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Bayern (<
dahin wenig beachteten Stipulation im .Concordatungemein viele Klöster wiederhcrgestellt; ihre Zahlbetrug 1847 161, Ende 1863 441, Ende 1872595 mit 1233 männlichen u. 5031 weiblichen An-gehörigen. Haupt- u. Residenzstadt des Königreichsist München. Militärw escn. Nach dem Ver-sailler Vertrage vom 23. Nov. 1870 stellt B. 2Armeccorps zum deutschen Rcichshecrc, die in Be-zug auf Organisation, Formation, Ausbildung,Gradabzeichen, Bewaffnung (mit Ausnahme desWerdcrgcwehres, das B. beibchält) wie die übrigedeutsche Armee einzurichtcn sind, jedoch wurde dieBeibehaltung der alten bayerischen Uniform, blaueWaffcnröcke und Raupenhelm, zugestanden. Deindeutschen Kaiser steht der Oberbcsehl im Kriege u.das Recht der Jnspicirnng im Frieden zu. (S. u.Deutschland.) Orden sind: Hubertnsorden, Ordendes St. Georg, Militär-Max-Josephs-Orden, Lud-wigsordcn, Civilverdienstorden, Verdienstorden desSt. Michael, goldene u. silberne Verdienstmedaillendes Max-Josephs-Ordens, Maximiliansordcn fürWissenschaft und Kunst (seil 1853); Fraucnorden:der Heil. Elisabeth- u. Theresienordcn n. 2 Damen-stiftsorden. Wappen: längliches viereckiges Schild,in 4 Thcile gethcilt, mit einem Herzschilde. Letz-teres hat die bayerischen Rauten. In dem oberenrechten Felde der pfälzische goldene rothgekröntcLöwe in Schwarz; in dem unteren linken Feldeder blaue goldgekrönte Löwe (wegen Veldenz) inWeiß, in dem oberen linken Felde 3 silberne Spitzenin Roth (wegen Franken), in dem unteren rechtenFelde ein goldener Pfahl auf roth u. weiß ge-streiftem Grunde (wegen Burgau? Schwaben).Schildhalter: 2 goldene Löwen mit gespaltenemSchweife, von denen jeder eine in silberne u. azurneRauten gethcilte Fahne hält. Das Ganze umgibtein mit Hermelin ansgeschmücktes Zelt, oben mitder Königskrone. Die Landesfarben sind hellblaun. weiß. Münzen, Maße n. Gewichte sinddie allgemeinen deutschen. Vgl. Grübel, Geogr.-statist. Handlexikon über das Königr. B., Würzb.,2. Ansg., 1867; Bavaria, Landes-u. Volkskundedes Königr. B., Münch. 1860—68, 5 Bde.
II. Geschichte. L.. Bis zum Aufkommender Witlelsbacher, 1130. Die ältesten bekanntenBewohner des altbayerischcn Landes waren Kelten,vom Stamme der Bojer, welche zuvor in Böhmen,das von ihnen den Namen hat, n. Mähren wohn-ten, im N., n. der Taurisker oder Noriker im S.Kurz nach dem unglücklichen Zuge der Kimbernu. Teutonen drangen andere germanische Völker-schaften, wie die Markomannen, Narisker, Hermun-duren n. a. in das Land u. vertrieben die Bojer,welche zum Theil nach Gallien answanderten. Alsdie Römer RhäUcn eroberten, wurde B. südlichder Donau als Viuäolioia, später Ilimstia, asonnän,römische Provinz, als welche es mit seiner Haupt-stadt LuAnstu Viuckslioorum (Augsburg) großerBlüthe theilhaft wurde; die Bewohner wurdenvollständig romanisirt. Franken war zu derselbenZeit von den Hermunduren bewohnt, die Pfalz, zurröm. Provinz Oorma-nia prima gehörig, von denNemetern. Seit den Erobernngszügen der Aleman-nen begann für B. eine unruhige Zeit: im 5. Jahrh.brachen erst die Hunnen, dann die Rugier, Skyren,Heruler und die snevischen Markomannen ein.
Franken kam zum Reiche der Thüringer, u. mitdiesem später zum Fränkischen, B. südl. der Donauaber znm Ostgothischeu u. dann ebenfalls zumFränkischen Reiche. Unter diesem bildeten dieBajuvarier, wie die nunmehrigen, ans verschiede-nen Stämmen verschmolzenen Bewohner hießen,einen Vasallenstaat, an dessen Spitze seit Mittedes 6. Jahrh. Herzoge ans dem Geschlecht? derAgilolfinger standen. Die Grenzen des Herzog-thnms Bajnvarien, Bojoarien od. B. waren Donau,Lech, Hochalpen, Enns u. Mur. Der erste derHerzöge, dessen die Geschichte erwähnt, warGaribald I., welcher um 554 zu Regensburg re-sidirte. Mit den Langobarden verbündet, wurdeer von den Franken geschlagen u. zum Friedengezwungen. Garibald I. st. um 595, u. auf Be-treiben der Franken wurde nicht dessen SohnGrimoald, sondern sein Anverwandter Thassilo I.Herzog u. vertrieb Grimoald ans B. Er führteKrieg mit den Avalen n. st. 609; ihm folgte seinSohn Garibald II., unter welchem, nachdem vor-her schon fränkische Könige die Gesetze der Bojoarenberichtigt hatten, König Dagobert (zwischen 628bis 638) die erste schriftliche Fassung derselbendurch Staatsmänner an seinem Hofe abfassen u.in B. einführen ließ. Ans seine Veranlassung sollenauch St. Eustasius u. Ägilus nach B. gekommensein, um das Christenthum dort auszubreiten.Garibald II. st. 640 auf einem Zuge gegen dieKärnthner, u. ihm folgte sein Sohu Theodo I.,welcher den Glaubensbotcn St. Emeran auffor-derte, das Christenlhum zu predigen, u. 680 starb.Theodo II., welcher selbst Christ wurde, nahm 702seine 3 Söhne als Mitregenten an, deren einerjedoch schon 712 starb; nach Theodos Tode (717)folgten Theodebert bis 724 n. Grimoald bis 725,die beide viel für Verbreitung des Christenthumsthaten, u. darauf des elfteren Sohn Hngibert, derdas ganze Land wieder vereinte, aber die Ober-hoheit der Franken anerkennen u. 728 den ver-weigerten Gehorsam mit einem Stück Land büßenmußte. Ihm folgte 737 sein Sohn Odilo oderUtilo, unter dem der Glaubensbote BonifaciusB. in 4 Bisthümer theilte: Salzburg, Ncgens-burg, Freising u. Passau (739). Odilo, welchermit Chiltrude, Karl Martells Tochter, seit 741vermählt war, gericth mit deren Brüdern Pipinu. Karlmann wegen des Schutzes, den er ihr u.ihrem 3. Bruder Gripho bot, in Streit u. wurde,obwol mit den Alemannen u. a. verbunden, aufdem Lechfelde 743 geschlagen u. gefangen u. erst 744wieder sreigegeben; er st. 748. Ihm folgte sein6jähriger Sohn Thassilo II. unter der Vormund-schaft seiner Mutter Chiltrude, der 757 demFrankenkönig den Eid der Treue schwören mußteu. dagegen sein väterliches Erbe als Lehn er-hielt. Auf Veranlassung seiner Gemahlin (seit 763)Luitberga, Tochter des Longobardcnkönigs Deside-rins, schloß er mit diesem u. dem Herzog vonAquitanien gegen die Franken einen Bund, erwurde aber von Karl d. Gr., nachdem dieser denDesiderius vom Throne gestoßen, 781 wieder zurAblegung des Vasalleneides gezwungen. Da Thas-iilo denselben nicht hielt, ward er 787 wiederbezwungen, knüpfte nun aber feindselige Unter-handlungen gegen Karl d. Gr. mit den Avaren