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Bayern (Gesch. bis 1744).
hielten, u. die Grafschaft Cham. Er suchte nundem so arg verwüsteten Lande nach Kräften anf-zuhelfen n. ließ seinem Sohne Ferdinand Marianoch bei Lebzeiten huldigen; er st. 1651. Fer-dinand Maria wurde 1654 volljährig; er st.1679; ihm folgte sein ältester L>ohn MaximilianEmannel, der sich entschieden auf die SeiteÖsterreichs neigte, für das er 6000 Mann Hitss-truppen gegen die Türken stellte, 1683 mit10,000 Di. zum Entsätze nach Wien zog, wieder-holten Türkenkriegcn beiwohnte u. Belgrad 1688erstürmte. Hierauf zum kaiserlichen Feldmarschall-licutenant ernannt, befehligte er 1690 das Reichs-Heer gegen Frankreich als Obergeneral. Im Dec.1691 von König KarlII. von Spanien zumGeneral-capitän der Spanischen Niederlande ernannt, be-gab er sich sogleich dahin, da er in dieser Stelledie erste Stufe zur spanischen Herrschaft erblickte.Seine erste Gattin, Maria Antonia, Tochter desKaisers Leopold I., war nämlich die nächste Erbindes spanischen Thrones, u. ihr Recht ging nachihrem Tode auf ihren Sohn, den KurprinzenJoseph Ferdinand, über, den auch König Karl II.im Nov. 1698 zum Erben seiner ganzen Mo-narchie bestimmte. Der Kurprinz starb aber imFcbr. 1699. Ein neuer Theilungsvertrag derspanischen Monarchie zwischen Frankreich, Eng-land u. Holland n. das Testament, in welchemKarl II. kurz vor seinem Tode den PrinzenPhilipp von Anjou, Sohn Ludwigs XIV., zumErben einsetzte, erwähnte des Kurfürsten Ansprücheans die Niederlande nicht, an deren Besitz, resp.der erblichen Statthalterschaft ihm sehr viel lag.In dem nun zwischen Österreich u. Frankreichausbrechenden Spanischen Erbfolgekricge stellte sichMax Emannel, da von Österreich Nichts zu er-langen war, Frankreich dagegen ihm die Nieder-lande versprach, auf des Letzteren Seite. Obwolohne Geldmittel (er hatte selbst die Kleinodien desbayerischen Kronschatzes in Amsterdam versetzt),begann er den Krieg im Sept. 1702 (s. u. Spa-nischer Erbsolgekrieg). Nach der Schlacht vonHöchstädt (15. Aug. 1704) wurde ganz B. vonden Österreichern besetzt u. als erobertes Landbehandelt. Der Gemahlin des Kurfürsten bliebnur das Rentamt München; aber sie verlor auchdieses, als die Verschwörung der Bayern wider diefurchtbar hausende österr. Besatzung entdeckt wurde.Trotz der schweren Bestrafung dieser Verschworenenrotteten sich, als im Winter 1705 12,000 Bayernausgehoben wurden, erst die Bauern am Walde u. inder Oberpfalz, dann am Inn u. an der Isar inVerbindung mit den Bürgern, von solchen u. Stu-denten geführt, zusammen, u. binnen Kurzemstanden 30,000 Bayern als Landesvertheidiger inWaffen; kein Österreicher war mehr sicher; Burg-Hausen, Braunau u. Schärding wurden im Ein-verständniß mit den Bürgern genommen, u. nunbrach der Aufruhr auch an der Donau los u. er-hoben sich die Ober-Bayern, um die in München fest-gehaltenen kurfürstlichen Prinzen zu befreien.Hier aber mißglückte der Aufstand (Blutbad beiSendling 25., Dec. 1705) u. bald auch ander-wärts, n. die Österreicher wurden nun noch strenger.Am 29. April 1706 sprach der Kaiser über MaxEmanuel die Reichsacht aus. Durch die Punctation
von Rastatt (14. Mai 1714) u. den Frieden vonBaden (7. Sept. 1714) wurde Max Emannel, derinzwischen in Len Niederlanden gelebt hatte, inalle seine Rechte wieder eingesetzt, die er vor demKriege besessen, außer in die Statthalterschaft inden Niederlanden, welche an Österreich kam. Am8. April 1715 betrat er wieder den Boden desfurchtbar ansgesogenen B-laudes, u. am 10. Aprilzog die ganze Familie in München wieder ein.Max Emannel führte statt des Tabakmonopols1717 eine Umlage ans die Feuerherde ein, er-leichterte die Einqnartierungslasten, führte dasStempelpapier ein, erneuerte das 1701 erlasseneAmortisationsgesctz, wodurch der Todtcn Hand dieErwerbung liegender Güter verboten wurde, undverbot 1717 die künftige Stiftung von Klöstern.Mit Österreich trat er wieder in gute Beziehun-gen, stellte ihm 1717 Hilfstruppen für den Tllr-kenkrieg n. schloß 15. Mai 1724 mit den Pfälzi-schen Gliedern des Hauses Wittelsbach den Haus-vertrag, in welchem sich die Wittelsbacher gegen-seitigen Beistand zusagten u. das Recht der gegen-seitigen Erbfolge neuerdings bestätigten. MaxEmanuel hiutcrließ bei seinem Tode (26. Febr.1726) das Land seinem Sohne Karl A lbrech t miteiner Schuldenlast von 30 Mill., der gegenüber dieStände 3 Mill. jährlich an Steuern bewilligtenn. außerdem 1728, 1731 u. 1735 außerordentlicheAulehen. Nach einem kurzen Versuche, durchSparsamkeit dem Lande aufznhclfen, verfiel er indie verschwenderische Art seiner Vorgänger undführte zur Mehrung der Einnahmen eine neueTax- u. Sportelordnnng u. das verderbliche Lotto-spicl ein. Mehr als durch Abgaben litt das Landaber durch einen neuen Krieg. Als 1740 mitKaiser Karl VI. das Haus Habsburg im Mannes-stamme ausstarb, erhob Karl Albrecht Ansprücheauf die gesammten österreichischen Erblande, indemer sich auf den Ehevertrag zwischen Herzog Alb-recht V. u. dessen Gattin Anna, Kaiser Ferdi-nands I. Tochter, berief (s. u. Österreich. Erb-folgekrieg). Er eroberte Österreich ob der Enns,nahm 1741 den Titel eines Erzherzogs v. Öster-reich an, ließ sich in Prag als König ».Böhmenhuldigen u. wurde 24. Jan. 1742 zu Frank-furt a. M. als Karl VII. zum Kaiser gewählt.Sein Glück hatte jedoch keine Dauer: am Tageseiner Erwählung fielen die Österreicher in B. ein,u. er mußte nicht nur seine Eroberungen, sondernauch B. selbst den Österreichern preisgeben.Jndeß lächelte ihm nochmals das Glück: in denersten Tagen des Oktobers 1742 hatte der ausösterreichischen in bayerische Dienste übergetrcteneFeldmarschall Seckendorf B. wieder erobert, n. imApril 1743 kehrte Karl in seine HauptstadtMünchen zurück, aber nach der Niederlage Mi-nnzzis Lei Lümbach (9. Mai 1743) mußte er am8. Juni wieder ans München fliehen,», nahmen nundie Österreicher ganz B. mit allen festen Plätzen,setzten zu München auch eine eigene Landcs-Äd-ministralion ein n. ließen der Maria Theresia denJntcrims-Huldigungseid leisten. I» diesem Un-glück wandte sich der Kaiser an Friedrich II. vonPreußen, u. durch den Einmarsch desselben inBöhmen (Ang. 1744) wurde B. bald wieder frei,so daß Karl VII. im Oct. 1744 nach München