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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Bianca Brand.

halten hatte, um 1800 in Hamburg nieder, woer seine Miscellen und seit 1804 die NordischenMiscellen herausgab; 1809 übernahm er auchunter Archeuholz' Namen die Herausgabe derMinerva.'Wegen Übersetzung n. Verbreitung derSchrift des Cevallos über die spanischen Angelegen-heiten wurde er von den Franzosen verfolgt undfloh nach Leipzig n. dann nach Prag, wo er dieZeitschrift Kronos herausgab; er kehrte nach derSchlacht bei Leipzig nach Leipzig zurück, wo nundie Minerva unter seinem eigenen Namen in Ver-bindung mit den Miscellen ans der neuesten aus-ländischen Literatur erschien; 1816 ging er nach' Jena, wo er eine Buchhandlung errichtete n. seit1817 das Ethnographische Archiv (18171826,31 Bdc.) heransgab. Er st. 15. Sept. 1831.

Bianca, Ga'etano, ital. Geograph, gcb. 1834zu Mailand; war anfangs Buchhändler, wurde1859 Professor der Geschichte und Geographie zuBrescia und 1860 zu Mailand; st. hier 15. April1871. Er verfaßte mehrere geographische Hand-bücher n. Lexika.

Brancalcönc, Dandolo, ans Bologna, dererste Podesta von Rom, welchen Las römische Volk1253 zur Steuerung der inneren Unruhen er-nannte. Er ließ mehrere Baudenkmäler abbrechcn,damit sic den Empörern nicht zu Bollwerken dien-ten, n. zwang selbst den Papst Jnnocenz IV., dieMacht des Volkes anzuerkenncn. Seine Strengebewirkte jedoch eine Empörung, die ihn nöthigte,nach Bologna zu fliehen, woher ihn die Römernach 2 Jahren znrückberiefen (s. Rom, Gesch.)Er st. 1258.

Brancard (fr.), 1) Tragsessel. 2) Trage zumFortschafscn von Werkstücken rc. 3) Fuhrwerk miteiner solchen (B.-Chaise). 4) So v. w. Tragbahre;daher Brancadier-Compagnien, von Napo-leon 1813 auf Larrys Vorschlag errichtete Truppe,mit Stangen versehen, wovon 2 eine Bahre bildenkonnten, um Verwundete an geschützte Orte (Ver-bandplätze) außerhalb des Schlachtfeldes zu trans-portiren; der Anfang der jetzigen Ambnlance.

Brauch, County im Nordamerika». UnionsstaateMichigan n. 42° n. Br. n. 85° w. L.; 26,226 Ew.;Countysitz: Coldwater.

Branche (fr.), Zweig, Ast, bes. die Linie einesGeschlechtes; Fach einer Wissenschaft; Zweig einerHandelsnnternchmung.

Branchen, so v. w. Uirmsanx, die ans denHauptmincngatcricn nach beiden Seiten ungefährunter 60" abgchendcn kleineren Mincngalerien,welche zu den Econten (Horchgängen), d. h. denam weitesten nach dem Feinde zu liegenden Gale-rien führen.

Branchicn (gr.), Fischkiemen.

krsnotnopocls, Kiemenfüßer, Unterordnung derKrnstenthicre, Ordnung der Blattsüßcr; von an-sehnlicher Größe und deutlich in Lcibcsabschnittengethciltem Körper; meist von einer flachen, schild-förmigen oder von einer seitlich znsammcngcdrück-tcn, zweiklappigen Schale umschlossen: sie besitzen10 bis 60 Paare blattförmiger Schwimmfllßeund an denselben wohl entwickelte Kicmenanhänge.Hierher der Kicmenfnß (UrniwIUpns) und derBlattfnß (^.xus). Zn ihnen zählt man auch dieder ältesten Periode der Erde ungehörigen Trilo-

biten (s. d.), doch ist deren Unterseite noch immerunbekannt, mithin ihre systematische Stellung un-sicher. Thoms.

Branchos, Sohn des Milesiers Smikros.Apollon beschenkte ihn mit der Gabe der Weissag-ung. B. stiftete bei Miletos das berühmte Didv-mäische Orakel (s. u. Didyme), u. nach ihm hießendie Priester dieses Orakels, weil von ihm sich her-leitend, Brauch rden. Bei dem Zuge des Lerxesgegen Griechenland übergaben die Branchiden demKönig die Tempelschätzc und wurden später, umvor der Rache der Griechen sicher zu sein, vonihm nach Baktrien versetzt, wo Alexander d. Gr.ihre Niederlassung zerstört haben soll.

Brand (Jagdw.), die mit Schweiß unterlaufeneroth-blane, blau-schwarze, grün-gelbliche Stelle amWildpret, wo der Schuß sitzt. Nicht alle Gewehreverursachen in gleichem Grade B., manche garnicht. Am stärksten ist der B. bei Büchsen, ge-ringer bei Flintenschüssen u. auch da bedeutender,wenn man mit Rollkugeln, als wenn man mitPaßkugcln schießt. Auch manche Schrotflinten ver-ursachen B. Je mehr ein Gewehr B. hat, destoschneller stirbt das getroffene Wild. Der durchKugeln verursachte B. muß ausgeschnitten werden,da das von ihm ergriffene Fleisch nicht zu ge- smessen ist u. der üble Geschmack desselben sich auchden übrigen Theilen mittheilt.

Brand (Med.), 1) Das Aufhörcn aller Lebens-erschcinungen an einem Körpertheil. Ein brau- sdiger Körpertheil fühlt sich kalt an, hat keine Em- ;Pfändung mehr rc. Beim trockenen B-e(Mumifica- stion) bilden die brandigen Theile eine schwarze, !trockene Waffe; beim feuchten B-e (Onn-xrasns,gpbaovlus) erweichen die Theile jauchig ».verbreiten ,einen üblen, penetranten Geruch. Im Allgemeinenlassen sich die Ursachen des B-es entweder ansUnterbrechung des Blut- und Säftezuflnsses, oderZerstörung der Gewebselemente zurückführcii.

Eine Blntuntcrbrechnng entsteht' durch derbeAbschnürung eines Körpertheils, durch Verstopf-ung einer Schlagader mit einem Gerinnsel: inbeiden Fällen erhält der betreffende Theil nichtmehr genügenden Blutznflnß n. stirbt deshalb ab;Beispiele hierzu liefert der eingeklemmte Bruch, derAltersbrand an der große Zehe, der Drnckbrandbeim Durchliegen während schwerer Krankheiten,die nach Art eines Schlagflusses erfolgenden Todes-art, wenn von der inneren Herzauskleidnng beiHerzklappcnfehlern Stücke in eine Hirnschlagadereingcschwemmt werden. Die Zerstörung von Ge-webselementen beobachten wir bei Erfrierungenu. Verbrennungen, bei Quetschungen, bei Einwirk-ung von ätzenden Substanzen (Schwefel-, Sal-peter-, Salzsäure, Ätzkali rc.), ferner nach demEindringen von Leichengift, Milzbrandjauche rc.in Schnittwunden rc.; in einzelnen Fällen scheinenPilze die Träger des brandigmachendcu Agens zusein. So wissen wir vom Milz-B-e n. von derDiphtheritis, ferner vom Hospital-B-e, daßMikrokokken nnd Bakterien die Krankheit in ihrerBösartigkeit zu vermitteln vermögen. Die Er-scheinungen des B-es sind theils örtliche,theils allgemeine. Die örtlichen bestehen darin,daß die betreffende Stelle zumeist anschwillt, ver-schiedene Farbennüancen zeigt, dann zunächst weiß,

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