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Bayern (G
Rcichsrath gegen eine vom Landtage nicht geneh-migte Verwendung der Überschüsse aus den Staats-einnahmen für Kunstbauten sich anssprachen, wnr-den beide in ungnädiger Weise entlassen, u. anWallersleins Stelle trat infolge der Einflüsseder streng-katholischen Partei bei Hofe der Lega-tiousralh v. Abel erst als Staatsrath, im folgen-den Jahre als wirklicher Minister. Von diesemWechsel datirt eine für B. höchst trübe Zeit derWillkür: umsonst reclamirten dieAdvocaten gegendie ihnen gewordene Verweigerung des Eintrittesin die Kammer, umsonst erhob die Kammer dieWünsche des Landes für eine freiere Presse zumBeschluß, umsonst erhob sie sich gegen die überausstarke Vermehrung der Klöster u. die Verweisungdes Unterrichtes an dieselben. Noch brachte dasI. 1838 die höchst verhängnißvolle Verordnung,nach der auch protestantische Soldaten u. Land-wehrmäuner bei Processionen vor der Hostie dasKnie beugen sollten, n. welche nach Interventiondes Landtages erst 1844, nachdem sie viele Er-bitterung erregt u. namentlich das friedliche Ver-hältniß zwischen Katholiken und Protestanten ge-stört, einigermaßen modificirt wurde. Der nächsteLandtag (8. Jan. bis 14. April 1840) brachteaußer dem Nachdruckgesetze, dem Gesetze über denVereinszolltarif gleich dem vorigen die erfreulicheErscheinung, daß die Einnahmen des Staates dieAusgaben um ein Bedeutendes überstiegen; dieFrage der Verwendung dieser Ersparnisse bliebaber trotz stürmischer Debatten, während derensich der Minister von Abel in heftigster Weiseüber seinen Vorgänger, den Fürsten Wallerstein,anSließ, ungelöst n. kam auch auf dem nächstenLandtage nicht zur Entscheidung. Jndeß hatte dieRegierung weitere Schritte zur Wiederherstellungder alten hierarchischen Gewalt der KatholischenKirche gethan: dem Episkopat war die Korrespon-denz mit Rom in kirchlichen u. geistlichen Dingenfrcigegeben, den Redemptoristen ein Kloster inAltötting eröffnet. Auch im Protestantismus zeig-ten sich Zerwürfnisse, hervorgerufen durch dasEmporstreben des Pietismus und Mysticismus;zwischen beiden Kirchen aber war der frühereFriede gebrochen. Der nächste Landtag (20. Nov.1842 bis 30. Ang. 1843) nahm die Anträge ausErleichterung in der Preßgesetzgebung an; derAntrag auf Vorlage eines Gesetzes über Verant-wortlichkeit der Minister wurde auch durch dieKammer der Reichsräthe unterstützt, während siedem Anträge auf Gewährung einer allgemeinenCivil- u. Criminalgesetzgebung mit Öffentlichkeitu. Mündlichkeit nicht beitrat; Las Eisenbahngesetzwurde nach langer Berathung votirt u. eine ersteAnleihe von 10 Millionen für die Staatsbahnvon Hof nach Lindau bewilligt. Das anfangsscheinbar gefährdete Einverständniß zwischen Re-gierung u. Abgeordneten war völlig hergestellt,namentlich da die Regierung in der Frage derVerfügung über die Überschüsse der Einnahmeden Neclamationcn der Kammern Rechnung ge-tragen hatte, freilich erst, nachdem die Erübrig-ungen vollständig ansgegeben waren. GegenEnde des Jahres 1843 erhielt die September-revolution in Griechenland das Land und dieNegierung in Aufregung; noch größere brachte
.sch. bis 1847).
unter den Protestanten das Verbot der Theil-nahme am Gustav-Adolf-Verein, besonders aberdie mehreren zu Abgeordneten gewählten Staats-dienern, vorzugsweise Protestauten, gewordeneUrlanbsverweigcrung zur nächsten Session desLandtages (5. Dec. 1845 bis 24. Mai 1846).Dieselbe war bcmsrkenswerth durch die heftigenkirchlichen Streitigkeiten, die durch die Anträgedes Fürsten Wrede in der Ersten Kammer her-vorgernfcn wurden. Unter diesen Anträgen wa-ren besonders wichtig zwei, dahin lautend, daßdie Regierung keine neuen Klöster mehr errichtenlassen u. keine geistlichen Genossenschaften gestattenmöchte, welche den religiösen Frieden zu störendrohten; beide wurden angenommen. Jedoch wur-den gerade die wichtigsten Anträge der Stände:höhere Besoldung der Schullehrer, Verhinderungder Klosterzunahme, Entfernung der Redempto-risten, als nicht zu ihrer Competenz gehörig imLandtagsabschiede znrückgewiesen, die Befürwort-ung einer verfassungsmäßigen Preßfreiheit u. derEinführung des Princips der Öffentlichkeit undMündlichkeit einfach unbeachtet gelassen. Erst nach-dem ein theilweiser Wechsel im Ministerium vorsich gegangen — Abel, den alle Parteien, außerder streng-klerikalen, haßten, blieb — trat im Au-gust 1846 in der Censur ausländischer Blättereinige Milderung ein; doch blieben einige Zeit-ungen noch immer ganz verboten, ebenso derGustav - Adolf - Verein, während dagegen dieMönchsorden Zunahmen. Die Wirksamkeit derdrei letzten Ständeversammlnngen war aber nicht'ohne Einfluß auf die Regierung geblieben. Zeug-nis; davon gab die Errichtung eines besonderenMinisteriums für Cnltns u. Unterricht im Januar1847, womit v. Abel dem Lieblingskreise seinesWirkens entrückt wurde. Einen plötzlichen Wende-punkt in der Regierung, sowie in der bisher inder Hauptsache befolgten Politik verursachte dievom König gestellte Jndigenatssordernng für dieneue Gräfin v. Landsfeld, eine in der Gunst Lud-wigs hochstehende spanische Tänzerin, Lola Mon-te;, welche die Ultramontanen vergeblich für ihreZwecke zu gewinnen versucht hatten. Dieser For-derung antwortete Abel durch ein Memorandumvom 11. Febr. 1847, das deutlich dnrchblickenließ, daß die Partei im Nothfalle selbst vor einemAppell an die Massen und damit einer Volksbe-wegung nicht znrückschrecke. Der König geneh-migte darauf am 13. Febr. das angeblich aufdiese Forderung sich stützende Entlassnngsgesnchdes Ministeriums in ungnädigster Weise. Dieprovisorischen Minister Zu-Rhein, Maurer undZenetti entsprachen der vom Monarchen gestelltenAnforderung des energischen Einschreitens gegendie ultramontane Partei. Zunächst wurden 9 Pro-fessoren n. Docenten der Münchener Universität,bekannt wegen ihrer streng-kirchlichen Gesinnung,darunter Lassaulx, Höfler, Phillips, Döllinger,peusionirt oder versetzt. Die Entsetzung des Erste-ren führte zu Studententumnlten. Diesen Ent-lassungen folgten einige liberale Anordnungen,Begnadigungen, Aufhebung Abelscher Ministerial-verordnungcn zu Gunsten der Klöster u. Klerika-len rc. Der zum Zwecke der Bewilligung einerhöheren Zinsgewährung für die Eisenbahnanlehen