Vaurnitc — Baiitaui.
recht), oder auf dessen Mauer einen Theil desGebäudes ruhe» zu lasse«, Fenster iu eine ge-mcinschastlichc Mauer ciuzulasscu, das Recht, zumBchufe des Baues oder der Ausbesserung dasnachbarliche Grundstück betreten, oder gar Bau-gerüste anfstellen zu dürfen (Hammerschlags- u.Lciterrecht), das Recht, die Traufe auf das fremdeGrundstück fallen lassen, Kloaken u. Ausgüsse aufdes Nachbars Grundstück leiten zu dürfen, Beispielebieten. Wichtig ist noch die gemeinrechtliche Bor-schrift, wonach Balken u. anderes Material, wel-ches in ein fremdes Gebäude eingebaut wordenist, von dem früheren Eigenthümer so lange nichtvindicirt werden kann, als es mit dem Gebäudeselbst in unmittelbarer Verbindung steht. DerEigcnthümer muß sich mit dem Doppelten desWcrthes (woraus er die ^obio äs bissno snuotohat) begnügen, oder die künftige Trennung ab-wartcn. S. auch Bauordnung. Grotes-, >d?
Banrcnte ist der Zins von dem ans die Aus-führung eines Baues verwandten Capital, welchernnter Hinzurechnung des Zinses von dem Preisedes bebauten Grundes n.Bodcns (Ban- od. Haus-grundrcnte) den Zinswerth des bebauten Grund-stückes darstellt. Der Miethwcrth desselben kanndemselben entsprechen, oder auch geringer, oder-höher sein. Letzteres muß als Regel gelten, weilin demselben außer jenen Zinsbeträgen auch nochein Nnternchmergcwinn (des Eigeuthümers oderAfter-Vermicthers) stecken darf. Die B. n. Bau-Grundrente sind da besonders zu unterscheiden,wo das Gebäude auf fremdem Etgenthum aufge-führt ist, wie dies namentlich in England oft ver-kommt (römisch-rechtliches Institut der Super-ficies). Der wirthschaftl. Grund dieses Verhält-nisses ist, daß dadurch dem Grundcigenthümer derVortheil der im Laufe der Zeit cintrctenden Er-höhungen des Wcrthes des Grundes u. Bodens ge-sichert bleibt. Grotefend.
Bauriss, geometrische Zeichnung eines Ge-bäudes oder auch nur einzelnen Theils desselbennach verjüngtem Maßstabe. Vgl. Grundriß,Ausreißern
Bausand, Sand, zur Mörtelbereitnng nntcrden Kalk gemischt. Der tauglichste ist der ansGruben oder Flüssen, von Erde n. Thontheilenfreie (scharfer B.); der gröbere dient zur Anfertig-ung von Mauerwerk, der feinere zum Abputz.
Bauschmuskel (Lplenlua), Muskel, zwischendem oberen Theil des Rückens u. dem Schädelim Nacken sich hinziehend.
Bausch u. Bogen. Bausch heißt bei denGrenzen das Herauswärts Gehende, sich gewisser-maßen Bauschende, Bogen aber das hincinwärtsGehende; daher bekam der Ausdruck in B. n. B-den Sinn: Eines ins Andere gerechnet, ohne sichum das Einzelne zu kümmern. So auch imHandel in B. u. B. kaufen, ital. ovmporars nata-stio, fr. aoltebor en dlue, n. der Bausch kauf,ital. oompi-a. lmtba. a, ata^Iio, fr. aeliat cm dloo.Bon dem deutschen Bausch sind auch mit der lat.Endung -als die Ungeheuer der KanzleispracheBanschal- oder Bauschal-Summe u. das Pauschaleabgeleitet.
Banse, die Aufnahme der Umrisse eines Ge-mäldes oder einer Zeichnung ans durchsichtigem
darüber gebreitetem Papier. Zn den Umrissentritt unter Umständen eine leise Schattcnangabcmittels Schraffirung. Das Gelingen einer gutenB. setzt, wenigstens wo cs sich um Kunstwerkeals Originale handelt, seitens des BansendenKenntnisse im Zeichnen voraus. Man bedient sichzum Bansen eines Stiftes oder einer Feder. Einsehr brauchbares Bauspapier erhält mau durchBestreichen eines dünnen Papiers mit reinem Pe-troleum, das man vor dem Gebrauche mit einemLappen abreibt, bis es denselben nicht mehr fettigmacht. Nach der bald eintrctrnden Verflüchtigungdes Petroleums wird das Papier wieder undurch-sichtig, ein Vorzug, der die damit hergestclltenB n im hohen Grade auszeichnet. Regnet.
B ansc, I o h a n n F r i e d r i ch, namhafter Kupfer-stecher, gcb. 5. Jan. 1738 zu Halle; bildete sichhauptsächlich ohne Lehrer, arbeitete zuerst bloß fürVnchhändlcr, ging 1759 nach Augsburg, trat mitdem berühmten Stecher Wille in schriftlichen be-lehrenden Verkehr n. entwickelte von 1785 anin Leipzig eine umfangreiche Thätigkeit u. war zu-letzt Professor der Kupfcrstecherknnst an der Kunst-akademie daselbst; er st. 3. Jan. 1814 zu Weimar.Er stach bes. historische Blätter n. Porträts, da-runter eine Folge von Bildnissen deutscher Ge-lehrter nach Gemälden von Grass, im Ganzen über200, die sich durch Sauberkeit n. Sicherheit inder Führung des Stichels anszeichnen. Auchlieferte er schöne Radirnngen, Aquatinta- u. Schwarz-knnstblätter. Regnet?
Bauske, Landstadt im rnss. Kreise Milan(Kurland), an der Aa; (1873) 5710 Ew.(Deutsche, Letten, einige Russen n. viele Juden);Stadtkrankenhaus; Handel mit Korn, Flachs, Salz,Branntwein u. Häringen; in der Nähe Schloß-ruine. Es hieß früher Bauschkenbnrg n. ward1456 von dem Ordensmeister Johann v. Mengde»,gen. v. Osthof, erbaut, erhielt 1609 vom HerzogFriedrich das Stadtsiegel, wurde 1625 von denSchweden mit Sturm genommen, 1659 von einemvereinigten polnisch-brandcnbnrgischcn Heere be-lagert u. 1705 nebst der Stadt von den Russeneingenommen, welche i. I. 1706 die Festungs-werke und das Schloß sprengten. Im Jahre1812, namentlich am 30. Sept., hier mehrereGefechte zwischen den Iltissen und den Preußenunter Jork.
Bausteine, alle zum Banen tauglichen Steine;man unterscheidet natürliche, als: Sand-, Kalk-,Tuff-, Kiesel- u. Bruchsteine, n. künstliche, als:Lehm-, Ziegel-, Chamotte- u. Pisesteine.
Baustoffe der Pflanzen nennt man dieje-nigen Prodncte des Stoffwechsels, welche znrBildnng der organisirtcn Pflanzengebilde, der Zell-hant und des Protoplasma, verwendet werden.B. der Zellhant sind Stärke, Zucker, Inulin undFette, sowie der Zellstoff (Cellulose); B. desPlasmas sind die Eiweißkörper.
Bautain, Louis Eugene Marie, französ.Philosoph, geb. 17. Febr. 1796 zu Paris; stndirtein der Normalschnle, machte sich mit den Werkender englischen n. deutschen Philosophen, bes. Kants,Jacobis, Schelliugs u. Hegels, bekannt n. wurde1816 Professor der Philosophie am Gymnasiumzu Straßburg n. 1817 an der dortigen Facultät