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Johannes.
quelle verwerthen läßt, so sehr hat es seinen un-schätzbaren Werth in der tiefen und wahren Er-fassung der christlichen Grundideen. — Von denJohanneischen Briefen ist der 1. ohne Zweifelvon demselben Verfasser wie das Evangelium.Wird dort der Gnosticismus mittels des ideali-sirten Geschichtbildes Jesu Christi bekämpft, soeschieht dies hier didaktisch-polemisch durch dietachweisung, wie der gnostische Libertinismusden sittlichen Grundforderuugen des Christenthums(1, 1, 3, 10), die gnostische Sectirerei der christ-lichen Bruderliebe (3,11—4,13) widerspreche, diegnostische Verläugnung Jesu als des im Fleischegekommenen Christus aber Abfall von Gott selbstsei (4, 14 bis Schluß). Wahrscheinlich ist der 1.Brief erst nach dem Evangelium verfaßt, da erdieses in mehreren Stellen voraussetzt. Der 2.Brief an eine räthselhafte Kyria, der 3. an einenCasus, nach der Ueberschrist von dem Presbyterverfaßt, sind ohne Zweifel von demselben wie der1. Brief, obwol einige Stellen wie eine matteNachahmung des letzteren lauten. — Aus derüberaus reichhaltigen Literatur über die Johanni-schen Schriften sind hervorzuheben: zu dem Evan-gelium u. den Briefen: Lücke, Commentar, Bonn,3. Ausl., 1843—56; Tholuck, 7. Ausg., Hamb.1857; Bretschneider, krobakMg,, Lpz. 1820; Baur,in den Kritischen Untersuchungen über die kanoni-schen Evangelien, Tübing. 1847; Schölten, DasEvangelium I., deutsch von Lang, Berl. 1867;Luthardt, Evangelium I., 2. Ausl., Nürnb. 1875;Hilgenseld, Das Evangelium und die Briese I.nach ihrem Leyrbegriff, Halle 1849; Wittichen,Der geschichtliche Charakter des Evangeliums I.,Elbers. 1869; Commentare von Heugstenberg,Berl. 1862; Ewald, Gotting. 1862; Bäumlein,Stuttg. 1863; Godet, deutsch Gotha 1872; Düster-dieck, Briese, Gott. 1852. Zur Apokalypse: Bengel,neue Ausg., 1834—1835, 1858; Herder, Mara-natha, 1779; Lücke, 1851—52; Düsterdieck, 1859;Blank, herausgeg. von Hoßbach, 1862. Vergl.die neutest. Gesammtcommentare von Olshausen,Mayer, De Wette. 4) I. Marcus, Sohn derMaria, in deren Haus die ersten Christen zuJerusalem sich versammelten, kam durch sein Ge-schwisterkind Barnabas in Verbindung mit Paulusund begleitete ihn aus seiner ersten Missionsreise.Seine Weigerung, die Reise fortzusetzen, führtezum Zwiespalt zwischen Paulus und den beiden.Im Briefe an Philemon, Col. und 2. Tim. er-scheint er wieder als Begleiter des Paulus, im1. Petrusbriefe als der des Petrus. 5) I., derjüdische Hohepriester, Apostelgesch. 4. 6.
II. Regierende Fürsten. Kaiser a) VonRom: 6) I., kaiserlicher Oberhofnotar, wurde imAugust 423 n. Chr. nach Honorius' Tode aus Ver-anlassung der höchsten Hosbeamten zum Kaiserausgerufen, allein schon 424 von einem Heere desvströmischen Kaisers Theodosius II. geschlagen u.zu Ravenna enthauptet, b) Des Byzantini-schen Reichs: rra) In Constantinopel: 7)I. I., Tzimiskes, Feldherr des Kaisers Roma-nus II. in Armenien, trat 969 an die Spitze einerVerschwörung gegen seineu Vetter Nikephoros Pho-kas, den zweiten Gemahl der Wittwe des Romanos,Theophano, der mit ihr den Thron erhalten hatte,
ermordete denselben und wurde selbst Kaiser; erbestand eine Reihe ruhmvoller Kämpfe gegen disRussen, Bulgaren und Sarazenen und starb 976,angeblich von seinem Oberkämmerer dem EunuchenBasilios vergiftet. 8) I. II. KomnenoS(Kalo-J.), Sohn des Alexios I., Komnenos, geb.1088, folgte 1118 seinem Vater als Kaiser; die-ser ausgezeichnete Mann führte glückliche Kriegegegen die Seldschuken und Petschenegen und starb1143. Ihm folgte sein Sohn Emanuel I. vonIrene, Tochter des Königs Geisa von Ungarn.9) I. VI., Kantakuzenos, Freund des Andro-nikos III., der ihm bei seinem Tode 1341 seinenSohn I. (Paläologos V.) in vormundschaftlichePflege übergab, au dessen Stelle der durch Hos-intriguen bedrohte Kantakuzenos nach einem seit1342 wüthenden inneren Kampfe im Jahre1347 sich zu Didymoteichon in Thrakien zumKaiser ausrufen ließ; doch gab Kantakuzenosdem I. Paläologos seine Tochter u. Theiluahme ander Kaiserwürde. Zerfallen mit seinem Neben-kaiser, ernannte er nachher seinen Sohn Matthäosznm zweiten Kaiser, kriegte drei Jahre mit I.Paläologos, wurde aber 1355 so sehr in die Engegetrieben, daß er abdankte u. als Mönch Josephin das Manganakloster trat. Sein Leben hat erendlich bei seinen Söhnen zu Misithra in Lakonien15. Juni 1383 beschlossen. Er schr. eine HivtorinL^antma, von 1320—57, herausgeg. Par. 1645,3 BLe.; auch im 17. Bde. der Pariser u. im 15.Bde. der Venetischen Sammlung der Byzantini-schen Schriftsteller u. von Schopen, Bonn 1828bis 1831, 2 Bde. 10) I. V., Paläologos(Kalo-J.), Sohn des Andronikos III., geb. 1332u. folgte 1341 seinem Vater; er hatte bis 1355an dem Vorigen einen Nebenkaiser, nachdem dieserabgedankt hatte u. dessen Sohn Matthäos 1356zu demselben Schritte genöthigt worden war, re-gierte I. allein; gegen die Türken suchte er 1369,wiewol vergebens, in Nom beim Papst Urban V.Hilfe; von seinem Sohn Andronikos, endlich auchdurch dessen Sohn Johannes (VII.) wiederholtbedrängt, starb er 1391. 11) I. VIII. Paläo-logos, Enkel des Vorigen und Sohn Ema-nuelS, geb. 1390, folgte 1425 seinem Vater; dieBedrohungen seines Reichs durch die Türkennöthigten ihn zur Union mit dem römischen Papsteauf dem Concil zu Florenz, 1438, um von dortHilfe gegen die Ungläubigen zu erhalten; aber dieUnion scheiterte an der Abneigung der Griechen,und Hilfe kam vom Abendlands nicht. Nur diekluge Mäßigung des Kaisers erhielt noch den Restdes Reichs gegenüber den Osmanen; I. st. 1448;er war dreimal vermählt, ohne Kinder zu hinter-lassen; db) JnNikäa: 12) I. III. Dukas Va-tatzes, geb. 1193, Gemahl der Irene, der Toch-ter der Theodoros I. Laskaris; folgte 1222 seinemSchwiegervater als Kaiser von Nikäa; er kriegteglücklich gegen die Lateiner u. die Bulgaren, er-oberte 1246 das griechische Reich der Angelas vonThessalonika u. st. 1254. 13) I. IV. Laskaris,Enkel des Vor., Sohn Theodors II. Laskaris, kam1259 unmündig auf den Thron, wurde durchMichael Paläologos verdrängt u. geblendet (1261).14) I. II-, Kaiser von Abessinien, Nach-folger Theodoros II., früher einer seiner Vasal-