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Broila — Broliir.
Bildung u. rohen Sitten, vorzllgl. von Viehzuchtlebend. Die B. zerfallen in ui 'hr als 70 Stämmen. sollen mehr als 100,000 Krieger stellen kön-nen. Ihre Religion ist der schiitische Islam. IhreSprache, welche mit den süd-indischen Dravida-Sprachen Verwandtschaft zeigt, leitet zu der Ver-muthung, daß sie ursprünglich ans Indien ein-gewandert sind. Vgl. Pöttinger, Travels in Ls-jooostistan, Land. 1857; ferner Wörterverzeichnisseihrer Sprache in: Hunter, LoiiixiiraiivsOiobionar/ob tsto uoii-.^riau iaiiAua^os ok luclin, Lond.1868; Bcllew, §rom Iiiäuslo Mg;ris, Loud. 1872.
Tliielemmm.
Brarla (Brailow, Jbraila, türk. Jbrahil),Kreisstadt in Nnmänien (Walachei), an der Do-nau n. an der Eisenbahn von Bukarest nach Ga-lacz; früher Festung; Kreisbchördcn, Gericht ersterInstanz; Normalschulcn; Quarantäne-Anstalt; Frei-hafen am Einfluß des Sercth in die Donau, diesich von hier ab in 6 Arme theilt; bedeutendeFlußschifffahrt und Fischerei; am Ufer ziehen sichlange Reihen von Magazinen hin; Hanptverkchrmit WEnropa, da von hier n. dem nahen Ga-lacz viel Weizen, Mais, Roggen, Gerste, Hafer,Öljamen, Talg, conservirtcs Fleisch, ungewascheneWolle (für 27 Mill. N) nach Marseille, England rc.gehen: Einfuhr geringer; 1859 25,767 Ew., darun-ter viele Griechen n. Bulgaren. — In den Krie-gen zwischen Rußland n. der Türkei litt B. viel u.wechselte oft den Herrn. Romanzow schlug 1770hier die Türken n. verbrannte die Stadt, die Letz-teren im Frieden zurückgegcbcn, aufgcbaut, be-festigt n. besetzt wurde, sich 1808 Len Russen ergabn. 1828 von Soliman Pascha tapfer vcrtheidigtwurde; doch erstritt er nur freien Abzug. DieStadt blieb der Walachei, u. bei ihr setzten 1854die Russen über die Donau, räumten aber dieStadt wieder. Als Festung ist sie jetzt unbedeutend.
Brainard, John G. C., amerikanischer Dichter,geb. 1796 zu New-London in Connecticut; ergriffdie juristische Carriöre, vertauschte sie 1822 mitder Redaction des 6oiinsvtioub Llirror zu Hart-ford. Hier veröffentlichte er seine meisten Ge-dichte, unter denen bcsond. schöne Balladen (er-schienen gesammelt 1825 zu New-Iork). Er starb1828 an der Auszehrung. Vermehrte Ausgabeseiner Gedichte 1832; Intsrarx Romains, mit einerBiographie von Whittier, 3. Ausg., 1842, vonHopkins, Harts. Körner.
Brainc-lc-Comte (Lrsimis, 6omitis), Stadtim Arr. Soignies der bclg. Prov. Hennegau, ander Brainette, Eisenbahnknotenpunkt zwischen Brüs-sel, Gent, Mons n. Charleroi; Fabrikation vonSpitzenzwirn; 6464 Ew.
Braintree, Stadtbezirk im County Norsolkdes nordamcrik. Unionsstaates Massachusetts, au derSouth-Shore- u. Old-Colouy-Eiscnbahu; Schuh-n. Sticfclfabrikation, Maschinenbau u. Wollen-inamifactiir; 3948 Ew.
Braitlj, Anton, namhafter deutscher Thier-maler in München, geb. 2. Sept. 1836 zu Bi-bcrach (Württemberg); erhielt den ersten Zeichen-unterricht an der dortigen Realschule, besuchte von1852 die Kunstschule in Stuttgart, kam 1860nach München u. machte sich noch vor Jahresfristselbständig. In seinen Bildern zeigt ex große
Auffassung, gute Zeichnung u. lebendigen Sinnfür Farbe. Die meisten Sammlungen neuererBilder enthalten Arbeiten von ihm, so die Ham-burger Galerie, die Sammlung des Barons Lie-big in Reichcnberg, des Hrn. Metzler in Frank-furt, des Prinzen Luitpold von Bayern inMünchen rc. Regnet.
Brak II. Brake, so v. w. Brack u. Bracke.
Brake, so v. w. Flachsbreche.
Brake, Stadt im gleich». Amte u. im Ober-gcrichtsbezirke Varel des Großherzogthmus Olden-burg, am linken Ufer der Unterweser, Station derOldenburg. Eisenbahn; Amt u. Amtsgericht, See-niLiinsamt, Hauptzollamt; Schifffahrt, doch nichtso stark wie vor dem Baue von Bremerhaven u.Geestemünde; mit Schleuse versehener Hasen seit1861 (1874 besuchten 713 Seeschiffe mit 92,000Tonnen denselben); Schiffbau in u. nahe der Stadt,Rhcderei; man lichtet hier die größeren Schiffe,die nicht weiter stromaufwärts gelangen können;Reepschlägcreicn (Taufabriken), Dampfsägcmühlcn;Speditionshandcl. Einfuhr von engl. Steinkohlenu. Holz; Freihafen seit 1834; 3800 Ew.
Brakcl, Stadt im Kreise Höxter des preuß.Regbez. Minden, an der Brucht, Station derKöln-Mindener Eisenbahn; 2706 Ew.; dabei un-besuchter Mineralbruuuen. — B. wurde 1223von der Abtei Heeres dem Stifte Paderborn über-lassen u. stritt später mit dem Bischof über ihrebezweifelte Rcichsiiuinittclbarkeit; seit 1602 ruhtedicserProceß. JmDreißigjährigeuKriegelitt es viel.
Brakcl, Johann van, holl. Seeheld, geb.1618 in Holland; zeichnete sich in den Seekriegender Holländer aus, befehligte bei Chatam einSchiff, mit welchem er die Themsckette sprengten. eine Fregatte nahm, verbrannte in der See-schlacht bei Solbay 1672 gegen die Engländer u.Franzosen das Admiralschiff Montaigcs; er blieb1690 in der Seeschlacht von Beacht)-Head derHolländer u. Engländer gegen die Franzosen.
Drakenburg, Rcguier Richard, nieder!.Maler, geb. 1650 in Haarlem, gcst. 28. Dcc. 1702;Schüler Adrians van Ostadc, nach Anderen Mom-mcrs oder auch Schenkels. Er malte Genrebilderaus dem Familienleben, in denen Wein u. Liebeeine große Rolle spielen. Regnet.
Brakna, ein barbarisches Volk am rechtenUser des unteren Senegal, mit arabischer Sprachen. Religion; untermischt mit Arabern u. zu Skla-ven gemachten Ziegern. Hauptbeschäftigung diesernoch sehr rohen Nomaden ist die Viehzucht.
Braktvcspcn (Schliipfwespeiivcrwandte, Lra-eonickag), Jusectenfamilic aus der Ordnung derHautflügler; Fühler lang, meist vielgliederig;Flügel mit einem znrücklaufenden Nerv; Kiefer-taster 5- bis Ogliederig; Lippentaster 3- n. 4g!ie-derig; nützlich dadurch, daß sie die in Holz le-benden Käserlarveu verfolgen, in diese ihre Eierablcgen und so tödtcn; doch greifen sie auch frei-lebende Jusecten an; so stellt z. B. MoroFastorglomsratms 7-. den gemeinen Kohlraupen nachu. hat oft deren allzu große Vermehrung ver-hindert. ^ Thomü.
Bralnr, Marktflecken im Kreise Wartenbergdes preuß. Regbez. Breslau, Eisenbahnstation;Weberei; starker Viehhandel; 1800 Ew.