Bccherblume
schaumig gab es eine Grundsäure, von der dieanderen sich ableiten ließen; er vertheidigte fernerdie Möglichkeit der Umwandlung der Metalle, dieaus einem gemeinschaftlichen erdigen n. einemgemeinschaftlichen verbrennlichen Stoffe beständen,Lenen sich ein besonderer mercurieller hinzugesellte,und entwickelte den Verbrennungsproceß, dessenTheorie die Grundlage für die spätere Stahlfchedes Phlogiston wurde. B. hatte das Bestreben,die Physik im genauen Zusammenhänge mit derChemie zu halten. Er gab ferner heraus: 61m-l aetvr pro notütia kinAnarum rmivvrsaii, Franks.1641; Lllavis et Praxis super uovum or^anumplükok., Franks. 1647, in dem er einen leichterenWeg zur Erlernung der Sprachen nachwies; ?ar-nassns msciicinaiis, Ulm 1663; laboraborii«üz-mioi mouaosnsis, Franks. 1669, und endlich:Närrische Weisheit und weise Narrheit, Franks.1686 u. 1707; letzte Ausgabe von Reimman inLeipzig besorgt, der in der Vorrede gleichzeitigeine Lebensbeschreibung B-s gab. Ausführlicherhat dies Bücher gethan in seinem Buche: Mustereines nützlichen Gelehrten in der Person Or. Joh.Joach. Bechers, nach seinen philosophischen, mathe-matischen, physikalischen n. moralischen Schriftenbenrtheilt u. nebst seinem Lebenslaufe vorgestellt,Nürnb. 1722. 2) Alfred Julius, einer derHauptbetheiligten an der Wiener Revolution vomOct. 1848, geb. 1803 (nach And. 1804) zu Man-chester; sind, die Rechte in Heidelberg, Göttingen n.Berlin, ließ sich in Elberfeld als Advocat nieder n.redigirte dann in Köln eine Handelszeitnng, wandtesich aber aus Liebe zur Kunst nach Düsseldorf u.wurde später Professor der musikalischen Theorienim Haag; 1840 ging er nach London als Pro-fessor au einer musikalischen Akademie u. von da1845 nach Wien, wo er einem besseren Ge-schmacks Bahn brach. Nach den Märztagen1848 warf er sich auf die Politik und gabdie Zeitschrift: Der Nadicale, heraus; da er inderselben vor Allem zum äußersten Widerstandegegen Windischgrätz aufsordertc, so wurde er ver-haftet, standrechtlich vcrnrtheilt n. am 23. Nov.1848 zu Wien erschossen. Er schr.: Jenny Lind,2. A., Wien 1847. (!) Siegfried, Statistikeru. Nationalökonom, geb. am 28. Fcbr. 1806 zuPlan in Böhmen; studirte in Prag u. Wien, ward1835 Professor der Geschichte u. Geographie amPolytechnischen Institut zu Wien, nebenbei an derPost, Stempel- u. Tabakregie thätig; verfaßte aufGrund der Archive das verdienstvolle Werk: Dasösterreichische Münzwesen von 1524—38, 2 Bde.,Wien 1838; dann Statistische Nebersichtdes Handelsder österreichischen Monarchie mit dem Ausländeu. Statistische Übersicht der Bevölkerung, Stuttg.1841 rc. Er veranlaßte die Behörde, ihre Be-richte wissenschaftlich zu verwerthen, ward 1848Generalsecretär im Handelsministerium, ersetzteim Oct. den flüchtig gewordenen Minister n. trat1852 aus dem Staatsdienste. B. st. 4. März 1873.Seine größeren Werke sind: Die Volkswirthschaft,Wien 1853; Organisation des Gewerbewesens,Wien 1851, u. Die deutschen Zoll n. Handelsver-hältnisse, Leipz. 1850. 1> Thamhayn. 3> Fr. Körner.
Becherblume ist sstotorinm sanAnisvrba.
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Bcchcrchen (Bot.), bei Kryptogamen, s. Flech-ten, Pilze, Moose.
Becherciscn (Gold- n. Kupferschmied), kleinerAmboß, bestehend aus einem runden Quereisenan einem aufrechtstehenden Eisen; dient, um ge-wölbte Bleche darauf aufzuziehen.
Becherflechte (Bot.), s. Olaäonin.
Bechcrglas, Trinkglas ohne Fuß; dann auchein im chemischen Laboratorium gebrauchtes Gefäßaus sehr dünnem, gut gekühltem Glase von cylin-drischer Form, mit nach außen nmgebogenenAlande.
Bccherhüllc ((lnpnln, Bot.), ein becherähn-liches, die Bluthe u. später die Frucht der Fagi-neen (Eiche, Buche, echte Kastanie) ganz odertheilweise umschließendes Gebilde. Die B. entstehtnach Anlage der Blüthentheile ans einer ring-wnlstförmigen Erhebung des Blüthcnstiels, diesich später vergrößert, eine napf- oder bechcrähu-liche Form annimmt u. Schuppen oder Stacheln(Hochblätter) hervorbringt. Die B. der Eicheumschließt nur je eine Blüthe, resp. Frucht undauch diese nur am Grunde, diejenige der Bucheund echten Kastanie dagegen mehrere, und zwarumgibt sie hier die Früchte ganz n. springt beideren Reife auf. Von dieser echten B. oder On-pnls. ist die falsche Lnpnla, der Carpinecn (Hasel-nuß, Hainbuche) zu unterscheiden, welche nicht einsErweiterung des Blnthensüels (also ein Achsen-organ) zur Grundlage hat, sondern lediglich ans(3) verwachsenen schnppenartigen Blättern besteht.
Becherzcllen (mikrosk. Anat.), mikroskopischeZellen von Becherform.
öeoliws (gr., Med.), Mittel wider den Husten,expectorirende Mittel (s. d.).
Bcchiil, Stadtim östcrreich. KronlandeBöhmen,jetzt im BezirkeMllhlhausen des ehern. Kreises Tabor,an der Luschnitz; einst Hauptst. des eig. (glcich-nam.) Kreises; Bezirksgericht; großer Thiergarten,Schloß, Bad; 2380 Ew.; dabei eine salinischeEisengnelleu. die gigantischen Bechiner Steine.
Bcchstcin, 1) Joh. Matthäus, deutscherNaturforscher, geb. 11. Juli 1757 zu Walters-hansen bei Gotha; studirte in Jena Theologieund Naturwissenschaften, wurde 1785 Lehrer zuSchnepfenthal u. eröfsnete 1794 auf dem FrciguteKemnate bei Waltershausen eine Forstlehranstalt,zugleich stiftete er die Societät der Forst- n. Jagd-knnde, wurde 1800 Direktor der Forstakademiezu Dreißigacker in Meiningen, ebenso Mitglieddes Oberforstcolleginms; er st. daselbst 1822 alsGeheimer Kammer-n. Forstrath. Von seinen zahl-reichen, umfangreichen Schriften zur Forstwissen-schaft, Zoologie u. Botanik sind hervorznheben:Handbuch der Forstwissenschaft, Nürnb. 1801 f.;Forstbotanik, 5. Ausl., Erfurt 1841; Forstinsccto-logie, Gotha 1818. Seine Biographie schrieb seinNeffe Ludwig, Meining. 1855. 2) Ludwig,deutscher Schriftsteller u. Dichter, geb. 24. Nov.1801 im Meiningischen; früher Apotheker, studirteer seit 1828 Philosophie u. Geschichte in Leipzig n.München, wurde 1831 Bibliothekar der Cabineis-u. der öffentlichen Bibliothek in Meiningen undgründete den Hennebergischen Alterthnmsforschen-den Verein; er st. 14. Mai 1860. Von seiner