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Bd. 3 (1876) Baumpfähle - Brasilien
Entstehung
Seite
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Baumwolle.

steil Garngattnngen von Damascns, Smyrna,Aleppo rc/führten im Französischen den NamenOncegarn (llnzcngarn). In größerer Mengenoch als das weiße Garn ward ans der Levantedas sogen, türkische Nothgarn bezogen. Aberdie Handspinnerei ist mit der Zeit der Concnrrenzder Maschinenspinncrei gewichen, da das seit1770 von den Engländern sabricirte Maschincn-garn sich allerdings sowol durch seine Gleichheitn. Glätte, als auch durch seine Wohlfeilheit gegendas Haudgarn bedeutet auszeichuet. Dieses Spin-nen geschieht mit der Spinnmaschine. Schon imJahre 1707 wurde die sogenannte Spinn-Jeunyvon Hargracvcs, einem Zimmermann zu Black-burn in Lancashire, erfunden, und man konntegleich anfangs 8 Fäden wie einen einzigen spin-nen, n. später wurde diese Maschine so vervoll-kommnet, daß Mädchen 80120 Spindeln inBewegung setzen konnten. Da jedoch diese Ma-schine nur dazu diente, die B. für den Einschlagzu spinnen, ohne dem Garne die für die Fädendes Aufzuges nöthige Festigkeit n. Dichtheit zugeben, so ward diesem Mangel bald durch dieEinführung des Spinnstuhls abgcholfen. DieseMaschine, welche ans 2 Paar Walzen besteht, diedurch eine mechanische Kraft bewegt werden, spinnteine große Anzahl Fäden von beliebiger Feinheitn. Dichtheit u. verlangt Menschenhände nur zurZuführung von B. n. Anknüpfung der etwa ab-gerissenen Fäden. Nach dem Grundsätze, mittelsWalzen zu spinnen, erbaute Richard Arkwright(1706) seine Spinnmaschine (Wasserspinn-maschinc, so genannt, weil sie die erste durchWasser getriebene Spinnmaschine war). Hargrae-ves ging von der ostindischcn Spindel, Arkwrightvon dem deutschen Flachsspinnrade mit Spule u.Fliege ans. Daher mußte Hargracves, den Fadenspinnend, ansziehcn n. anfwickeln; Arkwright konntedies aber nicht, da seine Spulen wie im Hand-rade sich nur um sich selbst, nicht aber fortbeweg-ten; die Spulen mußten daher spinnen n. anf-wickeln, ohne ansznziehcn (Drosselmaschine). DieErfindung Arkwrights bestand mm darin, daß erdie Locke (Lunte, den erst leicht zusammengedrehtenB-nfadcn), durch 2 Cylinderpaare auseinander-zog oder streckte, welche dicht hinter einanderlagen, n. von denen das vordere Paar geschwin-der umlief, als das Hintere. Dabei ist der Abstandder Walzenpaare so gewählt, daß er größer ist alsdie Länge der einzelnen Faser; also werden dis ein-zelnen Fasern nicht zerrissen, sondern an einanderverschoben u. dadurch parallel gelegt, wodurch dasBand oder die Lunte gestreckt wird. Die Beweg-ung der Maschine geht von der Achse einer langenWalze ans, welche mittels endloser Schnüre dieSpindeln u. mittels verzahnter Näder die Strcck-walzcn in Umdrehung setzt. Verbessert wurdediese Maschine von Danforth (Danforlhs Ameri-kanische Patcntspindel), die eine schnellere Beweg-ung gestattet u. zugleich zum Spinnen schwach-gedrehter Garnsorten verwendet werden kann.Eine derartige Spindel liefert in 12 Stunden7H Schneller (Nr. 30) oder 18,900 engl. FußFaden. Crampton verband die Cylinder Arkwrightsmit der ausziehenden drehenden Spindel Har-graevcs n. nannte seine Maschine Mule (d. h.

Manlthier, Bastard aus 2 Maschinen, daherMnle-Twist, s. unten). Durch die Einführungder Selfactors (selbstwirkcnde Mnlemaschinen)wurden diese Maschinen so weit verbessert, daß eineSpindel in 6 Tagen etwa 21 Schneller vonNr. 20 liefert u. zu 2 doppelten Maschinen (240Spindeln) nur ein Spinner angestellt zu werdenbraucht. Das Maschinengarn ist entweder zurWeberei bestimmt, n. zwar die stärkeren Sortenzur Kette, die weicheren zum Schuß; oder esdient zur Strumpfwirkerei, zur Verzwirnung alsStrick-, Stick- n. Nähgarn oder auch zur Docht-fabrikation. Das englische Maschinengarn heißtVivist, n. zwar das stärkste, festeste Vniwr-tnviob(Watergarn), das weniger gedrehte Nuls-Iivisb(Mnlcgarn). Das Watergarn wird in Englandauf Drosselmaschinen (Ibrostlss), das Mnlegarnaber auf Mulemaschinen gesponnen; ersteres, vonstarker Drehung, wird meist zur Kette, letzteres,von allen Graden der Drehung, ist znm Schußbestimmt; anch unterscheidet man eine Mittelsortc,Medio oder Halbkette. Zn den höheren Num-mern des Watcrgarnes wird bcs. langhaarige B.gebraucht; doch wird anch eine bedeutende Quan-tität von Watergarn ans der kürzeren B. (ausSnrate) gesponnen. Drosselmaschinen findet manin Deutschland nur selten, da das Zettel- oderKcttengarn fast nur ans Mnlcs gesponnen wird.Diese Gespinnste bezeichnet man in England mitHIoäio oder iiloclc IVator, weshalb eine Ver-gleichung zwischen dem deutschen Kettengarn unddem englischen IVator-tivist nicht statthaft ist.Die Garne werden in Strähne oder sogenannteSchneller gehaspelt, welche ans 7 Gebinden be-stehen, in jedem Gebinde 80 Fäden von IH Iards,im Ganzen also 840 Aards (980 Wiener Ellen).Die Anzahl solcher Schneller, welche ans ein Pfundgeht, gibt die Nummer des GarnS, d. h. die Fein-heit desselben an. Im Handel kommen Garne vondir. 8240 vor.

IV. Banmwollcnstoffe od. Baumwollen-z enge werden auf dem Stuhl od. auf eigenen Ma-schinen (s. Webstuhl) gefertigt. Diese Zeuge selbstgeben, als Waare betrachtet, einen weit ausgedehn-ten Haudelsgegenstand ab, sind einem großenTheil nach der Mode unterworfen und zeigensowol ihrem Äußern nach oder in Bezug aufQualität, Breite, Appretur rc., als anch in Be-treff ihrer Namen die größte Mannigfaltigkeit.Sie lassen sich in folgende Klassen bringen: ein-fache, glatte u. dichte Stoffe, wie Shillings,Calicocs (Kattune), Nankings, Sarsenets (Futter-kattnne), Ginghams, Cambrics rc.; ferner halb-dichte, wie Jaconnets, Musseline; endlich klareoder locker gewebte, wie Mull, Gaze, Bobbinetrc.; schwere glatte, geköperte oder ge-musterte Stoffe, wie Oniltings (Piques),Domestcs, Sateens (Englisches Leder), Drclls,Rips, Dimity rc.; durchbrochene, brochirte,gestickte Stoffe, wie genadelte u. brochirte Gaze,Musselin, brochirte Gardincnzenge rc.; sammet-artige Stoffe, wie Velveteens (Manchester),Velvets (Sammetmanchcster), Fustians, Pillows;gemischte Stoffe, die rheils mit Schafwolle od.Leinen, thcils mit Seide untermengt sind u. untersehr verschiedenen Benennungen Vorkommen. Unter