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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brand.

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bald aber hochroth, blan-roth wird, blasige Er-hebungen zeigt n. schließlich eine schwarze Farbeannimmt: sticht man nun in eine solche Stelleein, so wird es nicht gefühlt, und ist die Stellelederartig hart, so fließt kein Blut heraus, ist sicgangränös, so entleert sich eine rothbraunc, jau-chige, übelriechende Flüssigkeit. Bei der Heilungdes Brandes bildet sich eine scharfe Grenzliniezwischen dem Gesunden u. Kranken (Dcmarcations-linie), n. unter Eintritt einer guten Eiterung wirdschließlich die ganze brandige Masse abgestoßen.Die allgemeinen Erscheinungen bestehen inFieber, Abgeschlagcnheit, Kräftcverfall, beschleunig-ter Athmniig, kleinem, frequentem Pulse; nichtselten sind wiederholte Schüttelfröste. Bei sehr um-schriebenem, nur auf einen kleinen Körperthcil be-schränktem B-e können die Allgemeincrscheinungenfehlen; meist ist beim feuchten B-e die Temperatursehr hoch, u. es besteht große Gefahr, daß Thcilevon dem brandigen Herde in die Gesammtblut-masse ausgenommen werden, eine Eventualität,die fast ansnahmclos unter typhösen Erscheinungentödtlich wird (Lvptioaemio). 3) Fliegender B., sov. w. Anloninsseuer. 3) Rauschender B-, s. Milz-brand. Kunze.

Brand, 1) eine nicht seltene Krankheit der Ge-treidcartcn und anderer Pflanzen. Die Productcdieser Krankheiten sind sich ans verschiedenen Pflan-zen u. verschiedenen Pflanzentheilcn der Form u.dem ganzen Habitus nach sehr ähnlich, aber beigenauerer Untersuchung zeigt es sich, daß sie ansverschiedene Weise hcrvorgehcn und danach auchverschiedene Charaktere an sich tragen. Die Pro-dukte dieser ganzen Klasse von Krankheiten bestehenin der Bildung von Körperchen, die eine rothe,braun-schwärzliche und in großer Menge oft ties-schwarze Farbe zeigen; sie treten als parasitischeGewächse im Innern der Zellen der von ihmbefallenen Pflanzcnthcile auf, treten allmählich andie Oberfläche hervor und gehören der Klasse derPilze (B-pilze) an. Gewöhnlich wird der damitbefallene Pflanzcntheil mehr od. weniger zerstört,u.da diescKrankhciten so häufig unscrcNutzpflanzcu,bes. die Getreidearten, befallen und zumal derenFrüchte zerstören, so verdienen sie ganz besondereBeachtung. Folgende sind die bekanntesten Arten:s.) Der Flug-, Staub-, Nagel- oder Ruß-brand (Drocko ssAsium Dev«., UstiiaAO earboDO.); dieser befällt gewöhnlich nur die Organeder Blüthen u. Früchte, u. zwar namentlich derangebautcn Gräser, bes. der Getreidearten, als desHafers, Weizens, der Hirse n. Gerste, kommt aberauch auf den Bcfruchtnngswerkzeugen u. Früchtenmehrerer Dikotyledonen vor. Er zeigt sich als einbraun-schwarzes, staubartiges Pulver, zerstört dievon ihm befallene Substanz der Pflanzenorgane,u. nach vollkommener Ausbildung des Pulversbrechen die Hüllen der Organe, in denen er sichbildete, aus, das Pulver fällt heraus und ver-fliegt allmählich. Besonders sind Hafer, Weizen u.Gerste davon heimgesncht, seltener der Roggen.Bei manchen Pflanzen tritt der Flugbrand mitmehr oder weniger großen Anschwellungen der da-von befallenen Theilc auf, so z. B. beim Mais,bei denen daun nicht nur die männlichen Blüthenkrankhaft angeschwollen sind, sondern auch die

Fruchtknoten der weiblichen Blüthen zuweilen biszur Größe einer Örange anschwcllcn und durchgegenseitigen Druck die sonderbarste Form anneh-men. Oft kommen infolge dieses B-es auch ananderen Thcilen des Maises große sphärische Aus-wüchse vor. Man sieht anfangs in den Saftzellenkleine schleimige Fadengewirre an der Innenseiteder Zellenwände; aus diesem Schleime gehenfadenförmige, ungegliederte, verästelte Gebilde her-vor, welche bereits die Pilznatur zeigen, anfangsungefärbt, fast durchsichtig u. nur bei starker Ver-größerung ein feinkörniges Wesen zeigend; endlichfangen die Ästchen an, sich zu verzweigen, u. nunbeginnt an ihnen eine rosenkranzförmige Abschnür-ung, wobei die einzelne», noch zusammenhängendenKügelchen erst gelblich, dann immer brauner undgrößer werden, bis sie sich endlich von einandertrennen u. alle Fäden gänzlich in solche Kügelchenzerfallen, die eigentlich kleine Bläschen sind. DieAnsteckung geschieht bereits in dem ersten Lebcns-stadium, während der Keimung, indem die zufälliganhaftende B-spore einen Kcimschlauch in die Wur-zelschcide u. den Wurzelknotcn treibt, der weiterhinquer durch die ersten Blattanlagen bis in die schonjetzt angelegte Halm- und Ährenanlage eindringtu. mit u. in ihnen hinanfwächst, auch in die Seitcn-zweige gelaugt u. so cs verständlich macht, warumin der Regel sämmtliche Halme und Ähren einesStockes (auch die noch in Blätter cingcwickeltcn)brandig inficirt sind. Andere Pflanzen, die vondem F-lngbrande heimgesncht werden, sind ver-schiedene Cypcraceen, Compositcn, Polygonccn,Caryophylleen und die Ackerwinde (Lonvolvuiiisarvonsis). l>) Der Schmier-, Stein-, Faul-oder Kornbrand, Kornfäulc, F-aulweizen,geschlossener B. (IIstilaAv sitopllila, Dlk/m.,Ürocio sito^liila Der«., Pillobia Drk., (kariösDO.) ist bis jetzt nur an dem Samen des Wei-zens und Dinkels (Pritioum 8;wlta) beobachtetworden. Dieser B. zeigt sich in Form von runden,in Masse violett-schwarz gefärbten Sporen, die drei-bis vicrmalgrößer sind, als die des Flugbrandcs,u. unangenehm wie fauler Harn od. faule Häringeriechen. Einzeln erscheinen sie anfangs fast unge-färbt, später werden sie gelb-bräunlich, endlichschwarz, ihr Inhalt wird gleichmäßig u. scheintsich größtenthcils in ein fettes Öl umzuwandcln,u. endlich verdickt sich die Zcllhaut, wird fest, undans ihrer Oberfläche zeigt sich eine netzartige Zeich-nung. Der Schmierbraud ist schon vorhanden,wenn die Ähren noch in der Blattscheide stecken,u. die Eichen im Fruchtknoten sind dann schon vonihm gänzlich zerstört, die Blüthen schwellen soan, daß der Fruchtknoten schon fast die Größe desreisen Samens hat, u. reift dieser endlich, waseher als an den gesunden Körnern geschieht, soerscheint er dicker und kürzer als sie, auch ist erleichter, u. zerdrückt mau ihn, so tritt das stinkendeB-pulvcr hervor. Endlich berstet das Korn undläßt den pulverige», etwas zusammenhängendenInhalt austreten. Die Bildung dieses B-es istübrigens der des vorigen ähnlich. Die Ursachen,welche diese beiden und ähnliche B-arten Hervor-rufen, sind theils prädisponirende, theils gelegent-liche. Als prädisponirende Ursache ist der unvoll-kommene Zustand des Samens anzusehen, wenn