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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Bayern (Gcsch. bis 1819).

Wissenschaften erhielt 1807 eine nene, zweckmäßigeOrganisation; 1808 wurde das Manch-, Post-,Salinen-, Forst- und Bergwesen nen organisirt,eine nene Gerichtsordnung und städtische Polizei-ordnnng cingeführt, eine Akademie der bildendenKünste errichtet, eine eigene Section des Ministe-riums des Innern für Las Kirchenwescn ans ka-tholischen u. protestantischen Rächen gebildet, dasGemcindewesen geordnet u. am 1. Mai eine derfür das Königreich Westfalen erlassenen nachge-biidete neue Verfassung nach dem Repräsentativ-systcm veröffentlicht, obwol dieselbe in dem Drangeder Zeit nicht ins Leben trat. Gegen solche Ärnnd-reformen fehlte cs nicht an Widerstand, am auf-fallendsten in Tirol. In dem Kriege gegen Preu-ßen ii. Rußland von 1806 u. 1807 stellte B. alsGlied des Rheinbundes zur französischen Armee30,000 Dt., die theils in Schlesien, theils in Po-sen n. Preußen kämpften; im Österreichischen Kriegegegen Frankreich von 1809 wurde B. Kriegsschau-platz; aber die Österreicher wurden durch dieSchlacht bei Abcnsberg u. Eckmühl und die Ge-fechte bei Rohr, Landshnt u. Regensbnrg baldvertrieben, wobei die bayerische Armee tapfer focht.Doch wurde B. durch den Aufstand der Tiroler fort-während beunruhigt. Im Frieden zu Wien(14. Oct. 1809) mußte B. das südliche Tirol anItalien, Ulm u. mehrere andere Landschaften anWürttemberg, Schweinfnrt n. einige Theile desMainkreises an Würzburg (491,000 Ew.) abtre-tcn, erhielt aber dafür Salzburg mit Berchtes-gaden, das Inn- n. Hansruckviertel, das Fürstcn-thnm Regensbnrg, die Markgrafschaft Bayreuth u.einige württembergische Landstriche (565,000 Ew.),so daß es nun etwa 3,700,000 Seelen zählte.1812 marschirlen 30,000 M. mit den Franzosennach Rußland n. fanden dort ihr Grab; die imNovember nachgesaudtenErsatzmannschaften(10,000M.) erhielten in den Oder- und McichfelfestuugenVerwendung. Eine neue Armee wurde 1813 ge-bildet, von welcher eine Division zum französischenHeere stieß, während der übrige Theil unter demFeldmarschall Wrede am Inn eine Stellung ge-gen Österreich einnahm. Jndeß der Napoleoni-schen Vasallenschast n. des französischen Druckesmüde, schloß Maximilian Joseph am 8. Oct. 1813mit Österreich den Vertrag zu Ried, wobei ihm imAllgemeinen der freie Besitz seiner Staaten ge-sichert, zwar Abtretungen an Österreich bedungen,dafür aber Entschädigungen verheißen wurden.Unter der Führung Wredes fochten dann dieBayern bei Hanau n. 1814 bei Brienne, Arcis-snr-Anbe rc. Am 4. Juni 1814, 5 Tage nachAbschluß des ersten Pariser Friedens, kam zwi-schen Österreich u. B. zur Vollziehung des RiederTractats ein näherer Vertrag zu Stande, durchwelchen B. an Österreich Tirol n. Vorarlberg, dasInn- n. Hansruckviertel abtrat n. dafür Würz-bnrg u. Aschasienburg u. das Amt Redwitz er-hielt. Für die hierdurch entstehende Einbuße B-swurde ihm die Vermittelung dafür versprochen,Laß es die Rhcinpfalz mit einem das Gebiet amRhein n. Las am Main verbindenden Landstricheerhalten solle. Durch neuen Vertrag vom 14. April1816 erhielt dann B. für die Einbuße einen vonOst-B. getrennten Landstrich am linken Rheinnfer,

die jetzige Pfalz; der versprochene verbindendeLandstrich wurde nicht gewährt, sondern nach demAbschiede der Territorialcommission vom 20. Juli1819 von Baden ein Theil des Amtes Wertheimund von Österreich eine jährliche Rente von100,000 fl. B. wurde damit von 1700 HjMmit 3,700,000 Ew. auf 1388 f^M »nt 3,560,000Ew. verkleinert- Dem neuen Deutschen Bunde(8. Juni 1815) trat B. nur unter Wahrung sei-ner Sonveränetätsrcchte bei. Auch während derbewegten Zeit von 180916 ruhten die Reform-arbeiten im Innern nicht: 1809 wurde die Städte-ordnung vervollständigt, gleiches Maß, Gewicht u.Münze cingeführt, das Rechtsverhältnis) der Ein-wohner in Bezug auf Religion n. kirchliche Ge-sellschaften geordnet, Spccialgcrichte, Schullchrer-seminarien und eine Consistorialordnimg für dieProtestanten cingeführt, die Universität Altorf auf-gehoben, 1810 der Landwirthschaftliche Verein ge-gründet, 1811 die Schnldentilgungscommission er-richtet, das Fidcicommiß- u. Majoratswesen ge-ordnet; 1812 erfolgte das Edict über Jndigenat,Staatsbürgerrccht, die Rechte der Fremden m B.,1813 die Errichtung des Reichsarchivs, die Ver-kündung des Allg. Strafgesetzbuches, das Edictüber die Verhältnisse der Inden, 1815 Errichtungeiner ständigen Commission für Civil- undCriminalgesctzgebnng im Justizministerium, 1816die Organisation der Negierung in der Rhein-pfalz. Am 2. Febr. 1817 erhielt der Premier-minister Montgelas, hauptsächlich auf BetreibenÖsterreichs, seine Einlassung; es wurde ein neuesMinisterium gebildet u. der Staatsrath organisirt;das Land erhielt eine nene Eintheilnng in 8 Kreise(Isar-, Unterdonan-, Regen-, Oberdonan-, Nezat-,Obermain-, Untermain- und Rheinkreis), jedemKreise eine Regierung mit je einer Kammer fürinnere u. je einer Kammer für Finanzangelegen-heiten vorgesetzt; durch Edict vom 17. Mai 1818erhielten die Städte u. Gemeinden ihre Selbst-verwaltung wieder, die ihnen früher entzogenworden war, u. wenige Tage danach gab Maxi-milian Joseph eine Verfassung (26. Mai 1818),durch welche B. ein constitutioneller Staat wurde,der erste größere in Deutschland und die heute,allerdings unter wesentlichen Modifikationen, nochgiltig ist; zugleich wurden durch besonderes Edictdie protestantischen Kirchenangelegenheiten nen ge-ordnet und durch Abschluß des Concordats am5. Juni 1817 auch die der Katholiken regnlirt.Dem zufolge sollten künftig in B. 2 Erzbisthümer(München n. Bamberg) u. 6 Bisthümer (Passau,Regensbnrg, Augsburg, Eichstädt, Würzbnrg n.Speyer) bestehen. Beide Edicte wurden der Ver-fassung einverleibt. Außerdem hatten nach Auf-hebung der Hochschulen zu Dillingen u. Bambergdie Landesuuiversitäten Landshnt, Würzbnrg n. Er-langen neue Satzungen erhalten, und waren diewissenschaftlichen Sammlungen u. Institute bedeu-tend vermehrt worden. In der am 4 Febr. 1819eröffneten Stäudeversammlung wurde die Öffent-lichkeit der Verhandlungen beschlossen. Aber überdas Budget, besonders die Schuld von 105 Will,u. das jährliche Deficit von 700,000 fl., kam eszu gereizten Auftritten, so daß die Regierung, so-bald das Budget, refp. das 6jährige Finanzgesetz