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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Brama Brau.

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Brama, so v. w. Brahma.

Bramante, Francesco, eigentlich DonatoLazzari, berühmter Architekt und Maler, geb.1444 in Castel Durante oder in Monte Asdrnaldobei Urbino (daher B. d'llrbino); lebte in Mailandals Maler und Baumeister, später in Paria, woer, 1490 vom Cardinal Arcanio Sforza berufen,den Plan der Kirche La Jncoronata entwarf, ar-beitete dann am Dome zu Mailand bis 1499,ging darauf nach Rom, wo er 1506 den Bander Peterskirche begann n. noch viele andere Pracht-bauten theilweise oder ganz ansführtc n. mit Fres-ken schmückte; außerdem war er in Bologna undNeapel thätig. Er st. 1515 in Nom, und seineLeiche wurde feierlich in der Grotta Naticana bei-gesetzt. Dem Mantegua im Allgemeinen verwandt,ist er wissenschaftlicher Maler ohne große Phan-tasie; als Baumeister entwickelte er, gestützt ansdie Grundgesetze der Architektur bei den Griechenu. Römern u. geleitet von einem hohen Schön-heitssinn, einen eigenthümlich italienischen Stil, mitvorherrschenden Rundbögen u. toscanischer Säulen-ordnnng. An seinen älteren Werken sieht manbei durchaus freier F-ormenentfaltnng den Einflußdes lombardischen Ziegelbaues. Er übte einengroßen n. günstigen Einfluß auf die Entwickelungder bildenden Kunst in Italien ans, nicht nurdurch seine Schöpfungen, sondern auch durch seinBemühen, Talente zu wecken und zur Entsaltungzu bringen. Mit Michel Angelo, Rafael u. vielenanderen Künstlern seiner Zeit stand er in engerfreundschaftlicher Beziehung. Von seinen Male-reien sind: S. Sebastian, in S. Sebastians inMailand, eine Kapelle in der Certosa von Paviazu erwähnen; von seinen Bauten: die Jncoro-nata zu Lodi, der Chorbau der Kirche S. Mariadelle Grazie und San Satiro zu Mailand, S.Maria della Consolatione zu Todi, das Bel-vedere im Vaticau, die Loggien im Cortile di S.Damaso im Vaticau, der Palast der Cancelleria,der Palazzo Giraud (Torlonia), die runde Kapelleim Klosterhofe von S. Pietro in Montorio. SeineSchriften (Aussätze über Architektur u. Kunst imAllgemeinen u. Sonette) erschienen Mail. 1756.Faldo u. Ferrario stachen seine Bauwerke in Kupferfür ihr Werk: ibluovi älssMi äell' nrellitotturas pianti äs' äi Roma. Ewerbeck?

Bramantmo, Bartolomeo Snardi, Bau-meister u. Maler der Mailändischen Schule, Schü-ler Bramantes, woher sein Beiname B.; lebtenoch 1529. Werke: in Mailand Wandgemälde inder Brera Madonna in trono, in S. Sepolcroeine Pieta u. im Museum zu Berlin zwei Ma-donnenbilder.

Bramarbas, ein in einem Holbergschen Lust-spiel verkommender feiger Prahler; daher: Groß-sprecher; daher bramarbasiren, großsprechcn,mit Eigenschaften großthun, die man nicht besitzt,od. mit Thatcu prahlen, die mau nie vollbracht hat,noch zu vollbringen Willens oder im Stande ist.

Brambach, Marktflecken im Gerichtsamte Adorfdes königl. sächs. Negbez. Zwickau, Station derEisenbahn Herlasgrün-Eger; Schloß; Sauerbrun-nen; Eisenhammer, Weberei; 1502 Ew.; in derNähe zwei gefaßte eisenhaltige Mineralquellen.Hier 11. Sept. 1842 großer Brand.

Brambach, Karl Joseph, tüchtiger Dirigentund trefflicher Componist, geb. 1833 zu Bonn;stndirte 185154 an der Kölnischen Musikschule,war der vierte preisgekrönte Bewerber um dasStipendium der Mozartstiflung in Frankfurt a. Nt.Er bildete sich unter F-. Hilters Leitung aus, wurde1850 Professor am Conservatorinm in Köln, über-nahm 1861 die städtische Mnsikdirectorstelle zuBonn u. dirigirte daselbst die vom gemischten Ge-sangverein veranstalteten Concerte, sowie den Beet-hoven-Verein. Im I. 1868 legte er die Dircc-torstelle nieder und leitet nur noch den inzwischenin seine Dircctiou übcrgegaugenen Männergesang-verein Concordia. Seine Compositionen zeichnensich durch Klarheit der Form, rhythmische Kraftu. Vermeidung von unkünstlerischcn Effectmittclnans. Es sind Klavierstücke, einstimmige Lieder,Duette, ein Klavierqnartett, ein Sextett sür Klavierund 5 Streichinstrumente, eine Symphonie, dieOuvertüre Tasso, Mänuerquartette, 3 größereMännerchor-Cantaten: die Macht des Gesanges,Velleda, Alccstis, ferner Mannerchöre u. Compo-sitioncn für gemischten Chor mit Instrumental-begleitung.

Brambanam, verfallener Ort ans der InselJava, am Vulcan Merapi; in der Nähe mäch-tige buddhistische Tempelbauten, angeblich aus dem10. oder 11. Jahrh., ähnlich dem Tempel vonBolo-Bndor.

Brame, Jules Louis Joseph, franz. Po-litiker, geb. 9. Jan. 1808 zu Lille; wurde 1833Advocat, 1836 Auditor im Staatsrathe, 1840Requetenmeister, zog sich 1848 auf seine Güterzurück und lebte der Landwirthschaft. Bei derThenerung von 1853 u. 1854 wurde er von derRegierung zum Berichterstatter ernannt, trat 1857als Regierungscandidat in den GesetzgebendenKörper u. 1870 nach den ersten Niederlagen imDeutschen Kriege als Minister des Unterrichtes indie Negierung, nach dem Sturze des Kaiserreichesaber in das Privatleben zurück. Doch sitzt er seitdem F-cbr. 1871 wieder in der Nationalversamm-lung u. gehört dem rechten Centrnm an.

Bramer, Leonhard, niederländ. Prospecl-und Geschichtsmaler, geb. zu Delft 1596; bildetesich von seinem 18. Jahre an in Paris n. Italien,nach Nassaus und Correggio. Vorzüglich gelangenihm Feuersbrünste, unterirdische Gewölbe, Grottenn. dgl. bei Mondschein oder Fackelbelcuchtung.Eine gewisse Ähnlichkeit seiner Bilder mit denenRembrandts gab Anlaß daß man ihn für dessenSchüler hielt. Er st. 1660. Hauptwerke: Die Er-weckung des Lazarus; Die Verleugnung Christidurch Petrus; Christi Dornenkrönung (DresdenerGalerie). R-gn-r.

Braminen (ind. Rel.), so v. w. Brahmanen.

Bramstedt, Flecken im Kreise Segeberg desprcnß. Negbez. Schleswig, am schiffbaren Störn. an der Bramau, mit dem ritterlichen Herrcn-hanse gleichen Namens; 1774 Ew.; GeburtsortF. L. Stolbergs. Die einst rennomnnrten Mineral-quellen sind jetzt verstecht.

Bram-Stenge, -Neaa, -Segel, s. Takelage.

Bran. Friedrich Alexander, deutsch.Schrift-steller, geb. 1767 in Ribnitz; ließ sich, nachdemer sich in verichicdcncn Ländern Europas aufgc-

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