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„Worte sind zwar gut, sie sind aber nicht das Beste; das Bestewird nicht klar durch Worte." Dieses Beste ist in aller Unter-weisung, die zur charaktervollen Bildung führen soll, der Geistdes Lehrers, und in ihm, außer der tiefeu Sachkenntuis und desmethodischen Verfahrens, die inkarnierte Liebe zum Beruf unddarum zum Lernenden. —
19. Zum Schluß noch zwei Bemerkungen.
Große Menschen, wie Pestalozzi und Goethe, schauengroße Wahrheiten, Prinzipien. Darum stehe hier eine Wahr-schau beider.
Zuerst eine Aufforderung Pestalozzis, die selbstverständlicheine weit größere Ausdehnung verdient als Anwendung auf denvorliegenden Gegenstand:
„Mensch, achte kein menschliches Urteil für reif, das dir nichtals ein Resultat einer in allen Teilen vollendeten Anschauungdes zu beurteilenden Gegenstandes in das Auge fällt; achte imGegenteil jedes Urteil, das vor einer vollendeten Anschauungreif scheint, für eine wurmstichige Frucht!"
Dann ein damit übereinstimmender, aus Erfahrung undSelbstschau stammender Ausspruch von Goethe, diesem, wasEntwickelungs- und Bildungsgang betrifft, Normalmenschen.Er sagt:
„So sollte es mir immer ergehen, daß ich durch An schauenund Betrachten der Dinge erst mühsam zu einem Begriffegelangen mußte, der mir vielleicht (nein, ganz gewiß» nicht soauffallend und fruchtbar gewesen wäre, wenn man ihn mir über-liefert hätte. Ich lebte im An schauen. Ich besaß darumdie entwickelnde, entfaltende Methode." —
Die Gedanken anderer oder auch die eigenen mitzuteile»ist keine Kunst, das kann jeder, und man braucht es nicht zulernen, es ist Wortunterricht; aber zu umnittelbar lebendigenAnschauungen anregen und dadurch selbsteigue Vorstellungen undOiedanken im Lernenden erwecken, kurz ihn zu eigner Thätigkeitanfeuern: das ist's, das ist Kunst — die Kunst des entwickelnd-erzieheuden und bildenden Lehrers! —