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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Bayern (Gesch. bis 1867).

armee, 11 . schloß 14. Juni den Olmützer Vertragmit Österreich, durch welchen es sich unter dessenOberbefehl stellte. Obschon von der Pfordtendurch den General von der Tann über den man-gelhaften Zustand der österreichischen Armee unter-richtet war, was er den Kammern verschwieg,wurde der Olmlltzer Vertrag von B. ratificirt.In den Kammern hatte die Negierung bei For-derung eines außerordentlichen Militärcredits von31,512,000 fl. als ihr Programm die Erhaltungdes Friedens n. im Falle des Friedcnsbrnchesdie Vertheidigung der Bundesrechte u. der Selb-ständigkeit B-s bezeichnet, »vorauf die 2. Kammerden Credit einstimmig annahm, die Linke jedochinit der Verwahrung, daß sie damit die Bnndes-politik des Ministeriums nicht billigen wolle, sowenig als sie die preußische Politik billigen könne,,wie denn überhaupt ans den Versammlungen die-ser Partei das Vorgehen des preußischen Premierin rücksichtslosester Weise verurtheilt wurde. DieBetheilignng B-s am Krieg war, wie dieser über-haupt, kurz n. wurde ohne rechten Einst geführt.Die bayer. Armee, welcher es nicht gelang, sichmit denHannoveranern zu vereinigen,wurde 4. Julivon den Preußen aus Thüringen znrückgedrängt,

u. nun wurde um den Main gekämpft, bis diePreußen 31. Juli im Nöcken der B. in Nürnbergeinzogen. Schon 28. Juli aber hatte von derPfordten in Nikolsbnrg init Preußen einen Waf-fenstillstand abgeschlossen, der am 2. Ang. beginnensollte. Sofort ruhten die Feindseligkeiten; dochblieb der nördl. Thcil von B. bis zum Friedens-schlüsse von den Preußen besetzt; letzterer fand22. Ang. in Berlin statt; B. verlor durch den-selben die Bezirke Orb n. Gcrsfeld mit 10,5 geogr.HW u. 32,976 Ew. an Preußen u. zahlte 30Mill. Gulden an Kriegslasten. Zugleich schloßvon der Pfordten auch das Schutz- n. Trutz-bündniß mit Preußen ab, das aber erst im Märzdes folgenden Jahres zur Kenntnis; des Landeskam. Daß v. d. Pforten so rasch vom OlmntzerVertrage sich lossagte, Frieden schloß u. sich auchzu dem Schutz- n. Trntzbündniß verstand, welchesB-s Armee für den Kriegsfall unter den Ober-befehl Preußens stellte, bewirkte die EröffnungBismarcks, daß Frankreich als Compensatio» dieAbtretung deutschen Gebietes, darunter eines Theilsder Rheinpfalz, verlange, er aber solche For-derung entschieden abgclehnt habe. Der am 27.Ang. zusammeugctretene Landtag genehmigte denFriedensvertrag, sowie die 30 Mill. Kriegskosten,die 2. Kammer mit dem Beisatze, es möge dieEinigung Deutschlands unter Mitwirkung einessrei gewählten n. mit den erforderlichen Befugnis-sen ansgestatteten Parlaments erstrebt werden. Auchdie öffentliche Meinung in B. sprach sich ans Volks-versammlungen entschieden gegen die Trennungzwischen Nord- n. Süddeutschland ans n. wandtesich, wenigstens aus Seiten der Fortschrittspartei,entschieden zu Gunsten Preußens. Prinz Karl, alsFeldherr durchaus Liscreditirt, legte im Oct. alleseine militärischen Würden nieder, n. v. d. Pford-ten that im Dec. dasselbe bezüglich seines Minister-postens, den statt seiner am 31. Dec. 1866 Fürst

v. Hohenlohe Schillingsfürst einnahm. In denMinisterien des Innern, des Cnltns u. des Han-

dels waren schon im Juli Änderungen cingctreten,n. als Minister v. Pcchmann, v. Grcsscr undSchlör berufen worden; bedeutsamer aber wardie Entlassung des seitherigen Chefs des kgl.Cabincts, des Staatsraths Pfistermcister n. dieErsetzung desselben durch den seitherigen Cabinets-secretär, früher Appellatiousgerichtsrath Lutz. Da-mit war mit dem alten System gebrochen, u.begann eine prenßenfrenndliche Politik der Regier-ung. Das neue Ministerium begann seine Thä«tigkeit mit Verbesserung der Kriegsverfassnng, zuwelchem Zwecke Anfangs Februar 1867 Confcren-zen der Südstaaten in Stuttgart stattfandcn, diesich für Einführung der prenß. Heeresvcrsassunganssprachen. Umsonst aber bemühte sich die bayer.Regierung um das Zustandekommen eines Süd-deutschen Bundes; dagegen trat B. nicht ohneSchwierigkeit dem von Preußen reorganisirtenZollverein bei. Die Beschlüsse der Ministerial-conferenzen vom 3. u. 4. Juni behufs Wieder-herstellung des Zollvereins in dem Sinne, daßdie Gesetzgebung in diesen Angelegenheiten einemgemeinschaftlichen Organ der bethciligten Regier-ungen u. einer Volksvertretung übertragen würde,gefielen, obwol Hohenlohe an demselben betheiligtwar, der bayer. Regierung nicht, da sie weder vonihrem Isibsinm vvto lassen, noch Abgeordnete inden Norddeutschen Reichstag schicken wollte. Einedesfallsige Mission des Grafen Tanffkirchen nachBerlin erzielte zwar das Inbsrum vsto nicht, aberdie Vertretung der Bevölkerung des Zollvereins-gebictes durch ein selbständiges Zollparlament miteigener Geschäftsordnung n. anstatt 4 Stimmen6 im Zollbundesrathe. Damit gab sich die bayer.Regierung zufrieden, u. die Zollvereinsverträgekonnten am 8. Juli 1867 unterzeichnet werden.Am 8. Jan. 1867 wurde der Landtag eröffnet,n. sofort stellte die Fortschrittspartei den Antragauf eine Adresse an den König, welche engen An-schluß an den Nordbnnd wünschte, worauf Hohen-lohe die Erklärung gab, das Ziel der bayer. Politiksei nationale Einigung mit dem Norden; vorerstaber sei es unerreichbar, daher das nächste Zieljetzt Allianz mit Preußen, Unterordnung unterseinen Oberbefehl gegen bestimmte Garantie derSouveränetät des Königs; damit beruhigt, zogdie Partei den Antrag zurück. Nachdem die Re-gierung den Entwurf einer neuen Wehrverfassnngim Sinne der Stuttgarter Conferenzen vorgelegt,die Linke den Antrag ans Vorlage eines Schulge-setzes, auf Errichtung eines obersten Verwaltungs-gerichtshofes gestellt, der Abgeordnete v. Stans-fenberg gelegentlich seines Antrages auf Abschaffungder Todesstrafe den Jnstizminister v. Bomhard ineiner Weise angegriffen, die dessen Entlassungherbeiführte n. endlich noch ein von der Kam-mer Unterzeichneter Antrag eine Umgestaltungdes Ministerverantwortlichkeits-Gesetzes dahin ver-langt, daß künftig ein wirkliches Gesammtstaats-ministerinm mit voller Solidarität sür alle Fragenvon allgemeiner Bedeutung in Wahrheit bestehe rc.,— wurde am 23. März der Landtag vertagt.Dem Wunsche nach einem Schulgesetze entsprechendhatte die Regierung einen betr. Entwurf am 16.Ang. einer Fachmänner-Commission vorgelegt,traf aber damit die klerikale Partei an ihrer