pommernznsicherte. Nachdem Albrecht durch einen Kriegmit dem Herzog von Sagau um die Erbschaft vonGlogan, die Abtretung von Krossen, Züllichauu. s. w. B. erlangt, st. er II. März 1487 zuFrankfurt a. M. Seine Staaten wurden nachseiner Verfügung unter seine 3 Söhne vertheilt.Der älteste, Johann, wurde Kurfürst von B., derzweite, Friedrich, erhielt Ansbach und der dritte,Siegmnnd, Bayreuth, da beide Länder nach demAnssterben ihrer Linien wieder an B. gefallenwaren. Johann, wegen seiner Körpergröße derGroße, oder, wegen seiner Beredtsamkcit Cicerogenannt, demüthigle einige ungehorsame Vasallenu. bemühte sich, den nen anflebcndcn Wissenschaftenin der Mark Eingang zu verschaffen. Eben warer mit Gründung der Universität Frankfurt a.d.O.beschäftigt, als ihn 9. Jan. 1499 der Tod abrief.Joachim I. Nestor, sein Sohn, ließ sich n. seinemBruder Albrecht huldigen. Er bändigte die Raub-ritter vollends, war aber ein heftiger Gegner derReformation, in welchem Sinne auch seine 1506gegründete Universität zu Frankfurt a. d. O. demreformatorischen Wittenberg gegenüber wirkte.Aber sogar die Kurfürstin war der neuen Lehrezngewandt, welche große Fortschritte machte, undfloh nach Sachsen. Unter Liesen Wirren starbJoachim 153 5, u. das Land zerfiel unter seinenbeiden Söhnen Joachim II. u. Johann in zweiTheile: B-, bei welchem die Knrwürde blieb, n.B.-Küstrin, welches aber schon 1571 an dieHanptlinie zurückfiel. Joachim II., Joachims I.älterer Sohn u. Nachfolger in der Kur n. in der