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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brandassecuranz Brandenburg (Geogr. u. Statist.).

chrieb seine Abenteuer nieder. Die Legenden u.Zagen, die sich an B. knüpfen, scheinen zuerst im>. Jahrh. zusammengestellt u. niedergeschrieben u.m 11. Jahrh. bekannt Aeworden zu sein. DieLagen fanden in Frankreich im 12. Jahrh. einenöearbeiter od. Sammler, ebenso am Niederrhein.Erhalten sind eine niederländische (abgedruckt inVlommaerts Oucks vlamiseiis 6säielrken, Gentl83841, u. herausgeg. von Brill, Gron. 1871)ind eine niederdeutsche Bearbeitung ans deml4. Jahrh. (in Burns altplattdeutschen Gedichten,Verl. 1798), eine englische Übersetzung ans dem13. oder 14. Jahrh., herausgeg. von Wright rc.

Brnndnssccurnnz, s. Feuerversicherung.

Brandbcgnadigung, 1) der Abgebranntenrewilligte Erlaß von Landesabgaben. 2) Derms einer landesherrlichen Kasse den Abgebrannten;um Wiederaufbau abgebrannter Gebäude, oderklnschafsnng von verlorenen Mobilien, oder zummomentanen Unterhalte gewährte Zuschuß.

Brandbcttler , ehemals Bettler, der wegennlittenen Bcrlnstcs durch Brand auf Grund einerihm von der Obrigkeit ausgestellten Bescheinigung(Brandbrief) um Gaben bat.

Brandbrief, 1)dic obrigkeitliche Bescheinigungüber einen erlittenen Brandschaden. 2) Drohbrief,daß da, wo derselbe eingcworfcn wird, Feuer an-gelegt werden wird; s. u. Landzwang.

Ärandcis (Branny Hrad), 1) Stadt im BezirkeKarolinenthal des ehem. böhmischen Kreises Prag,an der Elbe, Eisenbahnstation; Bezirksgericht;Dechanteikirche, Synagoge; Schloß; Piaristencolle-gium mit Hauptschule; Liqueurfabrik; 3647 E.B. war anfangs nur ein Schloß, von Boleslaw I.941 erbaut. Zur Stadt geworden, erhielt B. vonKaiser Rudolf II., der sich öfter hier aufhielt,mehrere Gerechtsame; auch Leopold I. u. Karl VI.hielten sich hier mitunter ans. Hier 30. Mai1639 Gefecht zwischen den Schweden n. Kaiser-lichen, wo der kaiserliche General Hofkirchcn be-siegt u. gefangen wurde (s. Dreißigjähriger Krieg).2) (Lrnuckusinin eis rlguilain) Stadt im BezirkeHohenmauth des ehemals böhni. Kreises Chrndim,an dem Stillen Adler; Obst- u. Gemüsebau, Leinen-weberei, Brauerei; 1300 Ew.; ehemals Hanpisitzder Böhmischen Brüder. 3) Vorstadt von Teschen.

Brandenburg, Provinz des Königr. Preußen.(Hierzu eine Karte.) I. Geographie. B. um-faßt die ehem. Ucker-, Mittel- u. Nenmark, fernerdie Priegnitz u. einen Theil der Altmark (das übrigezur Prov. Sachsen); grenzt an Posen, WPreußen,Pommern, Mecklenburg, Hannover, Anhalt, Prov.Sachsen und Schlesien; 39,893,1« lHüm (730,ggUM); (1871) 2,863,229 Ew. (also 71,« auf1 Hjürn; in ganz Preußen 70 auf 1 (Mw); 1817betrug die Volkszählung erst 1,277,518, 18431,935,107, 1855 2,254,305, 1867 2,716,022;die Zunahme ist wesentliche Folge des Wachsensder Stadt Berlin. Bodengestaltung. DerSRand der Provinz liegt zum Theil ans denFortsetzungen des uralisch-karpath. Landrückens, wel-cher im Fläming zu einer breiten, wasserarmen, un-wohnlichen Terrainschwiele anwächst; der NRandsteigt zu der Mecklenburg. Seenplatte, einem Theildes uralisch-baltischen Landrückens, an. Das zwi-schen den beiden Höhenzügen gelegene Land ist

meist sandig, doch nicht unfruchtbar, mit weitenBinnengewässern u. welligen Ufern geziert u. oftmir landschaftlichen Schönheiten ansgestattct. Sodie Gegend bei Potsdam, die Dahme-Seen südlichvon Königs-Wusterhausen, der Spree-Wald, dieHöhen am Müggel-See u. bei Fllrstenwalde, so-wie die Kalkberge bei Rödersdorf (die MärkischeSchweiz) und die Hügel bei Freienwalde. Auchsonst ist die Beschaffenheit nicht überall gleich, daherauch nicht überall gleich ergiebig. Im Gegensätzezu der auffallend unfruchtbaren Gegend des Flä-ming heben sich als hervorragend fruchtbar ab:die Wische in der Priegnitz, Tbeile der Ucker-mark u. die cultivirten Striche des Netze-, Warthe-n. Odcrbruchcs. des gesammten Areals istuncultivirt und Wasser; so das Rhin- u. havel-ländische Luch, der Spree-Wald zwischen Kottbnsu. Lübben und Theile des Flämings. Zn zweiHauptsenken gibt die Provinz ihre Gewässer, zurOder u. Elbe. Zur erster«! fließen die FauleObra, der Bober, die Neiße n. die Warthe mitder Netze, zur letzteren die Havel mir der Spree(Schwielung-See, Dahme mit den Dnbrow-Seen,Müggel-Secn.Pranke), den Havel-Seen, derNnthe,dem Rhin n. der Dosse. Man zählt ca. 700Seen. Die Wasservcrbindung ist durch viele Ka-näle (Friedrich-Wilhelms-Graben, Finowkanal,Plaueschcr, Nuppiner Kanal u. a.) zwischen derElbe n. Oder hcrgestellt. Das Klima ist im All-gemeinen mild u. gesund, Sommer gewöhnlichsehr heiß, scharfe Winde in den kälteren Jahres-zeiten häufig. Durchschnittlich hat Berlin etwasmilderes Klima, als Breslau, trotz der nördlicherenLage. Die Bevölkerung besteht aus Deutschen u.ca. 40,000 Wenden (Sorben) im Negbez. Frank-furt (Spreewald), ferner ans den Nachkommender im vorigen Jahrhundert eingewanderten Fran-zosen, Niederländer u. Schweizer. Der Protest.Kirche gehören 2,732,040, der Röm.-Katholischcn86,123, der Griech.-Kath. Kirche 256 und demJudenthum 44,810 Ew. an. Unter der Gesammt-bevölkcrung befinden sich 9491 Blinde, Taubstumme,Blöd- u. Irrsinnige. Nicht-Preußen leben in derProvinz 18,254 Deutsche u. 6656 Nicht-Deutsche.Weitere Details bieten die 1875 erschienenen: De-finitiv festgestelltcn Ergebnisse der Volkszählungim preuß. Staate am 1. Dec. 1871, vom König!.Preuß. Statist. Bureau hcrausgegebcn. Die Pro-vinz hat 135 Städte, 18 Flecken, 2852 Dörfer n.5897 Colonien rc. Prodncte: im MineralreichTorf, Braunkohlen, Alaun, Kalk, Kalkstein, Gips,Steinsalz. Der Land bau bring! Getreide, je-doch nicht ausreichend, so daß für Berlin einge-führt werden muß, ferner Gemüse (Teltower Rüb-chen), viel Kartoffeln zur Nahrung und Brannt-weinbrennerei, Fntterkräuter, Flachs, Hans undTabak. Viehzucht nicht bedeutend. Gemäß derZählung vom 10. Jan. 1873 waren vorhanden:250,463 Pferde (davon 156,346 für den land-wirthschaftlichen u. 44,137 für den gewerblichenBetrieb), 388 Esel, 689,080 Stück Rindvieh(409,768 Kühe), 2,451,971 Schafe (1,151,944Merinos), 448,463 Schweine, 196,053 Ziegen rc.;die Schafwolle der Provinz steht in gutem Rusen. ist ein starker Ausfuhrartikel. Ferner ist nochzu erwähnen: starke Bienenzucht (113,019 Stöcke