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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brandenburg

digen, ging König Heinrich I. 927 über die Elbe,schlug sie 928, eroberte ihre Hauptstadt B. (Nrani-bor, Brennabur), fing ihren Fürsten Tngumir,zwang sie zur Unterwerfung und ernannte denGrafen Siegfried von Merseburg zum Markgrafen.,932 eroberte er die Festung Lebus. An der Elbein der Altmark und Priegnitz setzte Heinrich I.Bernhard I., Markgrafen von Nordsachsen, ein.Noch lange dauerten die Kämpfe zwischen Deutschenu. Slaven, bis Kaiser Otto I. Letztere an derDosse gänzlich schlug. Zugleich wurde das Christen-thnm verbreitet, 946 das Bisthnm Havclberg u.948 das Bisthnm B. errichtet. Die Gründungder Ostmark durch Markgraf Gero (st. 965) er-weiterte die deutschen Grenzen. Eine neue Er-hebung der Slaven war eine Zeit lang (1003 bis1005) siegreich, n. sie unterlagen erst nach neuemlangem Kriege, nachdem die Markgrafschaft, welche1143 von der Oberherrschaft der Hcrzöge vonSachsen frei wurde u. den Namen B. erhielt, 1133an Albrccht den Bären von Askanicn gefallenwar. Dieser vollendete 1157 die Eroberung derMark B. zwischen Elbe u. Oder n. ließ in dasvon den Wenden verwüstete Land Ansiedler ausSeeland, Holland n. Flandern, vom Rhein undans Sachsen kommen, die durch kaiserliche Frei-briefe von allen Abgaben befreit wurden. Durchsie wurden nach n. nach die Neustadt B., Bernau,Spandau, Berlin nebst Köln gegründet, der Domin Havclberg gebaut, Klöster errichtet und beiAlbrechts Wallfahrt nach Jerusalem der Johanniter-orden ins Land gerufen u. mit einer Commendczu Werben beschenkt. Die Wenden des erobertenGebietes wurden theils zu Leibeigenen gemacht,theils in eigene Dörfer zusammengedrängt u. zumChristenthum gezwungen. Ans dem Reichstagein Mainz 1182 verrichtete Otto I., AlbrechtsSohn u. Nachfolger, zum ersten Mal das schonseinem Batcr übertragene Amt eines Erzkämmerers.Er st. 1184. Otto II., sein Sohn, hatte mitHeinrich dem Löwen u. mit den Dänen Kriegezu führen, sein Bruder Albrecht II. (seit 1206)aber einen solchen mit dem Erzbischof von Mag-deburg, dem Otto II. die Altmark als Lehngutgeschenkt, worüber Albrccht unwillig wurde. Albrechtschlug die Magdeburger 1212; aber 1214 wurde erwieder in einen dänischen Krieg verwickelt. Er st.1221, und seine Söhne Johann I. u. Otto III.folgten ihm u. führten die Regierung gemeinsam.Unter ihnen kam der Titel Kurfürst allmählichans. Nach langer neuer Fehde mit Magdeburgkam 1244 ein Friede zu Stande, in welchem derErzbischof die Lehnsherrschaft über die Altmark n.Theile der Mittelmark verlor n. die Markgrafenwieder in vollen Besitz des ganzen Landes kamen.Um 1250 erkauften sie die Landschaften Lebns u.Stcrnberg vom Herzog Boleslaw von Nieder-Schlesien u. gründeten Frankfurt a. d. O. Zngleicher Zeit zwangen sie den Herzog Barnim I.von Stettin, ihnen die Uckermark abzutrcten, undden Herzog Mistevin in OPommern, ihre Lehns-hoheit über ihn anzuerkennen, nachdem sie schon1236 dem Herzog von Demmin das Land ge-nommen hatten. Auch in Preußen, der Ober-Lausitz und jenseits der Oder vergrößerten dieBrüder ihr Gebier, indem sie 1257 die Landstriche

(Geschichte).

an der Warthe, Netze n. Drage den Polen ent-rissen, Landsberg a. d. W. n. später Bärwaldc,Nendamm, Arnswalde u. Königsberg in der Nen-mark gründeten. Nach ihrem Tode (1266 und1267) regierten die Söhne Beider, in die Linienvon Stendal (von Johann) und von Salzwedel(von Otto) getheilt, zusammen ihrer vier, vondenen der Älteste den Titel eines Kurfürsten v. B.führte, gemeinsam n. hatten 126879 mit Poleneinen hartnäckigen Krieg zu bestehen. Erst 1309endete die gemeinsame Negierung, da alle Linienbis ans eine ausstarben, n. war Waldemar allei-niger Markgraf n. Kurfürst v. B. Er war einerder mächtigsten Fürsten Deutschlands, denn er be-saß die 5 Marken, die Markgrafschaft Landsbcrgn. die Pfalz Sachsen n. hatte Ansprüche ans diean B. verpfändete Nieder-Lausitz n. auf Pome-rellrn. Stach einem glücklichen Kricgszuge inPomerellcn, wo er Danzig nahm, seine Erober-ungen aber außer Rügcnwalde, Stolpe n. Schlawe,dem Deutschen Orden gegen 10,000 Mark Silber1310 abtrat, bekriegte er 1310 den KurfürstenRudolf von Sachsen-Wittenberg und schlug 1313Friedrich den Gebissenen von Meißen bei Großen-hain. Ein Krieg im Bunde mit Pommern gegenDänemark n. dessen Verbündete (darunter Mecklen-burg u. Magdeburg) endete 25. Nov. 1317 im Friedenvon Templin. Waldemar st. 1319 u. im folgendenJahre sein Stesse Heinrich, womit die Askanier inB. erloschen. Sofort fielen die Nachbarn überdas herrenlose Land her n. rissen Stücke davonab. Diese Verwirrung noch zu mehren, belehnteKaiser Ludwig der Bayer 1323 seinen SohnLudwig den Brandenburger, einen 12sährigenKnaben, mit B., nicht beachtend, daß er demKönig von Böhmen, um seine Stimme zur Kaiser-wahl zu gewinnen, Hoffnung auf den Besitz derMark gemacht hatte. Ludwig bemächtigte sichungeachtet aller Einreden Frankreichs und desPapstes Johann XXII., der deshalb sogar denBann über Ludwig u. später auch gegen den neuenKurfürsten von B., u. seine Anhänger anssprach,der Marken mit Hilfe Bertholds von Hennebergu. trat 1324 als Kurfürst u. Erzkämmcrer desReiches ans. Da verzichteten die meisten Nach-barn auf ihre Eroberungen, u. die meisten Städteunterwarfen sich dem neuen Fürsten. Stur dievom Papste aufgeregte Geistlichkeit leistete längerenWiderstand. Der Erzbischof von Magdeburg drangin die Marken ein, n. Polen, Russen u. Lithauerüberschwemmten B. n. verwüsteten die Nenmark,wurden aber geschlagen. Durch einen Krieg mitPommern verlor Ludwig 1331 einen Theil derUckermarck n. Stolpe, erhielt aber dafür die An-wartschaft ans Pommern, im Falle das herzogl.Hansdaselbst erlöschen sollte. Magdeburg, welches ansdie Altmark Ansprüche machte, riß mehrere Städtederselben an sich. Um diese Zeit gerieth Ludwigin solche Bedrängnis), daß er mit den Adeligenseines Landes einen Vertrag schloß, worin dieseihm im Falle der Noth ihre Schlösser zu öffnen,er aber ihnen versprach, ihre Unbilden gegenseine eigenen Unterthanen nicht zu hindern. Dieserschmähliche Vertrag hemmte Handel u. Verkehr,verödete ganze Gegenden und zwang die Städte,! Bündnisse zu gegenseitigem Schutze unter sich zu