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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Voyeur (Gcsch. bis 1803).

znrückkchren konnte; aber noch vor Ende desJahres gewannen die Österreicher wieder festenFuß in B., in der Nothwendigkeit, nochmals znfliehen, enthob den Kaiser der Tod, 20. Jan.17-15. Ihm folgte als Kurfürst sein Sohn Maxi-milian III.Joscph, der am 22. April 1745 denSeparatfrieden zu Füßen schloß, in welchem Öster-reich alles von B. Eroberte hcransgab, B. dage-gen die Pragmatische Sanction anerkannte n. demHerzog Franz von Lothringen seine Stimme zurKaiserwahl versprach. Maximilian Joseph botnun Alles ans, die inneren Zustände zn bessern,das Land, das unter einer Staatsschuld von40 Mill. seufzte, zn heben durch Beförderung derIndustrie (Porzellanfabrik, Münz- n. Bergwerks-Eollcginm), des Handels, Straßenbau rc. Sodannführte er zuerst eine Wechselordnung n. ein Wechsel-gericht ein, 1751 ein neues Peinliches Gesetzbuch,1753 eine musterhafte Gerichtsordnung, 1756 dasBayer. Landrecht, alle 3 die Arbeiten Kreitmayrsu. znm Thcil bis in die neueste Zeit hinein inGebrauch. Weiter errichtete er eine Bcttclordnnng,Leihhäuser n. stiftete 28. März 1759 die Akademieder Wissenschaften, deren Druckschriften der Kur-fürst der Ccnsnr der Jesuiten entzog. Dabeiwurden an der Universität neue Lehrstühle fürNechtslehre u. Arznciknnde errichtet, ebenso einechirurgische Schule, die höheren Lehranstalten wiedie niederen Schulen verbessert, eine Mnstcrschnlefür Schullehrer gegründet, die Klöster reformirt,Feiertage abgcschafft u. eine mildere Büchcrccnsnrcingcfnhrt, zur Förderung der Künste eine Maler-in Zeichnungs-Akademie gestiftet rc. MaximilianJoseph st. 30. Dcc. 1777 kinderlos, n. mit ihmerlosch die Lndwigsche Linie. Ihm folgte ver-tragsgemäß der Kurfürst Karl Theodor von derPfalz, von der Snlzbachcr Linie, während mitRücksicht ans dessen Kinderlosigkeit der HerzogKarl von Zweibrücken, ans der Linie Birkenfeld,als eventueller Thronfolger bestimmt war.

II. B. unter der pfälzischen Liniebis zur Annahme der KLnigswürde, 1777bis 1806. Durch Karl Theodor wurden B. u.Pfalz nach 448jährigcr Trennung wieder ver-eint. Gleichzeitig mit dem Einzüge Karl Theo-dors in München am 2. Jan. 1778 rückten öster-reichische Truppen in Nicdcr-B. n. der Obcrpfalzein, um diese Lande für Österreich in Besitz znnehmen. Damit begann der Bayerische Erbfolge-kricg (s. d.), der durch Vermittelung von Rußlandn. Frankreich jedoch schon 13. Mai 1779 durchden Frieden zu Teschen sein Ende fand. B.blieb, abgesehen,von dem Jnnviertcl, das mit

64.000 Ew. an Österreich abgetreten wurde, un-getheilt, u. die eventuelle Erbfolge wurde nichtnur der Zweibrückener Linie als nächster Erbin,sondern auch der Birkcnfeld-Gelnhausen Seiten-linie zngcsichert. An Sachsen mußten 6 Will.,an Salzburg wegen der Salinen 430,000 u.an den Schwäbischen Kreis wegen Donauwörth

10.000 Gulden bezahlt werden. Ein neuer, vomKaiser Joseph II. 1785 vorgeschlagcner n. vonden Garanten des Teschener Friedens gebilligterUmtausch von B. gegen die Österreichischen Nieder-lande, wobei Karl Theodor den Titel König vonBurgund annehmen sollte, wurde durch den Protest

der Herzöge Karl n. Max Joseph von Zwei-brücken, unterstützt von Friedrich II. von Preußen,die Vorstellungen der bayerischen Landschaft, Ma-gistrate n. Behörden vereitelt. Karl Theodorgründete eine Landwirthschaftsschnle begann eineTrockenlegung des Donaumooscs, that viel fürKünste, namentlich für die Musik, verwendete aberdie von Max III. Joseph für Bildung n. Unter-richt bestimmten Güter der Jesuiten zur Erricht-ung einer Malteser-Zunge (der 9. oder bayeri-schen), um seinen unehelichen Sohn, den Fürstenvon Bretzenheim, als Großprior zu versorgen,übertrug den höheren Unterricht wieder denKlostcrgeistlichen u. wurde durch Entdeckung desIlluminatenordens (s. d.) u. die Einflüsterungenseines Beichtvaters, eines Jesuiten, gegen Auf-klärung n. Wissenschaft so argwöhnisch, daß eralle geheimen Gesellschaften mit Einschluß derFreimaurer unterdrückte n. strenge Ccnsnr derBücher, namentlich der ans dem Anslande kom-menden, entführte. Ohnedem bei den B. nichtbeliebt, machte er sich durch diese Maßregeln nochmehr Feinde, wurde aber eben darum noch miß-trauischer u. strenger, zumal nach AnSbrnch derfranzösischen Revolution. Die knrpfälzischcn Länder(Rhcinpsalz, Jülich n. Zweibrücken) kamen zuerstin die Gewalt der Franzosen (179295), Düssel-dorf n. Mannheim 1795, u. 1796 drangen Jonr-dan n. Moreau in der Öberpfalz u. dem Hcrzog-thnm B. ein. Der Kurfürst flüchtete nach Sachsen,n. sein Ministerium schloß 7. Scpt. 1796 mitMoreau einen Waffenstillstand u. zog das bayeri-sche Contingent von der Rcichsarmee zurück; auchwurde eine Contribnlion von 10 Mill. Frankenversprochen, aber nicht gezahlt, da kurz darauf dieÖsterreicher wieder siegreich vordrangen. DerFriede von Campo Formio gereichte B. znmgroßen Nachtheil, da durch denselben Salzburgu. der Thcil B-s, welchen der Inn von Tirolbis zum österreichischen Jnnviertcl begrenzt, Öster-reich zngcsprochcn wurde. Den Wiederansbrnchdes Krieges erlebte Karl Theodor nicht mehr: erst. 16. Febr. 1799 (Erlöschen der Pfalz-Sulz-bacher Linie), u. da Herzog Karl v. Zweibrückenkinderlos 1795 gestorben, so folgte dessen BruderMaximilian Joseph in B. Mit ihm beganneine neue Zeit: die strengen Maßregeln seinesVorgängers u. viele den Einwohnern lästige Miß-bräuche in der Verwaltung wurden aufgehoben,n. trotz des seit 1798 wieder ausgcbrochenenKrieges zeigte sich überall neues Leben, ja, selbstauf der Flucht in Amberg erließ Max Joseph10. Nov. 1800 die Verordnung, welche den Nicht-Katholiken die feste Niederlassung in B. gestattete.Durch den Frieden von Lnncville, rcsp. Reichs-deputationshauptschluß vom 25. Febr. 1803 ver-lor B. zwar alle Länder jenseit des Rheins(220 s^M mit 753,000 Ew.), bekam aber dafürdie Bisthümer Bamberg, Augsburg, Frcising,dann Theile von Wllrzdnrg, Passau und Eich-städt, die Propstei Kempten, 12 Reichsprä-laturen und 15 Reichsstädte, worunter Ulm,Memmingen, Nördlingen, Schweinfurt (324PFMu. 898,000 Ew.). Die begonnenen inneren Re-formen wurden jetzt, nachdem der Kurfürst seinenbisherigen Minister des Auswärtigen, Len Frei-