Und sich, er kommt geflogen, bricht durch die Felsen Bahn,Der Göttcrjüngling, stürmet die Hügelreihc hinan;
Ewig Vorhrrbcstimmtcs soll bald erfüllet sein:
Es ist der hohe Recke, der Gotthardsohn, der Rhein!
Mein junges Herz erglühte, mein Busen hob sich hoch,
Von Liebesglut bewältigt, von Sehnsucht, die nie trog;
Ich schaut in ihm den Bräutigam, der liebend um mich srcit,Ich liebte ihn unendlich, wie ich noch liebe heut!
Entgegen dem Heißcrschntcn, der brausend mich erkor,
Stieg ich rasch voni Gebirge, erschloß das Fclscnthor ')
In vollem Sturme der Sehnsucht, in aller Minne Hast;
Daß ich noch zarte Jungfrau, hält ich vergessen fast.
Doch nein! die weiß zu hehlen dem Aug der bösen Welt.
Wie auch mein Herz-gewaltig mich ihm cntgcgenschncllt,
Es lenkt um Fclsgcthiirmc, um Bcrggckette der FußIn Ungeheuern Bogen, im Kommen und Gehen der Fluß.
Bald, glaubt der sinnige Wandrer, hat sic mit WindeshastDas Heil der Wünsche erflogen, des Herzens Heil erfaßt;Bald wähnet er: sie stehe im Fclsenthal voll Gram,
Man glaubt, sie müßte vergehen in ihrer Mädchcnschaam.
1) Die Mosel bildete in der Urzeit, nach der Meinung neuerer Geologen, in derGegend von Schweich einen Sec, dessen Wasser später die riesigen Gcbirgswändedurchbrache».