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Johamüterorden.
Superioren selbst wählen sollten. Auf Gerhardfolgte Raimund von Puh (R. de Podio); er nannte! sich Ordensmeister, wandelte Len Orden in einengeistlichen Ritterorden um, indem er zu dem Mönchs-gelübde noch die Verpflichtung der Mitglieder zumKampfe gegen die Ungläubigen sägte, theilte den-selben in drei Klassen (Ritter zur Kriegführung,Capellane zum geistlichen Dienst und DienendeBrüder zur Krankenpflege u. zum Pilgrimgeleit)u. verordnte die Cecemonien bei der Aufnahme! in denselben. Er wurde 1120 (1118) vom Papstbestätigt. Durch das Testament des Königs Alfonsvon Aragon mit den Tempelherren u. den Ritterndes heiligen Grabes zu Erben der Dynastie vonAragon eingesetzt, erhielt der Orden durch Vertragmit dem Grafen von Barcelona zur Abfindungeinstweilen bedeutende Besitzungen in Spaniennebst Befreiung von der Lehnshoheit. Nach derEroberung Jerusalems durch den Sultan Saladin, von Ägypten, 1187, verlegte der Orden seinen! Sitz u. das Hospital nach der Festung Margat inPhönikien und wenige Jahre darauf nach Ptole-mais. Aber auch diese Stadt ging 1291 unterdem Großmeister Jean de Villiers den I. ver-loren, indem der Sultan von Ägypten es er-oberte, u. der Orden verlegte nun seinen Sitz> nach Cypern, wo er vom König die Stadt Limissof erhielt, 1309 aber nach der unter dem Großmeister! Fulco von Villaret eroberten Insel Rhodus, dahersich die Ritter nun Nhodiser nannten. 1311 wurden' die Reste der Güter des aufgehobenen Tempel-herrnordens durch päpstliche Bulle dem I. über-geben, und 1485 schenkte der Papst dem I. auchdie Güter der aufgehobenen Ritterorden des heili-gen Grabes u. des St. Lazarus von Jerusalem.Nach wiederholten zurückgeschlagenen Versuchen derTürken, Rhodus zu erobern, griff Suleiman II.
1522 die Insel mit 300,000 Mann an. Tapferwehrten sich die Johanniter, allein durch Verrathdes Ordenskanzlers Andreas von Amaral wurdedie Gegenwehr vereitelt, und die Übergabe vonRhodus an die Türken erfolgte den 24. Dscbr.
l 1522. Der Großmeister Villiers ging am 1. Jan.
1523 mit 50 Fahnen Rittern nach Candia ab n.von da nach Sicilien u. Rom. 24. Marz 1530verlieh Karl V. den Johannitern Malta, Gozzo,Comino, sowie Tripolis in Afrika als Lehn, wo-gegen sie versprachen, ewigen Krieg gegen die
i türkischen Seeräuber zu führen, den König von
' Spanien stets als Patron über den Bischof von
Malta auznerkennen und die neu erhaltenen Be-sitzungen an Neapel abzutreten, wenn sie Rhoduswieder eroberten hätten. Sie bauten sich nun inMalta an u. nannten sich Malteserritter. Unterdem Großmeister Claudius de la Sangle (starb1557) ging Tripolis an Suleiman II. verloren.Nachdem unter Johann de la Valette (st. 1568)der Sultan 1565 Malta vergebens vier Monatelang belagert hatte, befestigten die Ritter die Inselneu n. der Großmeister legte den Grund zur Stadtla Valette; sein Nachfolger, Peter del Monte (st.1572), verlegte den Sitz des Ordens dahin und! nahm 1571 an der Schlacht von Lepanto theil.Infolge der Reformation verlor der Orden seineBesitzungen in den protestantischen Ländern, undwährend er sich umsonst bemüht, für Liesen Ver-
lust Ersatz durch Erwerb in überseeischen Ländernzu erlangen, schwächten innere Zwistigkeiten seineKraft u. damit seine Macht, wenn auch Periodeneintraten, in denen die Ritter ihre alte Tapferkeitgegen den Halbmond bewährten. Nochmals unterdem Großmeister Emanuel Maria, Prinzen vonRohan, 1775—1797, erhob sich der Orden auchzu einer geistigen Blüthe, aber es war das letzteAuflodern. Infolge der Revolution in Frankreichwurden auch dort alle Ordensgüter n. später, nach1796, auch im nördlichen Italien eingezogen. 1798erschien die französische Flotte unter Bonaparte ansdem Zuge nach Ägypten plötzlich vor Malta underoberte diese Insel 10. Juni dieses Jahres durchBerräthereieinigerRitter. FerdinandvonHompesch,der erste Deutsche im Großmeisterthum u. zugleichder letzte Großmeister, ging nach Triest. Da derKaiser Paul I. von Rußland aber die Übergabeder Insel laut mißbilligte, so wurden die Blickedes Ordens ans diesen Monarchen geleitet, undman wählte ihn, da man das Großmeisterthumals erledigt betrachtete, den 16. Dec. 1793, jedoch,weil der Kaiser griechischer Confession war, nichtohne Widerspruch des Papstes. Der Kurfürst MaxJoseph von Pfalzbayern hob deshalb den Orden1799 in seinen Staaten völlig ans u. zog IdesseuGüter ein. Nach u. nach fand, bes. infolge derRheinbundacte und des Friedens von Preßbnrg1805—07. die Einziehung der Güter des Ordensin allen Staaten Deutschlands u. des Continentsvon Italien statt. Auch Preußen hob 1810 und1811 den ganzen Orden in seinen Staaten aufu. zog dessen Güter ein, u. der König stiftete da-für einen Gnadenorden gleichen Namens. Dieeinzigen Trümmer des J-s waren außerdem nochdas Großpriorat in Böhmen u. zwei dergleichenin Rußland; Sitz des Capitels war Catania inSicilien. Nach dem Tode des Kaisers Paul I.ernannte der Papst nacheinander mehrere italieni-sche Edelleute zu Großmeistern. Seit 1805 aberist ein solcher nicht wieder erwählt worden. DerOrden machte, nachdem Malta an England abge-treten, Versuche, von den Griechen eine Insel ab-getreten zu erhalten, ohne jedoch zum Ziele zukommen. Das Ordenscapitel verlegte der Papst1826 von Catania nach Ferrara, u. 1834 beriefer die Ordensbehörden nach Rom, wo das Capitelnoch jetzt seinen Sitz hat. Verschiedene Pläne, demOrden ein neues Besitzthum zu erwerben u. ihnwieder zu beleben, schlugen fehl. Der Orden, derfrüher 8 Zungen zählte, hat jetzt nur noch zwei:die deutsche und die italienische, erstere vertretendurch das Großpriorat in Böhmen (gegenwärtig12 Großcapitulare, 3 Profeßritter, 15 Justizrittern. die Priestercommende in Prag mit 30 Priesternu. 2 Klerikern umfassend), letztere durch die Groß-priorate Rom, Neapel u. Venedig. Sodann zählenzum Orden noch die aus jüngster Zeit erst datiren-den Associationen von Ehren- n. Devotionsritternin Preußisch-Schlesien u. in Westfalen. Als sou-veräner I., dessen Angelegenheiten unter demProtectorat des päpstlichen Stuhles der in Romresidirende Ordens-Statthalter — Bailli — (seit14. Februar 1874 Fra I. B. Ceschi a SantaCroce,k. k. österr. wirkt. Geh.-Rath u. Kämmerer),u. zwar in Verbindung mit einem aus den Ver-