Druckschrift 
Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

25

Bayern (Gcsch. bis 1056).

an, so daß ihn dieser auf dem Reichstage zuIngelheim 788 seines Landes verlustig erklären u.in ein Kloster bringen ließ. 794 verzichtete Thas-silo zu Frankfurt feierlich ans B., welches nun zurfränkischen Provinz wurde. Karl d. Gr. theilte dasLand in Grafschaften unter Grafen, über welcheder gegen die Avaren u. Slaven in Böhmen be-fehligende Markgraf meist die Aufsicht führte. DieAvaren wurden bis an die Raab znrückgedrängt u.deren Gebiet, anfangs östliche Mark, später Öster-reich, bayerischen Grafen anvertraut, auch größtcn-theils mit Ansiedlern aus B. bevölkert. 798 erhieltB. auch einen eigenen Erzbischof durch Erhebung desBisthnms Salzburg zum Erzbisthum. Nach Karlsd. Gr. Tode (814) gab dessen Sohn u. Nachfolger,Ludwig der Fromme, anfangs die Verwaltung B-s,das außer B. Salzburg, Tirol bis Bozen, Österreichob der Enns, sowie Steiermark, Kärnthen n. Krainumfaßte, seinem älteren Sohn Lothar, in einerspäterenTheilung(817) demdrittgeborenen, Ludwig,als ein zur fränkischen Monarchie gehöriges König-reich. Dieser erhielt durch den Vertrag von Ver-dun (843) noch einen großen Theil von Deutsch-land; doch war B. noch das Hanptland diesesneuen, Ostfranken genannten Reiches, mit derHauptstadt Regensburg. Während Ludwigs fort-dauernden Kriegen mit slavischen Stämmen be-mächtigte sich sein ältester Sohn Karlmann desLandes zwischen der Donau u. dem Inn, das ihmder Vater auch, jedoch unter seiner Obergewalt,überließ (861). Nach Ludwigs Tode (876) erhieltKarlmann ganz B. mit der Hoheit über Böhmen,Mähren, Kärnthen n, einen Theil von Ungarn,später auch noch Italien mit der Kaiserwürde.Ihm folgte 879 sein jüngerer Bruder Ludwig, deralles Land außer Kärnthen für sich behielt, aberschon 882*kinderlos starb. Ganz Deutschland fiel nunan Karl den Dicken, seit 881 König von Italien,seit 884 von Frankreich, der aber 887 abgesetztwurde. An seiner Stelle ward Arnulf, der natür-liche Sohn Karlmänns, Herzog von Kärnthen,zum deutschen König gewählt, der den den B.feindseligen Mährenkönig Swätopluk od. Zwenti-bold mit Hilfe der Ungarn besiegte. Arnulf st.899 in Regcnsburg, u. ihm folgte sein SohnLudwig das Kind, unter welchem Luitpold, NeffeArnulfs, als Markgraf von B., Führer (vnx) desbayerischen Heerbannes war; derselbe schlug mehr-mals die Ungarn, bis er 907 mit dem größtenTheil seines Heeres bei Presburg gegen sie aufdem Schlachtfelde blieb. Als 911 auch noch Lud-wig das Kind starb u. damit die Herrschaft derKarolinger auch in B. erlosch, wählten die B.Arnulf den Bösen, Luitpolds Sohn, der als selb-ständiger Herzog in B. u. Kärnthen die Regier-ung führte, ohne die Oberhoheit des deutschenKönigs Konrad I. anzuerkennen. Dieser überzogihn deshalb mit Krieg, u. Arnuls mußte nachUngar« fliehen, von wo er erst zurückkehrte, alsHeinrich I. zur Regierung kam, dem er auch 920Lehnshuldigung leistete u., mit größerer Macht be-züglich der inneren Landesverwaltung ausgestattet,bis zu dessen Tode (936) treu anhing. NachdemArnulf bei der Krönung u. Wahl Ottos I. zum deut-schen König in Aachen dasAmt eines Marschalls ver-sehen, st. er 937. Sein Sohn Eberhard übernahm

nun das Herzogthum B., wurde aber 939, da erden Lehenseid verweigerte, von Otto I. verbannt.Die Verwaltung B-s erhielt nun als königlichesAmt mit dem bloßen Titel eines Herzogs derBruder Arnulfs, Berth old von Kärnthen. Dieserchlng 943 u. 944 an der Drau in Kärnthen dieUngarn u. st. 948. Otto I. ernannte nun sei-nen Stiefbruder, Heinrich I., zum Herzog vonB., den noch lebenden Sohn Arnulfs aber, Ar-nulf, zum Pfalzgrafen in B. Unter dieser Re-gierung wurde die Markgrafschaft Verona u.Aqnileja mit B. vereinigt. Arnulf benutzte Hein-richs Abwesenheit, um sein väterliches HerzogthumB. wieder an sich zu bringen, u. rief die Ungarnherbei, die, nachdem Arnulf nach einjährigemKampfe gegen Heinrich n. den Kaiser 954 erlegenwar, 955 in B. einfielen, aber in der Schlachtauf dem Lechfelde 10. Aug. 955 von Otto geschla-gen wurden. 3 Monate danach starb Heinrich I.,u. ihm folgte sein Sohn Heinrich II., derZänker, in B. u. Kärnthen, der, von KaiserOtto II. verletzt, 975 sich gegen denselben ans-lehnte, sogar nach der Königswllrde strebte. Un-vermnthet gefangen genommen, gelang es ihm,nach Böhmen zu entkommen, worauf das erledigteHerzogthum B. dem Herzog Otto von Schwa-ben verliehen wurde. Nachdem Heinrich denselben976 bei Pilsen geschlagen u. in B. selbst einge-sallen war, wurde er endlich durch den Kaiserselbst in Passau gefangen u. nach Utrecht abge-führt (977). Herzog Ötto fiel 982 in Calabriengegen die Saracenen, u. es folgte Heinri ch III.der Jüngere (Hezilo) von Kärnthen, Sohndes Herzogs Berthold, jedoch nur für kurze Zeit;denn nach Kaiser Ottos II. Tode entwischte Hein-rich II. aus der Gefangenschaft in Utrecht, be-mächtigte sich in Köln des unmündigen KaisersOtto III. u. nahm 984 den Königstitel an, demer erst entsagte, als man ihn gegen HerausgabeOttos III. wieder in sein Herzogthum einsetzte,das ihm Hegilo oder Heinrich III. gegen Ver-leihung Kärnthens, als eines von B. unab-hängigen Hcrzogthums, 985 abtrat; doch kamKärnthen mit der Mark Friaul schon 989 oder990 wieder an B. Heinrich II. st. 995. Ihmfolgte sein Sohn Heinrich IV., der, als Otto III.1002 in Italien ohne männliche Erben starb, alsHeinrich II. zum König von Deutschland gewähltwurde; 1004 verlieh er das Herzogthum B. sei-nem Schwager, dem Grafen Heinrich von Luxem-burg, als Heinrich V., entsetzte ihn jedoch 1008,da der Herzog sich mit ihm verfeindete, u. ver-waltete das Herzogthum selbst bis 1017, wo erHeinrich V. wieder in sein Herzogthum einsetzte.Nach Heinrichs V. Tode (1027) gab Kaiser Kon-rad II. B. an seinen eigenen Sohn Heinrich VI.,der, 1039 selbst Kaiser geworden, 1040 den NeffenHeinrichs V. von Luxemburg als Heinrich VlI.über B. setzte, nach dessen Tode 1047 aber dasHerzogthum 2 Jahre unbesetzt ließ, bis er es 1049an Konrad I. von Zlltphen verlieh. Da dieseraber sich widerspenstig erwies, wurde er 1053 desHerzogthums entsetzt u. dasselbe dem erst 3jährigenKaisersohne Heinrich, als dem VIII. in B., ver-liehen, u. als dieser 1056 als Kaiser Heinrich I V.seinem Vater folgte, erhielt es der jüngere Bruder