791
Johannes.
len, bestieg 21. Jan. 1872 den Thron, nachdemer seinen Nebenbuhler Gobaze 11. Juli 1871 beiAdua besiegt; machte es sich seitdem zur Ausgabe,den Annexionsversuchcn des ägyptischen VicekönigsIsmail Pascha (s. d.) in seiner NachbarschaftSchranken zu setzen. Dies gelang ihm auch unterkluger u. energischer Benutzung der Verhältnissevollständig. Er nahm europäische Offiziere inDienst, verschaffte sich Hinterlader u. scheint auchden religiösen Fanatismus in Anspruch genommenzu haben. Infolge seiner fortwährenden, mitRäubereien verbundenen Einfälle in das ägypti-sche Gebiet, ließ der Khedive Sept. 1875 endlichreguläre Truppen, etwa 2500 Mann in Hamaseueinrücken, die aber 16. Oct. am Mareb vollständigaufgerieben wurden. Eine zweite 20,000 Mannstarke Expedition der Ägypter wurde 26. März1876 in derselben Gegend total geschlagen. Vonweiteren Expeditionen mußte der Khedlve insolgeseiner finanziellen Mißverhältnisse absehen u. sogarerfahren, daß seine Friedensvorschläge im Märzund April 1877 von I. zurllckgewiesen wurden,obwol diesem der alte Krebsschaden der abess. Ge-schichte, Empörungen der Statthalter, schon seiteinem Jahre große Verlegenheiten bereitet. An-fangs Juni endlich nahm er die ägyptischen Frie-deusanerbietungen an.
III. Patriarchen von Constantinopel:15 ) I. III. mit dem Beinamen Scholasticus,geb. zu Anfang des 6. Jahrh. in Sirimis beiAntiochia, wurde Rechtsanwalt, dann Presbyter inAntiochia, 565 Patriarch von Constantinopel undst. 578. Er veranstaltete zuerst eine größere 6o1-Isobio vanonum. 16 ) I. IV., der Faster (Je-jnnator, auch von seinem Geburtslande Kappadoxgenannt), stammt aus niederer Familie, wurde585 Patriarch; zeichnete sich durch große Frömmig-keit, Wohlthätigkeit, strenge Askese, bes. im Fastenaus; er war der Erste, welcher sich einen ökumeni-schen Patriarchen nannte u. gerieth hierüber mitdem römischen Bischof Gregor I. in Streit. Erst. 2. Sept. 595; die Griechische Kirche nahm ihnunter die Heiligen auf. Ob er die ihm zugeschrie-benen Schriften asketischen Inhalts verfaßt hat,ist zweifelhaft.
IV. Heilige, Bischöfe, Geistliche, Mis-sionäre, Schwärmer, Dichter, Gelehrte rc.
17 ) I. der Presbyter, nach den Angaben desPapias ein Schüler Jesu, welcher wahrscheinlichzu dem weiteren Kreise derselben gehörte, Lehrerdes Papias war u. in Ephesos lebte, s. u. I. 3).
18 ) I. Philopon os (I. Alexandrinos, I. Gram-maticus gen.), aus Alexandrien gebürtigt, lebte zuEndedes5.u.während der erstenHälstedes6.Jahrh.n. Ehr., war christlicher Philosoph, Monophysit u.galt, als Tritheit n. weil er die Auferstehung als eineSchöpfung beschrieb, sllr einen Ketzer. Er warein scharssinniger Ausleger des Aristoteles u. hin-terließ mehrere philosophische und grammatischeSchriften. 19 ) I. Bischof von Asia (Ephesos),aus Amida, im 6. Jahrh. unter den Kaisern Ju-stinus II., Tiberius u. Mauritius: er war Mo-nophysit u. in die kirchlichen Kämpse seiner Zeitverflochten; er schr. in syrischer Sprache die Kir-cheugeschichte seiner Zeit; die Handschrist von dem3. Lheilc derselben wurde in einem Kloster der
Nitrischen Landschaft inllnterägypten (nicht fern vonAlexandria), aufgefunden und herausgegeben vonW. Cureton, Oxs. 1853. 20 ) I. von Lamas-kus, auch I. Chrysorrhoas wegen seiner Be-redtsamkeit genannt, geb. um 700 in Damaskus;war der Sohn des Sergius, eines Staatsbeamtendes Khalifen Abdul Malik, wurde unter dem Na-men Al-Mansur Schatzmeister des Khalifen u.trat im Bilderstreite gegen den Byzantinischen KaiserLeo den Jsaurier eifrig für den Bilderdienst ein.Dieserwußteihn dafür ans seinerStellung bei seinemFürsten zu vertreiben. Verabschiedet theilte ersein Vermögen an die Armen aus, ging 730 nachJerusalem u. wurde in dem Kloster Saba Mönch.Später vertheidigte er als Presbyter zur Zeit desKaisers ConstantinV.Kopronymos unerschrocken dieBilder wieder u. st. 754. Tag der 6. Mai (beiden Griechen 29. Nov.). Er schr.: 77Y/H /r-waewr,zu welchen die drei Werke gehören: eine Dialektiknach Aristoteles und Porphyrios mit Anwendungans die Mysterien des christlichen Glaubens; eineDarstellung der Ketzerei bis zum Bilderstreit, u.eine Dogmatik, welche noch jetzt in der griechischenKirche normative Geltung hat; vgl. Lenström, Vssxpositnons üäsi ortllväoxas austors I. v.. Upsala1839); außerdem eine moralische Schrift, Erklär-ung der Paulinischen Briefe, Homilien u. mehreregeistliche Lieder; seine theologischen Werke sind her-ausgegeben von Mich. Lequien, Paris 1712, 2Bde., Fol. Auch wird ihm der Roman Barlaamu. Josaphat zngeschrieben. 21 ) I. von Salis-bury (ä. 8arg8bsrisnsis), einer der größten Den-ker seiner Zeit u. vertrauter Freund des Thom.Becket, geb. 1110 in Salisbury, wurde 1156 alsKaplan des Erzbischofs Theobald von Canterburyan den Papst Hadrian IV. geschickt, gegen den ersich offen über die Gebrechen der Kirche und desPapstthumes äußerte. Nachdem er später seinemFreunde Thom. Becket ins Exil gefolgt war, kehrteer 1170 nach England zurück, wurde 1176 Bischofvon Chartres u. st. 1182. Er war Realist undschr.: kslioratisns s. äs miM swrialium st vs-stiAÜs piülasopiiorum, Leyd. 1677; LlsbalvAisus,ebend. 1610; Untirstieus (Hutbstivus) äs äoZ-mats plälosoptzorum, heransg. von Chr. Petersen,Hamb. 1843; Vita as Passiv 8. I'iwmas (eineLebensbeschreibung Thom. Beckets) u. a. SeineWerke herausg. von I. A. Giles, Lond. 1848, 5Thle. Vgl. H. Reuter, I. von Salisbury, Berl.1842, und Schaarschmidt, I. Saresberiensis nachLeben u. Studien, Schriften u. Philosophie, Lpz.1862. 22) I. dcrPriester (Prsstoxans, vrstrsIsan), nach der vielfach sagenhaften Überlieferungdes späteren Mittelalters der Name eines christlichenFürsten im östl. Asien, welcher mitten unter heid-nischen Völkern herrschte und sonst auch Inäorumrsx genannt wurde. Diese Kunde brachte der Bi-schof von Gabala 1145 nach Europa u. sie findetsich zuerst bei Otto von Freising. Auch Marco Polou. Ruisbroek gedenken der Existenz dieses Herr-schers, die immer mehr mit Sagen ausgeschmucktwurde. Später versetzten die Portugiesen, welcheim 15. Jahrh. von .einem christlichen Fürsten inAfrika hörten, welcher sich Ogane (der Negus vonAbessinien) nenne, dies Reich nach dem sabelhaftenAethiopien. Diese Überlieserung ist vielfachen