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Bayern (Gesch. vis 1651).
der sich zuerst Herzog in Ober- und Nieder-B.nannte, stiftete 26. Juni 1472 die UniversitätIngolstadt n. Pflegte Künste und Wissenschaften.Alb recht III. von B.-Münchcn gab Verordnungenfür Rechtspflege u. Verwaltung, für bürgerlicheZucht, führte gleiches Maß und Gewicht ein undsicherte den Laudmanu vor dem Übermuth derRitter. Endlich im Jahre 1505, nach Beendigungdes für B. so verderblichen Landshuter Erbfolge-krieges u. nachdem an die pfalzbayerische Linienoch die sog. jnnge Pfalz (Neuburg, Sulzbach,Burglengenfeld rc.) ausgeschieden war, fiel ganzB. nach dem Aussterbcn der übrigen Linien wie-der in eine Hand, nämlich in diejenige AlbrechtsIV.von B.-München.
6. B. von der Wiedervereinigung biszum Aussterbeu der bayerischen Linie,1505—1777. AlbrechrIV. der Weise, der 1467seinem Bruder Siegmund in B.-Müuchen gefolgtwar, ließ, sobald er alleiniger Herr in B. gewor-den, am 8/ Juli 1506 vor den versammeltenStänden mit Einwilligung des Kaisers u. seinesBruders Wolfgang das Hausgesetz aussertigen,welches aus ewige Zeit die Uutheilbarkeit B-s n.das Recht der Erstgeburt von Sohn zu Sohnfcstsetzte. Die jüngeren Brüder sollten nur denGrafcntitel führen. Albrecht IV. st. 1508. Ihmfolgte sein ältester Sohn Wilhelm IV. derStandhafte, anfangs unter Vormundschaft, seit1511 selbständig regierend. Durch seine Pracht-liebe machte er sich mißliebig, u. die Stände ver-banden sich mit seinem Bruder Ludwig, der mitdem Grafeutitel u. der Apanage von 4000 Guldenunzufrieden war, zur Umgehung der Primogenitur.Die beidenBrllder verständigten sich 1514dahin, daßsie vorerst 3 Jahre lang in Gemeinschaft regierenwollten, doch sollte Ludwig seinen Sitz in Landshntnehmen. Die Regierung Beider war friedfertig:sie vergrößerten das Gebiet, verbesserten die Salz-siedereien in Rcichenhall, die Polizei-, Civil- u,Criminal-Gesctze, beschränkten aber die Rechte derLandstände, die durch die sog. Landstener (ständigenAusschuß) das ganze Steuerwesen des Landes vonAlters her in Händen hatten. Ludwig st. 1545,nnverheirathct. Wilhelm, anfangs der auch inB. Raum gewinnenden Reformation nicht abge-neigt, wurde nach der Achterklärung Luthers aufdem Reichstage zu Worms deren entschiedensterGegner, verklagte sogar die bayerischen Bischöfewegen allzu großer Nachsicht in Rom, ergriff strengeMaßregeln gegen die Stadt Regensburg, die 1542 dieneue Lehre angenommen, n. rief die Jesuiten insLand, die 1549 die Leitung der theologischen Stu-dien in Ingolstadt übernahmen, hier ein Collegiumbauten u. in ganz B. bald mächtig walteten.Wilhelm IV. st. 1550, u. ihm folgte sein kunst-,aber auch prachtliebender u. verschwenderischerSohn Albrecht V., der 1552 bei dem PassanerVertrage u. 1555 bei dem Reichstage zu Augs-burg, wo der Religionsfriede zu Stande kam,als Vermittler auftrat. Er bewilligte 1557 fürB. die Auslheilung des Abendmahls unter bei-derlei Gestalt u. trug 1562 bei dem Concil zuTrient auf Genehmigung der Priesterehe an;als der Papst Pins IV. jedoch beides verwarf,schlug er eine andere Richtung ein, legte den
Lehrern der Universität Ingolstadt bei Strafe derVerbannung ein öffentliches Glanbensbekenntnißauf, vermehrte die Zahl der Jesuiten u. verfolgteden Protestantismus aufs Äußerste. Er st. 1579.Ihm folgte sein ältester Sohn Wilhelm V., der,klösterlich erzogen, in die F-ußstapfen seiner Vor-gänger trat und die Jesuitencollegien zu Alt-Öt-ting, Landsberg, Regensbnrg n. München errich-ten ließ. Durch seine Verschwendung für Kirchenu. Klöster, neben Freigiebigkeit für Arme n. Kranke,häufte er neue Schulden auf das Land, so daßer, unfähig, sich ans den nicht endenden Finanz-verlegenheiten zu helfen, 1597 die Negierung anseinen ältesten Sohn Maximilian abtrat; in Ab-geschiedenheit von der Welt lebte er noch bis 1626.Maximilian I., der Große Kurfürst, führteeine strenge Ordnung u. Controls ein, lebte selbsteinfach, tilgte bald die laufende Schuld u. legteden Grund zu einem Staatsschätze, indem er neueFinanzquellen fand im Fleischaufschlag,, im Auf-schlag auf Gold- u. Silberwaaren, im Monopoldes Weißbierbrauens u. der Salzbereitung. Nachdem Borbilde Österreichs wurde eine allgemeineVolksbewaffnung eingeführt n. anfangs der 30.,später der 10. Mann zum Felddienste ausgchobenu. Braunau, sowie Ingolstadt stark befestigt. Erließ ein neues Gesetzbuch ansarbeiten, das 1616unter dem Titel: Landrechts-, Polizei-, Gerichts-,Malefiz- u. a. Ordnung für B. erlassen wurde;bildete die Zünfte um u. verordnte das Wandernder Handwerker. Die Exemtion der Reichsachtgegen die protestantische Reichsstadt Donauwörthveranlaßte im Mai 1608 die Bildung der Evan-gelischen Union zu Auhausen, gegen welche Maxi-milian, vom Papste anfgemnntcrt, den meist ausBischöfen bestehenden (schon 1538 geschlossenen)Bund, nun Liga genannt, 1609 organisirte.Mit dem Erzbischof Wolf Dietrich von Salzburggerieth er 1611 über den 1594 von Wilhelm V.abgeschlossenen Salzvertrag in Krieg, der mit derGefangennehmnng des Erzbischofs endete. Dieböhmischen Unruhen bewogen Maximilian 1619,die 1617 aufgelöste katholische Liga wieder herzn-stellen, als deren oberster Director er am 8. Öct.1619 mit dem Kaiser Ferdinand ein Bllndniß zugegenseitiger Unterstützung abschloß. Der Siegauf dem Weißen Berge war bes. MaximiliansWerk. Der Kaiser ertheilte ihm nach der Ächt-ung des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz1623 dessen Kurwürde auf Lebenszeit mit demErztruchseßamte 1628 erblich und überließ ihmfür die Kriegskosten die (bisher zur Nheinpfalzgehörende) Ober-Pfalz. Bei Erlassung des Resti-tutivnsedicts 1629 rieth Maximilian vergebenszur Mäßigung; 1630 erwirkte er ans dem Reichs-tage zu Regensbnrg die Entlassung Wallensteins,dessen Wiedereinsetzung jedoch 2 Jahre später, nach-dem Gustav Adolf von Schweden die Siege beiBreitenfeld u. am Lech errungen, auf seinen Rathwieder erfolgte. B. blieb jedoch Kriegsschauplatzu. wurde von Schweden u. Franzosen, die sichdort mit den Kaiserlichen u. Bayern schlugen, argverheert n. durch Eontribntionen, Plünderung u.Brand in schwere Noth gebracht. Im WestfälischenFrieden behielt Maximilian die Kur, die Ober-Pfalz, die aber die Schweden bis 1651 besetzt