Bmimwollc.
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letzterer versteht man daS Product der nördlichergelegenen Staaten); die peruanische und boli-vianische B., von denen erstere um so besserwird, je südlicher sie gebaut wird; die brasi-lianischen B-nsortcn zeichnen sich des. durch dieseidenartige Feinheit ihres Flaumes ans, die sieder höchsten Ausdehnung beim Spinnen fähigmacht, jedoch sind sie häufig unrein; die west-indischen B-nsorten haben ein langes, zartes,kräftiges u. finnenfrcies Haar (die von Barthe-lemy ist die beste). Außer dieser sind die be-kanntesten Sorten: Domingo, Portorico,
Cuba, St. Martin, Cnrayao, Jamaica,Barbadoes, Grenada, Trinidad, Tortola,Montserrat, Carriacou, St. Vincent, Ba-hama. L) In der Alten Welt, u. zwar zu-nächst a) in Asien: Ostindien, das Vaterlandder B., liefert nächst NAmerika die meiste B.sllr den europäischen Bedarf, doch steht dievstindische der amerikanischen an Güte nach.In China ist zwar die Production von B. be-deutend, indeß reicht sie doch nicht zum Verbraucheim Lande hin, sondern es werden jährlich 350,000Centncr von Calcntta, Madras, Manila undNAmerika nach Canton eingeführt. DicNanking-od. Vang-tse-kiang-B. wird in China selbst ver-braucht. Man hat sowol weiße, als gelbe, u. derbekannte Nanking wird sowol ans letzterer, als auchans der weißen sabricirt. Asiatische u. Euro-päische Türkei. Im weiteren Sinne begreiftman unter levantischer B. alle die, welche inder Europäischen und Asiatischen Türkei producirtwird, u. es gehört dazu die macedonische, dieSmyrnische n. die eigentlich lcvantische. Mace-donische B. sind die von (iosszpium üorbaosnmerzeugten Sorten; die besten darunter sind dieTschesma, die Uxnr (Uschnr) n. die Salonichi.Smyrnische heißen alle in der Asiatischen Türkeierzeugten u. über Smyrna versandten B-nsorten;die bekanntesten hiervon sind Kirkagaz, Cassa-bau, Axar. Lcvantische B. (im engeren Sinne)ist die von mehreren Inseln Griechenlands u. derAsiatischen Türkei, mit Inbegriff einiger Küsten-gegenden Kleinasiens und Syriens; die bestenSorten sind die Snbnge n. Kinik, weniger gutist die Cyprische. Die in Persien erzeugte B.ist sehr fein, glänzend weiß u. weich u. kommt derlangen Georgia (s. o.) am nächsten; sie wird meistim Lande selbst verbraucht, n. nur Rußland erhältetwas Weniges über Astrachan u. Orenburg. b)Afrika. In Ägypten gibt es 2 sehr verschiedeneGattungen: die Alexandria (ordinäre ägyp-tische), welche meist nach Triest ausgeführt undderen Anbau von Jahr zu Jahr beschränkt wird,A. die Maco (Jnmel), von dem Franzosen Jumclim Jahre 1820 angebaut, bildet einen bedeuten-den Exportartikel; auf der OKüste Afrikas lieferndie Inseln Bourbon u. Mauritius eine sehrfeine weiße, seidenartige B., die aber unrein undgemischt ist. v) In Europa haben außer in denunter türkischer Botmäßigkeit stehenden Länderndie Versuche der B-ncnltnr nur in Spanien u.Neapel dauernden Erfolg gehabt; die von derspanischen B. im Handel vorkommcnden Sortensind: Motril, Sevilla, Granada, welchefäimntlich fein, schmutziggclb, weich u. lang sind;
von der Neapolitanischen B. sind die bestenGattungen Castcllamare u. Dellatorre; diePuglieser, in der Gegend von Bari u. Lecccerbaut, ist geringer.
III. Die Banmwollenindustrie begreift diedurch Spinnerei n. Weberei erzeugten Mannfactnr-waaren. Die erste Reinigung der B. von denBruchstücken der Samenkapseln u. a. Unreinig-keiten geschieht durch die Egrenirmaschinc anden Productionsorten vor der Verpackung inBallen. An den Fabrikorten wird die B. zunächstanfgelockert n. weiter gereinigt n. gelangt zu die-sem Zwecke zuerst in die Wölfe (Zansler, vsvils,IViliknvo, IVbippors), welche die Wolle zerrupfen,u. dann in die erste Schlag-(Flack-)mascbine(Lattsur epluelivr), welche die zerrupfte Wolledurch Flügelwellen schlägt und durch Ventilatorenden Staub hcransbläst; die so gereinigte Wollegeht in die 2. Schlagmaschine (Wattenmaschiue,Uattsnr stnilonr), welche die Wolle durch Drnck-walzen in eine dünne Watte vereinigt und ansCylinder aufwickelt. Diese Wickel kommen nunauf Krempeln (Kard- od. Kratzmaschinen, (karclinz;LnAinss), n. zwar erst auf eine Grob- n. dannans eine Feinkratze, worauf die B-nfasern parallelgelegt werden, daß man sie zwischen einem sichdrehenden Cylinder u. einem festen Deckel durch-gehen läßt, deren zngekehrte Flächen mit Kratzen-ledern (mit feinen Drahthäkchen besetzten Leder-streifen) belegt sind. Von dem Kratzencylinderwerden die Watten durch eine Art Kamm abgelöstn. dann an der letzten Feinkratze sogleich durcheinen Trichter u. Walzen zu einem Bande zn-sammengezogen. Diese Bänder werden hierauszu dünneren ansgestreckt u. dabei ans den sogen.Strecken und Duplirstühlen häufig dnplirt,d. h. mehrere Bänder werden in ein einzigeSznsammengeleitet, welches nach dem Austritt ansder Maschine eine bedeutend größere Länge hat,als die der darin vereinigten Bänder zusammcn-genommen. Um den eigentlichen Faden spinnenzu können, bedarf cs noch der Operation des Vor-spinnens. Das erste Vorspinnen gibt das grobeVorgespinnst (Lunte), einen gedrehten Faden vonder Dicke eines Federkiels; das zweite Vorspinnenrcdncirt den Faden auf die Dicke eines mäßigenBindfadens (Vorgarn).
Unter Banmwollengarn versteht man denentweder mit der Hand (auf Spindeln od. Spinn-rädern) oder mittels Spinnmaschinen ans B.gesponnenen Faden. Die Feinheit, Gleichförmig-keit u. Güte desselben ist sowol nach der größerenoder geringeren Güte der dazu verwendetenB-nsorten verschieden, als auch nach der Art desSpinnens. Die HanLspinnerei auf dem Banm-wollenrade bildete sonst in vielen TheilenAsiens einen sehr bedeutenden Industriezweig.Unter dem von Ostindien exportirten Handgarnwar das aus Bengalen u. Surate das geringste;fein war das von Ceylon und Tutucorei; nochfeiner das aus Java, und das feinste liefertedie Küste Coromandel. Das aus der Levantekommende Handgärn ward in Gebirgsgarn u.in Garn von den Inseln unterschieden; daserstere war besser, als das letztere. Für das bestegalt das von Mazli u. Nassely. Die vorzüglich-