93
Bis beide Schlosser zertrümmert an einem düstcrn TagVon gierigen Franzosen in jener Zeit der Schmach.
Doch wenn noch heut ein Waller den Schutt, die Trümmer schaut,Gcschicdncr Zeiten Schatten wie Dämmer ihn nmgraut,
Ruft er noch oft Lanrctta und rufet Balduin!
Ich schau dann eine Thränc in seinem Auge glühn.
Und wenn auch schwere Geschicke verhängt dem Thalc sind,
Der Geist-der edlen Gräfin fortwaltet treu und lind,
Und sank' die Stadt zusammen zu einem Aschenhauf,
Es baute sie der Segen, die Liebe schöner auf.
Das sang die Nire der Wellen; dann ruhte die Stimme hold,
Die zarten Finger ruhten in ihrem Saitcugold,
Ihr Auge himmclcrhobcn sich senkte leisen FallsUnd ruhte auf den Wogen des dunkeln Lockenschwalls.
Daun hob sic sich vom Sitze, schritt rasch dem Strome zu,
War von dem Rasen verschwunden, verwehet in dem Nu;
Ein lichtes Ncbelgewölkc zog nur hinab daS ThalUnd kräuselte sich und wogte silbern im Mondeusirahl.
Mir brannte cs im Herzen, mir zuckt' cs durch die Brust,
Drang in mich wie vor Schmerzen, als wie vor hoher Lust;Kam's von der Schönheit Schimmer? Kam cs von dem Gesang,Den ich vergesse nimmer mein ganzes Leben lang?
oie Gräfincnburg hatte eine schwere Belagerung ausgchalten, in der allein 2634Bomben in das Schloß geworfen wurden, von denen eine den Brunnen zerstörte.