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Die Mosel-Lieder
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Um Mitternacht erklommen die Ungestümen den Wall,

Die Burg sich zu gewinnen, die Maid, durch Uebcrfall.

Sv wie die Brüder beide nun mit gezognen: SchwertGcnüberstchu, der eine des andern Blut begehrt,

Tritt auch Mathilde plötzlich zwischen der Klingen Blitz:Ermordet mich, ihr Frechen, und theilt mich znm Besitz!

Ja, zückt die Klingen, tödtet, hier steht das Opferlamm,

Dem: wisset, daß ich keinen von euch zum BräutigamErwähle, keinen Rohen mag ich zum Ehgemahl,

Ich zieh in dieser Stunde zum Kloster Rosenthal!"

Sie ging, die Schwerter senkten sich, fuhren in die Scheid,

Die Brüder schauten in Thrancn noch lange nach der Maid,

Dann zogen sie von einander; als sie sich wicdersah'n,

Da blieben sie sich treue auch immer zugcthan.

Auch weiß er, wie im Verließe der Ritter den Geist verhaucht,Den Karl, der Böhme, zum Morde des edlen Günther gebraucht,Der jenen Arzt bestochen, daß er den Becher gab;

Der Sieger warf das Werkzeug lebendig hier ins Grab.

Nun durch die Obstgcwäldc, vorbei dem EichenwaldDrängt sich der Fluß, an Fankel vorüber im Fclscnspalt,

An Bruttig 0, wo ein Gelehrter zuerst gcsehn den Tag;

Daun grüßt er weiter die Halle des schönen Ebernach ^).

1) In Bruttig soll der Grammatiker Petrus Mosellanus geboren sein (PeterTchade, -s- 1524 in Leipzig).

2) Die Abtei Ebernach wurde in den Frauzosenkricgen oft heimgesucht und zerstört.