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Die Mosel-Lieder
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Der Bail so leicht und kräftig, so einfach reich und klar,

Du nimmst all seine Zierde in einem Blicke wahr.

Schaust in dem Thor zwei Bilder, wie wenig Bilder sind;Wies Königen ergehet, wenn ihre Augen blind,

Wie die Gesetze alle verkehrt dann augcfaßt,

Die Wage schwankt, die Krone abfällt mit Windes Hast.

Und wie der König stehet, wenn licht sein Aug und klar,Sein Recht bewahrt, ein Engel im Sturme der Gefahr.

Ein jeder Herrscher sollte zum Münster pilgern hin,

Die Bilder zu beschauen, zu wägen ihren Sinn!

Nun draußen ans der Matten die Kirche von Paulin *),Genübcr den Gebäuden des Stiftes Maximin,

Grabmale schöner Bauten, die eh hier aufgcthürmt,

Bevor der Wüthrich Ludwig aus Frankreich angcstürmt.

Eh er die mächtgcn Pfeiler in der Zerstörung WuthAll untergrub, die Höhlen mit granscm Pulver lud,

Und nun zum Himmel sprengte, die Fenster, bildcrhell,

Die Säulen, Knäufe, Giebel ein trauriges Geröll.

Einst zog aus edlem Hause von Trier ein Knabe fort,

Und kehrte, als durchwandert manch Land, manch ferner Ort,

1) Die Kirchen von Marimin und Paulin im altdeutschen Style wurden vonLudwig XIV. mit wahrein Hohne zerstört, dann später die jetzigen geschmacklosenKirchen gebaut.