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Bayer — Bayer-Bürk.
matischeu Dichtkunst, zu in versüßte mit mehrerenanderen bekannten Theaterdichtern nahezu 70 Dra-men, Komödien u. Vaudevilles, worunter derPariser Taugenichts, die Königin von sechszehnJahren, Judith, der Vater der Debütantin n. a.,die znm Theil auch über die deutsche Bühne ge-gangen sind; gesammelt als Mwätrs. Par. 1855bis 1860, 12 Bde. Erst. 19. F-ebr. 1853 in Paris.3 ) B., Nainalts Pferd; s. n. Haimonskinder.
Bayer, 1) Johann, Astronom n. protestan-tischer Prediger, geb. 1572 zu Nain in Bayern,war ein muthigcr Vertheidiger seiner Glaubensge-nossen (daher Os protostant.ium, d. h. Mund derProtestanten, genannt) u. wurde vom Kaiser LeopoldI. in den Adelsstand erhoben; er st. 1625. B.führte in der Astronomie die Bezeichnung derGestirne mit griechischen u. römischen Buchstabenein u. machte sich vornehmlich verdient durch seineIlranomstris. (eine Darstellung des gestirntenHimmels), Augsburg 1603, Fol., neue Anfl., Ulm,1648, 1661, 1723, nebst Erklärung in der Lxpli-catio eimraeternm aeiiois tabulis inseulptorum,Angsb. 1654. 8) Hieronym ns Johann Paul,geb. 21. Sept. 1792 zu Ranris im Salzbur-gischen; war erst Rechtsprakticant in Landshnt,stndirte nachträglich 1817—18 noch in Güttingen,wurde 1819 Privatdocent der Rechte n. 1822Professor in Landshut; er ging >826 mit nachMünchen «. wurde 1853 zum Rcichsrath ernannt.Er schr.: Über die Änderung des Klaglibells,Landsh. 1819; Theorie der summarischen Pro-cesse, Münch. 1829, 6. Ausg., ebd. 1846; Theorieder snmmar. Proceßordnung, ebd. 1834; Vor-träge über die ordentlichen Civilprocessc, ebd.1828, 8. A., 1853; Theorie des Concnrsprocesscs,ebd. 1836, 4. Ausg., 1850. 3 ) Joseph August,hervorragender Theilhaber an der nngar. Revo-lution, geb. 1821 zu Pest; trat 1839 als Lieute-nant in die österr. Armee, wurde Professor derCadettenschule zu Neuhaus u. erhielt 1843 seinenAbschied. Die folgenden Jahre bereiste B.Deutschland u. die Schweiz, wo er 1847 imHerbste an dem Freischaarenznge theilnahm; 1848nach Pest zurückgetehrt, wurde er 1849 Oberstder Ungar. Jusurgenteuarmee, entwarf für Gör-gey Schlacht- u. Operatiouspläuc, leitete die Be-lagerung von Ofen u. den Durchbruch an derWaag, gerieth nach der Wassenstrecknng der In-surgenten in Gefangenschaft und wurde zu 18jäh-riger Festungsstrafe verurtheilt, aber 1850 am-nestirt. Er schrieb: Österreichische Flüchtlinge,Mannh. 1847. 4 ) August von, berühmter
Architektnrmaler, geb. 1803 zu Rorschach amBodensee; erhielt eine sorgfältige wissenschaftlicheBildung, stndirte unter ÄZeiubrenner in Karls-ruhe Architektur, setzte diese Studien in Zürich,Straßburg, Freiburg im Breisgau u. Münchenfort u. wendete sich schließlich ans Anregung Win-terhalters der Architekturmalerei zu; er starb 2.Februar 1872 in Karlsruhe. B. malte meistInnenansichten von Kirchen u. Klosterhallen, mitreizenden Lichtwirknngen u. ansprechenden Staff«,gen, voll Poesie bei trefflichster Zeichnung undguter Farbe. Er war Mitgrüuder des BadischenAicrthnmsvereins, seit 1853 Conservator derbadischen Kunstdenkmäler u. Alterthümer. Haupt-
werke: Straßburger Münster; Freiburger Mün-ster; Münchener Frauenkirche; Franciscanerkirchcin Salzburg (Nene Pinakothek in München); Klo-ster Maulbronn; Mittag im Kloster; BolanisirendcTrinitaricr (Leipziger Museum); Feierstunde imKloster (Schloß Babclsbcrg); Toggcnbnrgsage,Triptychon (Schloß Stolzenfels); Beichte im Klosteru. Klosterhof (im Besitze der Großfürstin Maria vonLenchtcnberg); Llockia io vita sumus, u. der Toddes hl. Bruno, mit Doppelbelcuchtung. ii) KarlEmmerich Robert, psend. Robert Byr, deut-scher Romanschriftsteller, geb. 1835 in Bregenz;besuchte die Militärakademie zu Wien, trat 1852in das Husarenregiment Gras Radetzky ein, rückte1859 znm Rittmeister auf u. verließ 1862 denactivcn Dienst, um sich fortan in seiner Vater-stadt literarischen Arbeiten zu widmen. Er machtesich zuerst durch eine Sammlung von Skizzen:Cantonnirnngs-Bilder, Prag 1860, 2 Bde., be-kannt n. entwickelte dann eine große Fruchtbar-keit: bis jetzt (1875) hat er bereits über einDutzend meist mehrbändige Romane u. danebennoch 2 Dramen geschrieben. Seine Romane schil-dern das Familienleben u. die Gesellschaftskreiseder Gegenwart, zeichnen sich durch gesunde Rea-listik, lebenskräftige Frische u. scharfe Charakter-zeichnung ans. In glänzender Weise tritt dasTalent des Dichters in dem Zeitroman Noma-den, Lpz. 1871, 5 Bde., zu Tage, in welchemdas moderne, unruhige Welt- u. Rciselebeu inder Schweiz, besonders in Montreux und derSpielhölle Saxon, meisterhaft geschildert wird.Nicht minder bedeutend ist der Roman: Auf ab-schüssiger Bahn, Bert. 1872, 4 Bde., der eineunglückliche Ehe in der österr. Aristokratie znmVorwurfe hat u. im weiten Hintergründe zeigt,wie sich das gesammte gährende u. ringende Völ-kercouglomerat Oesterreichs aus abschüssiger Bahnbewegt. 6) Philipp Anton, berühmter Ge-burtshelfer, geb. 1792 in Bamberg; stndirte Me-dicin in Erlangen, promovirte 1816 daselbst undging als Augenarzt nach Nürnberg, übernahmdann in Erlangen eine Assistcntenstelle, wurde1821 zweiter Arzt am klinischen Institut und1826 außerordentlicher Prosessor der Geburtshilfe,übernahm später auch die Directorstelle der Ent-bindungsanstalt; er st. II. Juni 1832. Er schr.:Über Trichiasis u. Entropium, nebst Beschreibungeiner verbesserten Augenlidzauge. Nürnb. 1816;Erste Nachricht von der Entbindungsanstalt in Er-langen, Erlangen 1829; Fortgesetzte Beobachtun-gen über die Wirksamkeit der Belladonna bei Ge-bärmntterhalsverhärtnngen (Horns Archiv, Bd. 1.,1821), über die Anwendung der Wandflechte (I-o-baria paristina. ^.) in intermittirenden Fiebern.Er betheiligte sich ferner an B. Schrcgers Grund-riß der chirnrg. Öperat., Nürnberg 1821 n. schriebverschiedene Artikel für Horns Archiv für medicin.Erfahrungen über Arsenik, Quecksilber u. Bella-donnavergiftungen re.).
1> Specht. 4) Regnet. b> Salonwn. k> Tyamhny».
Bayer-Bürk, Marie, namhafte Schauspie-lerin der Gegenwart, Tochter des SchauspielersF. Nnd. Bayer, geb. 31. Oct. 1820 zu Prag.Mit 16 Jahren betrat sie als Dorothea in Her-mann u. Dorothea die dortige Bühne, der si: