Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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zusammengesetzter, unmittelbar direkter und indirekter, induktiv-deduktiver Natur. Mau bleibt nämlich bei der unmittelbaren(intuitiven) Anschauung nicht stehen, sondern will die also er-kannten oder auch die nicht immer anschaulich erkannten Wahr-heiten verstandesmäßig mit anderen Wahrheiten in Verbindungbringen und ihre Gewißheit mittelbar durch diese darthnn. Dieintuitiv gefundenen Wahrheiten sollen durch Syllogismen be-wiesen werden. Begreiflicherweise ist dieses nur möglich, wenndie einzelnen Wahrheiten in solcher Verbindung stehe», daß sievoneinander abgeleitet werden können, wie es z. B. in denmathematischen Wissenschaften, beispielsweise zur Zeit aber in derChemie noch nicht der Fall ist. In unvollkommenen Zuständeneiner Wissenschaft stehen die einzelnen, durch Induktionen ge-fundenen Sätze unverbunden (juxtaponiert) nebeneinander. Werdendieselben aber nach und nach als Glieder einer Kette erkannt,so daß von dem ersten bis zum letzten ein innerer Zusammen-hang, eine Ableitung durch Schlüsse (Syllogismen) stattfindet,so steigt das so verbundene Wissen zum Range einer Wissenschaftim engeren Sinne des Wortes das prinzipiell induktive Wissenist dann in eine deduktive oder demonstrative Wissenschaft ver-wandelt worden. Das großartigste Beispiel aus dem Gebiete derNaturwissenschaften bietet HumboldtsKosmos" dar. DieNaturgesetze sind Produkte von Induktionen, welche von diesemgroßen Manne zu einer solchen Einheit verbunden worden sind,daß es ihm möglich war, die Entstehung der Welt ans derbloßen Annahme einer Urmaterie zu erklären lind auf dieselbedie durch Induktion gefundenen Natur-, namentlich die Beweguugsgesetze anzuwenden.

Meine Meinung ist also die: die geometrischen Urvorstellimge»werden durch Induktion gewonnen, darum und aus den ange-führten Gründen kann die Geometrie zu den induktiven Wissen-schaften gerechnet werden; aber trotzdem rechnet man sie, da ihreWahrheiten aus sogenannten aprioristischen Prinzipien entwickeltwerden, mit Recht nicht zu den Erfahrungs-, sondern zu denreinen und strengen Wissenschaften.

15. Die Gesetze der Geometrie sind auch Gesetze derNatur. Dieselben können daher sowohl ans der äußeren wie