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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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Bayerischer Hiesel

Schwerin. Karl Theodor handelte über die An-sprüche Österreichs im Einverständniß mit diesem;denn er hatte mir uneheliche Kinder, die ihn ganz be-herrschten u. deren einflußreichstem der KaiserAussicht auf die Erhebung in Len Reichsfürsten-stand (was unter dem Titel Fürst von Bretzen-heim wirklich geschah) n. auf reiche Dotationenmachte. Am 3. Jan. 1778, wo Karl Theodorin München einzog, Unterzeichnete der pfälzischeGesandte in Wien einen Vertrag, der alle An-sprüche des Kaisers anerkannte, und die bayeri-schen Minister, welche das ganze Land für denKurfürsten in Besitz genommen hatten, bekamenstatt Dank Vorwürfe darüber. Herzog Karlvon Zweibrücken, der nächste Agnat Karl Theo-dors, wurde nach München gelockt, u. fast wärees, trotz der Protcstationen der Stände u. derErbitterung gegen Österreich, gelungen, ihn einzn-schllchtcrn. König Friedrich II. von Preußen,von der Prinzessin Clemens, der Schwester KarlTheodors, angeregt, wollte indessen diese Ver-größerung Österreichs nicht dulden; er bewog dieKaiserin Katharina von Rußland, sich gegen dieAnsprüche Österreichs zu erklären, u. vermochteden Herzog Karl von Zweibrücken, sich anfangsan Frankreich zu wenden, später aber Münchenzu verlassen n. beim Reichstage eine Protestationgegen die Abtretungsurkunde einznreichcn. Aufdem Reichstage ließ Friedrich II. die Gefahrschildern, welche auf solche Weise allen Fürstendrohe. Joseph II. wollte sich anfangs in keineAuseinandersetzung einlassen, später berief er sichauf seine Ansprüche als Kaiser ans das Herzog-lhum Straubing, mit dem erst Kaiser Siegmund1425 seinen Schwiegersohn Albrecht, als Enkeldes letzten Herzogs von Bayern-Straubing,nicht aber die vier anderen bayerischen Herzogebelehnt habe; da nun die Linie Albrechts er-loschen sei, müsse Österreich als Mitbelehntererben (s. Bayern, Gesch.). Preußen zog nunauch Sachsen, das 47 Mill. fl. als Allodialerb-jchast forderte, in sein Interesse. Da kein Theiluachgcben wollte u. der König von Preußen denBermittelungsvorschlag Maria Theresias, er sollesich gegen die Verzichtleistnng Österreichs auf diebeanspruchten bayerischen Landcstheile verpflichten,die Burggrafschaft Nürnberg nicht mit dem preu-ßischen Königreiche zu vereinigen, entschieden ab-lehme, brach endlich Österreich die Unterhandlun-gen ab. Als eine nochmalige, in den bestimmte-sien Ausdrücken abgefaßte Aufforderung Preußensan Österreich zur Räumung der besetzten Landenichts fruchtete, rückte Friedrich der Große mit80,000 Mann am 5. Juli 1778 über Nachod,sein Bruder Heinrich, dem die 20,000 Sachsenmit untergeben waren, am 17. von Dresden ansin Böhmen ein. Joseph II. stand mit 100,000Mann in einer festen Stellung bei Königgrätz,I Feldmarschall Laudon mit 50,000 an der sächs.I Grenze. Elfterem rückte Friedrich entgegen, ohneI jedoch einen Angriff zu wagen, Letzteren drängteI Prinz Heinrich bis hinter die Jser bei Müuchen-k grätz zurück, wo sich Laudon mit der Hauptarmeein Verbindung setzte u. eine feste StMmg nahm.Beide Parteien unternahmen keinen wichtigenSchritt, vielmehr zogen sich die Preußen im Sept.

Pierers Universal-Conversations-Lcritl-'N. 3. Aufl.

Bayerische Ostbcchiirn.

nach Schlesien n. Sachsen in die Winterquartierezurück, weil Friedrich wie Maria Theresia denFrieden aufrecht zu erhalten wünschten. Der HerzogKarl Theodor nahm in dem seinetwillen geführ-ten Streite keine Partei, sondern begnügte sichdamit, als Österreich noch mehrere Ämter außerdem ihm zugestandenen Gebiete besetzte, gegendiesen Act Protest einznlegen. Im Winter knüpfteMaria Theresia zu Jaromierz neue Unterhand-lungen an, die sich aber durch das Entgegenwir-kcn Josephs II. wiederum zerschlugen. Erst als dieKaiserin Katharina Mienemachte, ihre Drohung, amKriege gegen Österreich theil zu nehmen, zur Aus-führung zu bringen, kam den 7. März 1779 einWaffenstillstand, u. nachdem Österreich u.Preußen die Vermittelung Rußlands n. Frank-reichs angenommen, den 13. Mai desselben Jah-res der Friede von Teschen zu Stande.Österreich entsagte in demselben der bayerischenErbschaft mit Ausnahme des Jnnviertels u.Braunaus, die es erhielt; Preußen bekam dieVersicherung, daß Österreich seine Erbfolge inAnsbach u. Bayreuth nicht hindern wolle; Sachsenerhielt für seine Allodialerbschaft 0 Mill. Thlr. n.die Hoheit über die Schönburgischen Herrschaften,die früher der Krone Böhmen zugestanden hatte;Mecklenburg endlich wegen eines Anspruches aufdie Grafschaft Lenchtenberg das Ins (1s non ap-psilnnclo; Rußland aber garantirte den Frieden.

Bayerischer Hiesel, einbcrüchtigter Ränberan-fllhrer; hieß eigentlich Matthias Klostermeyer ss. d.).

Bayerischer Kreis, seit 1500 einer der 6,seit 1512 der 10 Kreise, in welche Kaiser Maxi-milian, I. Deutschland eintheiltc, zwischen Böhmen,dem Österreichischen, Fränkischen u. SchwäbischenKreise, zu verschiedenen Zeiten von verschiedenerGröße; 1805 noch 44,160 Hskm u. bestehend ausdem Erzstifte Salzburg, dem Herzogthnm Bayernnebst der oberen Pfalz, dem Hochstifte Frcising, denFürstenthümern Neuburg n. Snlzbach, dem Hoch-stifte Negensburg, der gefürsteten LandgrafschaftLeuchtenberg, dem Hochstifte Passau, der gefürstetenGrafschaft Sternstein, der gefürsteten PropsteiBerchtesgaden, der Grafschaft Haag, den gefürste-ten Abteien Emmeran, Niedcrmünster und Ober--mllnster in Regensburg der Grafschaft Ortenburg,den Grafschaften Ehrenfeld, Salzburg u. Pyr-baum, Hohcn-Waldeck, Breiteneck und der FreienReichsstadt Regensbnrg; jetzt größtentheils zuBayern, zum geringeren Theil zu Österreich gehörig.

Bayerische Östbahnen. (1874) Länge 782km; im Bau 205,? km. Anzahl der Locomotiven162; der Personenwagen 496; der Güterwagen3514. Einnahme 10,407,500 fl. Benennungder Linien: München-Negensburg-Eger (283 km),Nürnberg-Rcgeusbnrg-Passan (218 km), Nllrn-berg-Schwandorf-Fürth (161 km), Nenfahrn-Gei-selhöring-Stranbing (34 km), Geiselhöring-Sün-ching (9 km), Weiden-Bayreuth (58 km), Wie-sau-Tirschenreuth (11 km), Plattling-Deggendorf(8 km). Zeit der Gründung: 12. April 1856; derInbetriebsetzung 3. Nov. 1858.. Anlagecapitalbei der Gründung 60,000,000 fl., heutiges An-lagecap. 82,893,800 fl. in Actien; Prioritätenkönnen bis zum Betrage von 40 Mill. fl. ansge-geben werden, wovon 15,720,250 fl. bereits de-in. Band. 2