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Baumwolle.
Baum- odet staudenartige B-nstande (6.nrlioienm L.). perennirend, mit strauchartigemStamme, blappigcn Blättern mit smmpf-lanzett-lichcn, am Ende kleinen stachelspitzigen Lappen; inOstindien wild, in Amerika, in Ägypten, in derLevante und ans Cypern angebaut. Gemeineod. krantartige B-nstande (0. Iisrbaoenm L.),mit krantarligcm Stengel, ölappigen Blättern, mitabgerundeten Abschnitten u. mit gesägten Hüll-blättern; in Ostindien wild, in Spanien, ans Malta,Sicilien, in Apulien, Ungarn, Griechenland undim Orient, namentlich aber in Amerika im Gro-ßen angebaut. Westindische B-nstaude (6. dar-bmlorws §m.), hoher Strauch mit 3lappigen oberenBlättern, vorzugsweise in Westindien, aber auchin Ostindien, Afrika n. a. O. gebaut. GelbeB-nstaude (Lt. reli^iomim L'.), Halbslrauch mitschwarz pnnklirten Zweigen u. Blattstielen, 3blätt-riger, zerschlitzter, wolliger Blüthenhiille n. hell-orangefarbener Samenwollc; in Ostindien n. Chinaheimisch und viel cultivirt. O. lürsutum L.,mit herzförmigen, nngetheiltcn oberen Blätternll. 3—ölappigen unteren Blättern, ranhhaarigcnZweigen n. Blattstielen u. 3zähnigcn HiillblLtlern;in Westindien besonders als §rouclr Ootton gebaut,auch in Neapel als Upland-Georgia-Baumwollegezogen. 6. vititolium Lsm., mit zerschlitztenHüllblättern u. kahlem, pnnktirtem Stengel; vor-zugsweise in Brasilien gebaut. Außer den ge-nannten werden noch eine Menge Arten undFormen gebaut, welche nur wenig von den er-wähnten verschieden sind. Die B-npflan-zen kominen in der nördlichen gemäßigten Zonenur bis 40 u. 41", in der südlichen gemäßigtennur bis 30" fort, sie werden daher zwischen denangegebenen Grenzen in fast ganz Ostindien, Per-sien, Syrien, Klcinasien, Cypern, Ägypten, anden afrikanischen Küsten, in Makedonien, Sicilien,SJtalien, Malta, SSpanien, Brasilien, Gniana,auf den Westindischen Inseln, einem Theil vonNAmerika, auf den Philippinen, Jsle de France rc.gebaut. Sie lieben steinigen, trockenen, doch schonangcbanten Boden und verlangen einigen Regen.Die Samen werden im Mai n. Juni zu 5—6in 1^ m von einander entfernte Löcher gesteckt;im August u. September werden die aufgezogenenPflanzen beschnitten, so daß sie nicht höher als1 bis 1H in wachsen. Im Oktober blüht diePflanze stark. Die Kapseln werden im März u.April jeden Morgen, sobald sie platzen, abge-nommen, bevor die aus der Kapsel heranstrctendeWolle von der Sonne beschienen und grau,oder vom Winde verweht wird. Die Stande wirdhierauf dicht über der Erde abgeschnitten, treibtneue Schosse u. trägt jährlich bis 3 Mal Früchte.Die B. wird mit der Hand (wie in Ostindiengeschieht, des. zu sehr feinen Geweben), od. durcheine Maschine, die aus 2 übereinanderliegen-den, durch Näder verbundenen u. durch eineKurbel getriebenen Cylindern besieht, von denSamen losgelöst, in großen, 100—200 n. mehrKilogramm schweren Ballen zusammengepreßt, dieman dann mit Stricken nmschnürt. Die ersteNachricht von der Gewinnung u. Benutzung derB. gibt Herodotos, n. zwar ans Ostindien. Ersagt, es wüchsen dort Bäume wild, die statt der
Früchte Wolle trügen, welche an Schönheit n. an-deren Vorzügen die Schafwolle überträfe u. worausdie Indier Kleider machlcn. Plinins nennt denBaum 6o8simpruo8 (iio88ampino8), welchesNamens sich die Bewohner der Insel Tylos imPersischen Meerbusen bedienten; die Früchte wärenvon der Größe eines Quittenapfels; reif gewordenplatzten sie ans, u. daraus käme die Wolle, woraussie Kleider machten, welche bes. von den ägyptischenPriestern getragen würden. Die ägyptische B. nenntHerodot Byssos (s. d.); sie kommt schon in denBüchern Mosis als Scheck) vor (was Luther mitweiße Seide übersetzt); in den späteren Bücherndes A. T. erscheint der Name Bnz. Die Byssosdes stk. T. übersetzt Luther durch köstliche Lein-wand. Früher erhielt man die B. in Europavon Indien meist verarbeitet, während jetztdie Hanptfabrikation der B-nzcuge in Europa ist,so daß jetzt sogar von hier auch nach Indien n.China viele Zeuge geführt werden. Die B. bildet alsRohstoff einen bedeutenden Handelsartikel n. wirdhier nach ihrer Farbe n. nach Länge, Stärke n.Feinheit ihrer Fasern unterschieden. Die geringsteLänge unversehrter Fasern kann man zn 13 mm,die größte zu 45 mm annehmen. Die Faser istnicht rund, sondern plattgedrllckt; von keinemanderen Material können so gleichförmige Ge-spinnstfäden als von ihr gewonnen werden. Diegelbe od. vielmehr gilbende Farbe gilt als Zeichengrößerer Feinheit, dagegen die weiße Farbe ge-wöhnlich als Merkmal geringerer Qualität. Dieverschiedenen B-nsorten haben ihren Namen meistvon den Orten, wo sie erzeugt werden: die längste,feinste und gleichförmigste ist die Sea-Jsland(Lange Georgia, I-cmA obaxlo, )8inost8ssä-öotton),welche gelblich-weiß u. seidenartig glänzend ist; diekurze Georgia, im Innern der Provinz eingebaut,ist kurzhaarig, weiß und nicht so zähe und daherauch von geringerem Werthe. Nach dem Landeihrer Erzeugung kann man die B-nsorten in fol-gende Hanplklassen bringen: nord-, mittel- n. süd-amerikanische, ostiudische, levantische, afrikanische,italienische u. spanische. Vgl. Robert L. de Coin,blistorz' ami Lultivation ok Oolckon, Lond. 1861.
II. Die B. prodncirendcn Länder sind folgende:C,) In der Neuen Welt: die VereinigtenStaaten von NAmerika, u. zwar bes. Missis-sippi, Georgia, Louisiana, Alabama n. SCarolina.Wann eigentlich der B-nbau hier begonnen habe,ist schwer zu bestimmen, indessen scheint doch gewiß,daß 1736 an dem östlichen Ufer der Chesapeake-Bai u. 40 Jahre später in Maryland, New-Jer-scy, Delaware n. Süd-Carolina kleine Quanti-täten gewonnen wurden.. Erst gegen Ende des18. Jahrh. wurde Anban n. Export einigermaßenbedenkend u. steigerte sich von Jahr zu Jahr.Als 1784 71 Säcke B. aus Süd-Carolina inEngland importirt wurden, belegte die Zollbehördedie Sendung mit Beschlag wegen falscher Consig-nation, weil, wie sie meinte, ganz Amerika nichtim Stande sei, so viel zn produciren. Die vor-züglichsten hier gebauten Sorten sind: Sea-Jsland-B., welche nur auf gewissen Stellen inder Nähe der Küste von Süd-Carolina u. Geor-gia gedeiht; die New-Orleans- (die feinste),Alabama-, Florida- u. ilpland-B. (unten