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Bayern (Gösch. bis 1837).
bewilligt war, die Kammern am 16. Juli schloß.Der Landtag hatte außerdem eine neue Zollord-mmg n. Gesetze für eine bessere Gerichtsordnung rc.sestgeslellt. Der 2. Landtag von 1822 hatte zumersten Mal die Rechnungen über die öffentlichenEinnahmen u. Ausgaben zu prüfen n. fand dabeinamentlich im Militäretat solche Überschreitungen,daß er sich veranlaßt sah, auf Vereinfachung derMilitärverwaltung zu dringe»; dann aber bericther das Hypotheken- und Prioritätsgcsetz. Der
3. Landtag von 1825 beschäftigte sich wieder haupt-sächlich mit Finanzangelegenheiten, genehmigte dieGründung der sogenannten Amortisationskasse, diemit der Staatsschuldcntilgungskasse verbundenwurde. Durch die 3 Landtage ward wenigstenseine neue Belastung der Unlerthancn umgangen— ein jedenfalls günstiges Resultat. Am 13. Oct.1825 starb Maximilian I. Joseph, im ganzenLande aufrichtig betrauert. Ihm folgte sein SohnLudwig I., der sogleich durchgreifende Reformenzur Ordnung der Finanzen und Sicherung desStaatshanshaltsetats traf, überflüssige Behördenaufhob, die kostspielige Garde zu Fuß n. zu Pferdin Liuicntruppeu verwandelte n. die Kreisregicr-nngen vereinfachte; außerdem wurde jeder Mi-nister verantwortlich gemacht, mit den für seinMinisterium bewilligten Fonds auszukommen. DieCensur für alle nicht-politischen Blätter wurde auf-gehoben u. dem Ministerium des Innern eine neueSection, der oberste Kirchen- u. Schulrath, bei-gegebcn, in welcher anch die Protestanten vertre-ten waren. Beim Militäretat wurde jährlichmehr als 1 Million erspart u. dem Schuldentilg-nngsfonds zugcwieseu. Anderseits wurden bedeu-tende Summen für die Verschönerung der Haupt-stadt anfgcwcndet; es wurden nach u. nach unterLudwig die Prachtbauten ausgeführt, wclcheMünchenzu einem Lieblingssitze der Kunst stempelten. Auchin den Provinzen wurden großartige Bauten unter-nommen, so (später)die Walhalla bei Negcnsburg u.die Bcfreiungshalle bei Kclhcim; auch nahm Kö-nig Ludwig den Plan eines Kanals, der Leu Mainmit der Donau verbinden sollte, wieder auf; dasProjekt ward aber erst 1836 wirklich in Angriffgenommen u. fand 1845 feine Beendigung (s. Lud-wigskanal); 1827 verlegte Ludwig die Universität vonLandshut nach München. Durch ein Gesetz des
4. Landtages, von 1827, wurde B. eine Pro-vinzialverfasfnng gegeben durch die Einführungdes in der Pfalz bereits bestehenden Instituts derLandräthe anch in den anderen 7 Kreisen. Seit1827 wurden, den bis jetzt nicht erfüllten Stipu-lationen des Concordats zufolge, geistliche Ordenu. Klöster wiederhergestellt und durch ein köuigl.Nefcript in Rhein-B. das bestandene vereinigteSeminar der Schullehrer für Protestanten u. Ka-tholiken getrennt; für die protestantische Geistlich-keit entwarf das Oberconsistorinm neue Discipli-nargesctze n. führte eine strenge Beaufsichtigungfür dieselbe ein. Wirkten diese Maßnahmen erbit-ternd gegen ihren Urheber, den Minister v. Schenk,so gewann auf der anderen Seite der König neueSympathien durch die lebhafte Unterstützung, welcheer der griechischen Sache angedeihen ließ. Die po-litische Bewegung des Jahres 1830 berührte B.kaum, um so tiefer aber die Nachwirkungen des-
selben. Auf dem 5. Landtage von 1831 kam,nachdem die Zweite Kammer entschieden gegen Be-willigungen für die Prachtbauten sich erklärt n. inder Thal bedeutende Ersparnisse durchgesetzt, daSinfolge der Ereignisse von 1830 erlassene Censnr-edict vom 28. Juni 1831 als eine Verletzung derVerfassung zur Sprache, n. mußte die Regierungnach Beschluß der Kammer dasselbe znrückzichen.Diese Niederlage der Regierung führte zum Rück-tritte des bisherigen Ministeriums, das nun durchein anderes ersetzt wurde (Fürst Ludwig von Öl-tingen-Wallerstein für das Innere), deshalb aberdie Bewegung in der Pfalz nicht hintertreibcnkonnte, wo gegenüber den Prcßmaßregeln derRegierung sich ein Verein zur Unterstützung derfreien Presse gebildet hatte, n. endlich die Unzu-friedenheit am Hambacher Feste (27. Mai 1832),das im Constitntionsfcste zu Gaibach bei Wllrz-bnrg für die rechtsrheinische Seite einen Wider-hall fand u. dem in verschiedenen Städten Aus-läufe folgten, zum Ausdrucke kam. Die Regier-ung sandte den Feldmarschall Fürsten Wrcde miteinem Truppcncorps in die Pfalz, der ohneSchwertstreich die Provinz zur Ruhe brachte, n.verfolgte mit aller Strenge die Hanptsprechcr beidiesen Festen, sowie die Hanptführcr der radikalenPartei (Wirth, Sicbenpfeisser, Behr rc.), schrittanch gegen die Universitäten ein, nachdem baye-rische Studenten sich am Frankfurter Attentat be-theiligt; namentlich aber wurde überall die Presseder strengsten Überwachung unterzogen. Währenddieser Procednren hatte König Ludwig seinen Lieb-lingsplan durchgcsctzt, seinen zweiten Sohn Ottozum König von Griechenland erwählt zu sehen,wodurch aber dem Lande neue schwere Opfer el-wnchsen n. damit wieder neue Verstimmung inder Bevölkerung wachgernfen wurde. Das Jahr1833 brachte durch Vertrag vom 15. Mai denAnschluß B-s mit Württemberg an den Preußi-schen Zollverband, wodurch der Allgemeine DeutscheZollverein vom 1. Juni 1834 angebahnt ward.Der Landtag von 1834 (8. März bis 28. Juni)bewilligte für die FestnngJngolstadt 20,189,836 fl.,stellte die Civilliste des Königs für immer fest u.radicirte deren Betrag (2,350,580 fl.) auf die ge-summten Staatsdomänen; dann genehmigte er dasGesetz über Errichtung der Bayerischen Hypothe-ken- n. Wcchselbank. Jndeß dauerten die politi-schen Processe fort, die selbst gegen 6 Männerwegen Theilnahme am Versuche, Wirth zu be-freien, mit Todesurtheil endeten. Den Mitglie-dern der Unirten und Nicht-unirten GriechischenKirche wurden gleiche Rechte mit den Anhängernder drei übrigen christlichen Kirchen ertheilt. 1335wurde die Eisenbahn von Nürnberg nach Fürtheröffnet, die erste in Deutschland, ebenso die Hy-potheken- und Wechselbank, ein neuer, strengerStudienplan u. Disciplinarordnnng für die Uni-versitäten eingeführt; und in das I. 1836 fallendie Abbitten vor dem Bildniß des Königs n. an-dere Zwangsdemllthigungen gegen die Radikalenvon 1832 u. die Anordnungen über strenge Be-aufsichtigung der Beamten. 1837 erfolgte die Um-wandlung der Kreise in Regierungsbezirke mit denalten Landesnamen (s. Geogr.). Da der Landtagvon 1837 u. selbst der Minister Wallerstein als
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