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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
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16 Bayerische Alpen Bayerischer Erbsolyekrieg.

bis Michaeli 1839 angehörtc. Hierauf nachHannover cngagirt, wirkte sie daselbst bis 1. Mai1841 in zahlt seit Scpt. 1841 zu den hervorra-gendsten Kräften der Dresdener Hosbühne. IhreEhe, mit dem Schriftsteller August Wirk ge-schlossen, löste frühzeitig der Tod, u. sie verhcira-lhcw sich 1863 zum zweiten Mal mit dem Oberst-lieutcnant von Falkcnstein. Gewinnendes Äußere,wohllautendes Organ unterstützen die Wahrheit,Einfachheit n. Anmuth ihres Spiels. Ihre Gast-spiele an den Hofthcatern zu Berlin, Stuttgart,Darmstadt, Wien (von 18501856 alle Frühjahre6 Wochen), wie an den Stadttheatern zu Breslau,Leipzig, Stettin, haben auch dem größeren Publi-cum den Genuß ihrer meist vollendeten Leistungenverschafft. Jetzt tritt sie in älteren Partien auf,aber früher erglänzte sie als Maria Stuart,Jphigenia, Grctchen, Klärchen, Donna Diana,Portia, Antigone, Emilie Galotti n. a. Kürschner.

Bayerische Alpen, Theil der Ostalpen,zwischen Lech, Inn n. den Salzburger Alpen, ansder Grenze zwischen Bayern u. Tirol. Manunterscheidet vorzüglich zwei Hauptregionen, diewieder in Parallelzügc sich theilcn. Diese Haupt-regionen sind durch ein Längenthal getrennt, dassich ans dem Becken von Lermoos gen ONO.ins Kufstein erstreckt, aber au manchen Stellennicht leicht als Thal zu erkennen ist. Die süd-liche Hanptr e gion wird durch die Isar u. LenAchensee in drei Gruppen getheilt: 1) Das Wet-lersteingebirg mit der Zugspitze 2962 in, demhöchsten Gipfel im Deutschen Reiche, dem Wet-tcrschroffen 2872 in, der Scharnitzspitze 2682 inund der Dreithornspitze 2692 in. Südlich vomWetlcrsteingebirge läuft parallel mit ihm inTirol eine Kette unter dem Namen Mieminger-Berge, mit dem Grünstem 2711 in. 2) Diemittlere Gruppe umfaßt 4 Parallelketten, von de-nen nur die nördlichste zum Theil zu Bayerngehört. Aus der südlichsten, welche in der Mar-tinswand gegen das Innthal abfällt, erhebt sichder Große Sollstein 2970 in, als der HöchstsGipfel der ans österreichischem Gebiete gelegenensog. B. A.; auf der zweiten der Hohe Gleirsch2555 in; ans der dritten die Edkarspitze 2748in, und die Birkarsspitze 2634 in, sowie dasGrabenkahr 2557 in; das vierte endlich heißt dasKarwcndclgebirg mit der Karwendelspitze 2530in und dem Sonnjoch 2452 in. Die östlicheGruppe, von voriger Lurch das wildromantischeAchenthal getrennt, culminirt im Sonnenmendjoch2307 m. Die nördliche Hauptregion derB-n A. wird wiederum durch die Loisach u. Isarin drei Gruppen getheilt, deren westl. in ihremHanpttheil das Ampergebirg heißt u. derenyöchster Gipfel der Blattberg ist. Die mittlereGruppe, ganz bayerisch, lagert sich um den Wal-chen- n. Kochelsee n. gipfelt in der Benedictcn-wand 2075 ui. Die östliche Gruppe endlich,das Gebiet um den Tegern- u. Schliersee um-fassend, wird auch das Mangfallgebirg genannt,und das Hintere Sonncnwenbjoch 1973 in bildetdie höchste Spitze. Die wichtigsten Straßen(von S. gen N.) sind die Feinstraße, ans derwestl. Grenze über Lermos und Garmisch, diemittlere über die Scharnitz, von Zirl nach dem

Walchensee, u. östl. die Straße durch das Achen-thal, von Jenbach im Innthal nach Tegernsee.Geologisch gehören die B-n A. größtentheilsLem Lias an, unter welchem in der Umgebungvon Partenkirchen, der Scharnitz, u. im Karwen-delgebirge Keuper vorkommt. Ans der Grenzezwischen Bayern und Österreich, den Achenpaßkreuzend, läuft eine nicht breite Zone von Gaultn. Neocomieu. Die vorliegenden Ausläufer ge-hören, wie der ganze NRand der Alpen, demEocen n. Miocen an. Der Mincralienreichthum istnicht besonders groß: sehr gute Braunkohle beiPenzberg, Peissenberg u. Miesbach, auch etwasEisenerz im Achthal. Größer ist der Reichthum,an Mineralquellen: Kreuth, Krankenheil undHeilbrunn. Anfänge von Gletscherbildungen zei-gen sich hin n. wieder. Das Gebirg ist weithinauf kräftig bewaldet, u. es werden die Staats-forsten ungleich besser als anderwärts in Hochge-birgsländern gepflegt; auch besteht ein bedeutenderWildstand an Gemsen, Hirschen u. Rehen. Znden größten Reizen der B.-n A. gehören ihreSeen, von denen die bedeutendsten folgendesind: der Chiemsee, ganz im Flachlands gelegen,der Würm- oder Starnbergersee, 22 km südwestl.von München, mit einer bedeutenden Anzahlmitunter sehr schöner Villen besetzt; der Ammersee,im gehügelten Vorlande, der Schlier-, Tegern-,Kochel- n. Walchensee, schon im Gebirge gelegen;der Achensee (einer der wenigen Seen in Tirol),im Gebirge, und der hochromantische Eibsee, amFuße des Wöttersteines. Die Bewohner sindein kräftiger Menschenschlag, der jedoch an Bild-ung, geistigen Fähigkeiten u. industriellem Erwerbs-betriebe den benachbarten Schwaben nachsteht.

Bayerischer Erbfolgckrieg, 1) (Lands-Hute r Erb folge krieg, 15031507) nach demTode Herzog Georgs des Reichen von Bayern,zwischen den Herzögcn von Bayern u. dem Pfalz-grafen Ruprecht geführt. Durch einen Vergleichward das Fürstenthnm Neubnrg an Pfalz abge-treten und so der Krieg beendet. VergleicheBayern (Geschichte). 2) (Einjähriger- Kriegoder Kartoffelkrieg) Krieg zwischen Preußen,Sachsen und Österreich, 177879. Am 30. Dec.1777 starb Kurfürst Maximilian III. Joseph vonBayern, ohne Erben seiner Linie zu hinterlassen;Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz war seinnächster Agnat, weil 1329, wo sich der Wittels-bachsche Stamm in Ludwig von Bayern u. Ru-dolf von der Pfalz geschieden hatte, beide Häuserzu Pavia den Vertrag geschlossen hatten, daß ihreBesitzungen nach dem Anssterben eines Zweigesganz an den anderen fallen sollten, was spätermehrmals von den Kaisern anerkannt u. bestätigtworden war. Österreich machte indessen auf dasgrößere Drittheil der Erbschaft (das sonstige Her-zogthum Straubing in Nicder-Bayern, viele Lehenin der Ober-Pfalz, auf die Herrschaft Mindelheim,die Herrschaften Lcnchtenberg, Wolssstein, Haag,Hals, Hohenschwangau u. m. a.), unter dem Titelvon böhmischen, österreichischen u. Reichslehen,Anspruch n. besetzte die prätendirten Districte bisnach der Thronbesteigung Karl Theodors mit60,000 Mann. Weitere Ansprüche an die bayeri-sche Erbschaft erhoben Sachsen u. Mecklenburg-