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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brand — St. Brandanns.

die Saat noch unvollkommen reif geerntet werdenmußte, od. während anhaltenden Rcgenwetters n.also nicht trocken cingebracht werden konnte. SolcheSamen haben eine Zersetzung der in ihnen anf-gespcicherten Nahrungsstoffe erlitten, u. diese ab-normen Mischungsverhältnisse scheinen die Jnficir-barkcit zu begünstigen. Die gelegentlichen Ursachenbeschränken sich meist ans den Zustand der Erdeu. die Beschaffenheit des Bodens u. sind unbc-kämpfbar. In naßkalten, feuchten Jahren herrschtder B. mehr als in trockenen; doch ist ein ganzconstantes Verhältnis; nicht sestgestcllt. Ebensokommt er an schattigen Stellen, an Waldrändernoder in engen Thälern, überhaupt ans Feldernvon nasser u. kalter Lage vor. Auch kalte u. starkeThane mögen den B. begünstigen, ebenso einBoden, der stark mit frischem, des. aber mit sehrnahrhaftem n. scharfem Dünger, z. B. mit Men-schenkoth, Schafdünger, Schweinedünger, gedüngtworden ist. Auch sehr hitziger und magerer Kalk-n. Thonbodcn soll den B. begünstigen. Sicher isteine unmittelbare Ansteckung durch den B-stanbdie wesentliche Bedingung. Ist die Krankheit ein-mal ausgetreten, so läßt sich nichts mehr dagegenthnn, die ganze Kur kann sich also nur ans Vor-bannngsmittel beziehen. Vor Allem sehe man aufdie Qualität der Samen. Man nehme wo mög-lich alte, gute Saat. Man hat auch das Beize»des Samens empfohlen, doch kam auch mitunternach gebeiztem Samen der B. zum Vorschein.Zum Beizen bedient man sich der Laugen vonKochsalz, Salz n. Kalk, namentlich Kupfervitriol,in dessen wässeriger Lösung (150 x auf 11rl Sa-mens man die Samen durch 16 Stunden ein-weicht. Als Vorbannngsmittcl möchte eine guteBestellung des Ackers dienen; ein guter, nicht zufrischer, gleichmäßig zcrtheilter Dünger ».gehörigeEntwässerung des Bodens sind hier vorzüglich zuerstreben. Seltener ist e) der Stengelbrand imRoggen; der B-staub dieser Art erscheint alsdunkelbraune Hänschen; Wallroth nennt ihn Lrz-sibe ooeulta (jetzt Ilroez stis oeeulta §e/ikee/M.),mitgrüßercr, schwarzbraunerSpore, welchemitbläs-chenartigen Anwüchsen besetzt ist, am Halme, bes.innerhalb der Mattscheiben, ck) Der Stengel-stanbb rand einiger großen Grasarten (IIstilaZostz-puüibös bes. am INz-mrw arsnarins, von

tiefschwarzbrauncr Farbe, auf der Oberfläche desHalmes unter der Blattschcidc; besteht aus kleinenkugeligen, schwarz-grünen Sporen. ÄhnlicheKrankheiten erzeugen der Rost (Ilroäo T'evs.) u.die Pilzgattungcn l'nooinia, UubiAO, küra--mi-üi»m (s. d. a.) u. a. m. Näheres in den Unter-suchungen von TnlaSne in Paris und Kühn inHalle, Krankheiten der Culturgewächsc, Berlin1858. 2) (Weinb.) Eine Krankheit des Wein-stockes, s. Weinbau n. Samcnbruch der Weinbeere(vgl. Urvrlplw). 3) Gewöhnliche Baumkrankheit;Sästc treten aus den Zellen des Holzes, ver-derben, oder werden sauer, und dadurch zerstörensie die gesunden Sästc u. Theile. Bei manchenBäumen zeigt sich der B. als schwarzer Fleck, beianderen als Harzfluß. Ursachen sind: zu vieleSäfte, zu nasser u. zu gedüngter Boden, großen,vorzeitige Kälte, partielles Ersriercn, Abbrcchender Äste statt des Beschneidcns, oder auch wenn

man unterläßt, die Stellen, an welchen Äste ab-genommen worden sind, mit Banmkitt zu über-ziehen; endlich Baumpilze. Durch Aufritzen deräußeren Rinde am Baumstamme, durch Drainir-ungskanäle in zu feuchtem Boden u. durch Ent-ziehung des Düngers kann man dem B-e Vorbeu-gen; ist er cingetrcten, so muß die schadhafte Stellerein ausgeschnitten und mit Banmkitt überzogenwerden.

Brand, Hanptst. des gleichnam. Gerichtsamtesin der Amtshauptmannschaft Freiberg des königl.sächs. Regbez. Dresden; Pfarrkirche; Spitzen-klöppelei; bed. Silberbergbau; 2512 Ew. B. istseit 1515 eine Stadt.

Brand, 1) Adam, Reisender, gcb. in Lübeck;kam jung in Handelsgeschäften nach Moskau, be-gleitete 1692 den Holländer Jdes nach China u. triebnach seiner Rückkehr in Lübeck Handelsgeschäfte; er-st. in Königsberg als Hof- u. Commcrzieurath. Erschr.: Beschreibung der großen chinesischen Reise,Franks. 1697, letzte Ansg., Lüb. 1734. 2) Ewald,der Günstling Slrncusees, Sohn eines dänischenConfercnzrathes; trat früh in dänische Staats-dienste und stieg durch seinen Freund Struensce,der ihn zu Beschäftigung n. Zerstreuung des geistes-kranken Königs brauchte, zum Kammerherrn undOberaufseher der Schauspiele n. 1771 znm Grasenund Gehcimrath. Mit Strnensee fiel er, weiler in einer vom geisteskranken König selbst be-gehrten Balgerei, um die Kräfte zu prüfen, den-selben am Halse blutrünstig gekniffen hatte, was diefeile Untersnchungscommission als tlrimen lavsaomsjvstairs anslcgte, n. wurde 28. April 1772,nachdem ihm vorher die rechte Hand abgehanenwar, enthauptet und gcvierthcilt n. so aufs Radgeflochten. 3) Hamburger Kaufmann (Vorname,Geburts- u. Todesjahr unbekannt), der unter demBemühen, seinen Vcrmögcnsumstcinden durch alche-mistische Arbeiten aufznhelfen, zufällig beiin Ex-pcrimentircn mit menschlichem Harne den Phosphorentdeckte. Er verkaufte das Geheimniß an Joh.Dan. Kraft, Or. inoä., aus Miltenberg am Main,durch den es an Rob. Bohle in England kam;auch Kunkel erfuhr so viel davon, Laß er dieEntdeckung zum zweiten Mal machen konnte. B.kam später durch Leibniz' Vermittelung nach Han-nover und erhielt vom Herzog Joh. Friedrich einJahrgehalt bis zu seinem Tode. 2 ) J-nsseu-Tusch.

Brandadcr, die Schenkelvcne (Vona erura-lis), so genannt bei Pferden und dem Rindvieh,indem Thicrärzte dieselbe sonst gewöhnlich beiBrandschäden, od. um Brand vorzubeugen, öffne-ten; auch bei aufgebrochcncm Wild, das geöffnetwird, um den Schweiß hcrauszulassen; das Wildgewinnt dadurch au Geschmack n. hält sich länger.

Brandaltar, in der Stiftshlltte u. dem Tempelzu Jerusalem Altar, worauf die Brandopser ge-bracht wurden (s. u. Altar).

St. Brandanns, irländischer Heiliger; warAbt des Klosters Cluain Fnerta in der GrafschaftGalloway; st. um 577. Stach der Sage machteer wunderbare Seefahrten, von einem Engel ge-führt, kam in die Unterwelt, sah dort die Qualender Teufel u. Verdammten, gelangte dann nachder Insel der Seligen u. endlich ins Paradies;nach 9 Jahren kehrte er nach Hause zurück und