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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Bayern (Gcsch.

berufene u. am 29. Scpt. eröffncte außerordent-liche Landtag von 1847 führte, indem er einigeVcrwaltnngsmißbränche zur Sprache brachte, denbaldigen Sturz des neuen Ministeriums, wennauch nur mittelbar, herbei (27. Nov. 1847). Dasdurch den Einfluß der Lola Monte; gebildete neueMinisterium, aus dem Fürsten Öttingen-Waller-ftein, Staatsrath Berks, Präsident Beisler undStenerdirector Heeres gebildet, begegnete als Lola-Ministerinm überall offenem Mißtrauen, obwol seinerster Erlaß (16. Dec.) die Freigebnng der Pressefür innere Angelegenheiten betraf n. ihm durch Re-script vom 17. Febr. 1848 die Auflösung des Ordensder Redemptoristen folgte. Jndeß war es infolgedes Übcrmnthes der Lola Monte; u. der von ihrbegünstigten Studentenverbindung Alemannia zuStndent'enreibnngcn gekommen, darauf zu Stra-ßentumulten, die den König veranlaßten, am 10.Februar die Schließung der Universität Münchenbis zum Wintersemester 1848 anznordncn, eineMaßregel, welche die Erbitterung allenthalbenaufs Äußerste steigerte. Der am folgenden Tagedurch eine Bürgerdeputation an ihn gestellten For-derung auf Zurücknahme der Schließung u. dieEntfernung Lolas willfahrte der König nach eini-gem Zögern; die Universität wurde wieder eröff-net, u. Lola reiste mit einigen ihr anhängendenStudenten ab; aber die Aufregung war damitnicht gehoben, um so weniger, als weiteren For-derungen des Volkes nur mit Ausflüchten geant-wortet, die verlangte sofortige Einberufung derStände erst auf den 31. März angeordnet wurde;dagegen aber wurde die Garnison verstärkt. Dakam noch die Nachricht von der Februarrevolutionin Paris. Eine tnmultuarische Bürgerversamm-lung vom 3. März auf dem Rathhanse beschloß«ine neue Deputation an den König, währendunter dem Schlagen des Generalmarsches dasbürgerliche Zeughaus erstürmt, das Ministeriumdes Innern n. die Wohnung des Ministers Berksverwüstet wurden. Noch am selben Tage wurdendie Stände auf den 16. März berufen. Als un-geachtet dessen am 6 März die Stadt sich wiedermit erregten Haufen füllte und nun unbedingteErfüllung aller Forderungen, in welche sich be-reits das Wort Republik mischte, verlangt wurde,da erschien die königliche Proclamation, wonachalle Forderungen den Ständen vorgelegt werden,Preßfreiheit n. Beeidigung des Heeres aber soforteintreten sollten. Zugleich wurde der freisinnigeAbgeordnete v. Thon-Dittmer zum Minister desInnern ernannt u. der Fürst v. Öttingen-Waller-stein entlassen. Noch folgten die Dcmolirung desPolizeigebäudes u. die tnmultuarische Erzwingungder Entlassung des seitherigen Polizeidirectors inMünchen, sowie einzelne tumnltarische Auftritte inAugsburg, Aschafsenburg, Würzburg rc. Die Vor-arbeiten u. Berathungen zur Erfüllung der am6. März gegebenen Versprechungen, die Kundevon den Wiener n. Berliner Ereignissen überzeug-ten den König von der Unmöglichkeit der Fort-setzung seines launenhaft willkürlichen Regicrnngs-fystcms, n. somit leistete er am 20. März zu Gun-sten des Kronprinzen Maximilian auf die KroneVerzicht. Ludwig I. st. 29. Febr. 1868 in Nizza.

6. B. unter König Maximilian II. Am

. voll 1848).

21. März leisteten der neue König Maximi-lian II., sowie Militär n Bürgerwehr in Mün-chen den Eid auf die Verfassung. Die Procla-mation des Königs machte einen guten Eindruck,ebenso sein politisches Glaubensbekenntnis;, Las erbei Eröffnung des Landtages am 22. März 1848ablegte, u. die Ertheilnng einer Amnestie für allepolitischen Verbrechen n. Vergehen. Das ncnge-schaffene populäre Ministerium war zusammenge-setzt ans: v. Thon-Dittmer für das Innere, Heintzfür Justiz, v. Lcrchcnfeld für die Finanzen,Wcis-hanpt für den Krieg u. Graf Bray für das Äußere.Der Landtag berietk rasch die wichtigsten von derRegierung vorgelegten Gesetzentwürfe über einWahlgesetz für das Parlament, ein Prcßgesetz,Aufhebung der standes- u. gntsherrlichen Gerichts-barkeit, Aushebung, Fixirung n. Ablösung vonGrundlasten, ein neues Wahlgesetz n. Vervollstän-digung der Vertretung für die Pfalz, Initiative,Ministerverantwortlichkeit, Capital- n. Einkommen-steuer, Aufhebung des Jagdrechtes auf fremdemGrund u. Boden, Aufhebung des Lehnsvcrban-des rc. Der Gesetzentwurf für Aufnahme einesfreiwilligen Staatsanlehens von 7 Will, wurdeangenommen. Der am 5. Juni veröffentlichteLandtagsabschied enthielt die Sanction sämmtlichervorgcschlagenen Gesetze, 20 an der Zahl, in dervon den Kammern beliebten Fassung. Unterdessenwaren bereits am 18. April die Wahlen für dasDeutsche Parlament im ganzen Lande vorgcnom-men worden u. meist in liberal-constitntioncllemLünne ausgefallen. Excesse verschiedener Art ver-anlaßten die Regierung, eifrigst für Organisationder Bolkswehr zu sorgen. Am 12. Ang. wurdendurch königlichen Erlaß die demokratischen Vereineverboten. Auf das Gerücht, daß die werthvollstenStücke des Haus- n. Staatsschatzes ins Auslandgegangen seien, entstand am 21. Ang. in Mün-chen ein heftiger Tumult, der zu einem blutigenZusammenstöße mit dem Militär führte. Darauferst gab das Ministerium eine wenigstens beruhi-gende Antwort, wonach keine weiteren Excesse vor-fielen, Am 3. Sept. wurde von der Regierungdie Öffentlichkeit in den Berathungen der Ge-meindcangelegenheiten verfügt. Ein neuer Kra-wall mit vielen Gewaltthätigkciten n. Verwundungenerfolgte 16. bis 18. Oct. in München wegen einesBieranfschlages. Ans eine Adresse der Bürger anden König wegen hierbei bewiesener Unthätigkeitder betreffenden Behörden erfolgte ein weit hin-aus reichender Beamtenwechsel. Am 20. Oct. er-hielt die unterdeß in München gebildete deutsch-katholische Gemeinde die königliche Bestätigung.Der seit längerer Zeit erwartete Ministerwechselerfolgte am 15. Nov.: v. Lerchenfeld übernahmdas Innere, Weigand die Finanzen, Lesuire denKrieg; v. Thon-Dittmer trat als Staatsrath zu-rück; das Cultnsministerium ward wieder mit demMinisterium des Innern vereinigt, wogegen einneues Ministerium des Handels u. der öffentlichenArbeiten gebildet wurde. Lerchenfeld legte indeß,da er höchsten Ortes mit seinen Grundsätzen nichtmehr durchdrang, sein Ministerium schon am20. Dec. Mieder nieder, n. an dessen Stelle tratder höchst unpopuläre frühere Cultusministerv. Beisler. Am Schlüße des Jahres wurden